Ukraine-Krieg
NATO-General rechnet nicht mit russischen Angriffen auf Europa – sondern anderen Putin-Methoden
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von Emre Bölükbasi:newstime
Putins neue Terror-Drohnen treffen Kiew (13. Oktober)
Videoclip • 09:55 Min • Ab 12
Moskau fehlt laut der NATO die Kampfkraft für einen Krieg gegen Europa. Warum der Oberbefehlshaber der Allianz deshalb auf Sabotage als Putins eigentliche Waffe zeigt.
Der Mann, der die Streitkräfte des westlichen Bündnisses befehligt, lässt keinen Zweifel: Die NATO schlägt Russland militärisch klar – und zwar in einer Deutlichkeit, die Russlands Präsident Wladimir Putin kaum eine Wahl lässt. US-General Alexus Grynkewich, Vier-Sterne-General und NATO-Oberbefehlshaber, hat dem Nachrichtenmagazin "Spiegel" ein bemerkenswertes Bild der aktuellen Kräfteverhältnisse gezeichnet.
Moskau ohne moderne Waffen, die wirklich zählen
Russland besitze weder moderne F-35-Kampfjets noch die Flotte an hochmodernen Zerstörern und U-Booten, über die das westliche Bündnis verfüge, sagt Grynkewich. Die militärischen Fähigkeiten, die die NATO in einem ernsthaften Großkonflikt aufbieten könnte, überträfen die Moskaus erheblich. Genau deshalb, so die Einschätzung des Generals, greife Wladimir Putin nicht mit Panzern und Raketen an – sondern mit anderen Mitteln.
Auch in den News:
Brandstiftung statt Blitzkrieg: Putins eigentliche Taktik
"Putin greift zu anderen Methoden, Sabotage zum Beispiel, weil er keine anderen Optionen hat", erklärt Grynkewich. "Wir müssen die Dinge beim Namen nennen: Sabotage, Brandstiftung oder Terrorattacken sind präzise Begriffe, es gibt klare Antworten darauf. Der General lehnt es ab, sie hinter dem Schlagwort "hybride Kriegsführung" verschwinden zu lassen. Klare Begriffe verlangten klare Antworten.
Dass Putin dabei auch vor zivilen Zielen nicht haltmacht, zeigt das jüngste Beispiel aus Deutschland: Der mutmaßlich von Russland gesteuerte Angriffversuch auf den Flughafen Leipzig sei eine Grenzüberschreitung gewesen, betont Grynkewich. Wäre die Aktion gelungen, hätten vollgetankte ukrainische Frachtmaschinen explodieren können – mit möglicherweise tödlichen Folgen.
Ähnliche Themen
Kaliningrad, Drohnen, Abschreckung
Mit Blick auf Russlands wiederholte Drohungen rund um die Exklave Kaliningrad stellt der NATO-General klar: Das Bündnis ist eine Verteidigungsallianz – es greift nicht an. Wer nicht angreift, dem gegenüber muss sich Russland auch nicht verteidigen. Militärisch allerdings sieht Grynkewich die Lage für Moskau im Baltikum als ausgesprochen ungünstig an.
Gleichzeitig mahnt der General zur Wachheit: Die NATO müsse im Drohnenbereich schnell besser werden – gefragt seien günstigere Einwegkampfdrohnen und Marschflugkörper in großer Stückzahl. Dies deckt sich mit Beobachtungen, wonach Russland seine Drohnenproduktion zuletzt massiv gesteigert hat – nach Angaben des deutschen Heeresinspekteurs Christian Freuding konnte Moskau die Einsatzquote allein zwischen Juli und August verdoppeln.
Putins Psychospiel – das bislang nicht aufgeht
Grynkewich warnt zudem vor einer gezielten Botschaft aus dem Kreml: Putin wolle westlichen Bevölkerungen das Gefühl einpflanzen, dass die Unterstützung der Ukraine unweigerlich in einen Krieg mit Russland führe. Bislang, so der General, verfange dieses Kalkül nicht.
Die NATO zeigt sich geschlossen – und der Oberbefehlshaber gibt sich sicher: Wer das Bündnis angreift, wird verlieren.
Verwendete Quellen:
Nachrichtenagentur dpa
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