Hitzewelle in Deutschland
Hitze bremst die Bahn: DB rät von Reisen am Wochenende ab
Veröffentlicht:
von Michael Reimers:newstime
Hitze-Chaos: Bahn rät von Reisen ab
Videoclip • 59 Sek • Ab 12
Wegen extremer Hitze rät die Deutsche Bahn von nicht notwendigen Fahrten ab. In Nordrhein-Westfalen stellt National Express mehrere Regionalzuglinien zeitweise ganz ein.
Das Wichtigste in Kürze
Die Deutsche Bahn und weitere Unternehmen raten wegen Rekordhitze und zusätzlicher Unwettergefahr von nicht dringend notwendigen Reisen im Fern- und Regionalverkehr ab.
National Express stellt in Nordrhein-Westfalen am Samstagnachmittag zwischen 13.00 und 19.00 Uhr auf fünf Regionalzuglinien den Betrieb komplett ein.
Fernverkehrstickets bis 30. Juni können unter Bedingungen kostenlos storniert werden.
Die extreme Hitze am Wochenende bringt den Bahnverkehr in Deutschland unter Druck. Die Deutsche Bahn und weitere Eisenbahnunternehmen raten Reisenden deshalb, auf nicht dringend notwendige Fahrten im Fern- und Regionalverkehr möglichst zu verzichten. Die Bahn schreibt online: "Die Verkehrsinfrastruktur in Deutschland ist an diesem Wochenende stark von der Rekord-Hitze betroffen. Auch der Schienenverkehr leidet unter den Extrem-Temperaturen." Als weitere Risiken nennt das Unternehmen Gewitter und Starkregen, vor denen auch der Deutsche Wetterdienst warnt.
Gemeinsam mit anderen Bahnunternehmen und dem Bundesverband Schienennahverkehr empfiehlt der bundeseigene Konzern deshalb Zurückhaltung bei Reisen. Wörtlich heißt es: "Bitte vermeiden Sie heute und morgen alle nicht dringend notwendigen Reisen im Fern- und Regionalverkehr." Eine generelle Einstellung des Verkehrs plant die Deutsche Bahn nach aktuellem Stand allerdings nicht.
National Express stoppt mehrere Linien für sechs Stunden
Deutlich weiter geht das private Bahnunternehmen National Express in Nordrhein-Westfalen. Es kündigte an, den Betrieb mehrerer Regionalzuglinien am Samstagnachmittag (27. Juni) für sechs Stunden auszusetzen. Betroffen sind zwischen 13.00 und 19.00 Uhr nach Unternehmensangaben fünf Linien, die auf ihrem kompletten Laufweg ausfallen sollen.
Für Reisende wichtig: Die Deutsche Bahn hatte bereits am Donnerstag mitgeteilt, dass Tickets für Fernverkehrsreisen bis einschließlich Dienstag, 30. Juni, kostenlos storniert werden können, wenn sie vor dem 23. Juni gekauft wurden. Damit soll Kundinnen und Kunden mehr Flexibilität gegeben werden, wenn sie ihre Reise wegen der Wetterlage verschieben möchten.
Vor allem die Infrastruktur ist anfällig
Anders als früher sind Ausfälle von Klimaanlagen in Fernzügen laut Bahn heute seltener, weil die Flotte deutlich jünger ist. Größere Sorgen macht den Unternehmen inzwischen die Infrastruktur. Weichen sowie Leit- und Sicherheitstechnik können durch stundenlange direkte Sonneneinstrahlung und extreme Temperaturen beschädigt werden. Genau das kann zusätzliche Verspätungen, Störungen und Zugausfälle verursachen.
Hinzu kommt die erhöhte Gefahr von Böschungsbränden entlang der Strecken. Auch Starkregen, Gewitter und Sturmböen können den Betrieb zusätzlich beeinträchtigen. Schon im vergangenen Sommer hatte große Hitze zu Weichendefekten und in der Folge zu Verspätungen und Ausfällen geführt.
Verwendete Quellen:
Nachrichtenagentur dpa
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