Extremismus

Ahmad Mansour schlägt bei Lanz wegen "Radikalisierungswelle von Minderjährigen" Alarm

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von Natascha Wittmann

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Schüler machen Jagd auf Polizisten (2. Oktober)

Videoclip • 01:38 Min • Ab 12


Bei "Markus Lanz" hat Ahmad Mansour deutschen Kindern und Jugendlichen eine wachsende "Lust an Gewalt" attestiert. Neben sozialen Medien sei laut des Extremismusforschers auch eine teils fehlende Integration dafür ursächlich. Derweil brachte Lanz CDU-Politikerin Katharina Günther-Wünsch ins Schwimmen.

Hunderttausende junge Menschen protestieren in Frankreich seit Wochen gegen Zustände an Schulen und Unis. Doch vielerorts kippt die Stimmung: Bei Demos in Paris und anderen Metropolen kommt es immer wieder zu Ausschreitungen. Bei "Markus Lanz" diente der Blick nach Frankreich als Startpunkt für eine größere Frage: "Warum diese Gewalt? Warum diese Eskalation?" Lanz fragte dahingehend Berlins Bildungssenatorin Katharina Günther-Wünsch: "Wie schauen Sie auf das, was da in Frankreich passiert?"

Die CDU-Politikerin betonte zunächst: "Natürlich haben Schüler ein Recht zu demonstrieren." Als der Moderator daraufhin wissen wollte, ob Deutschland ebenfalls "auf französische Verhältnisse" zusteuere, wurde sie deutlich: "Das Thema Konflikt und Gewalt an Schulen eskaliert seit einigen Jahren in Berlin." Günther-Wünsch warnte: "Wir haben eine Gewaltspirale - übrigens von der Grundschule an bis in die Oberstufe hinein." Die Politikerin bescheinigte vielen Schülern "geringe Frustrationstoleranzen", und "die Resilienz der Schüler" habe spürbar "abgenommen". Oft reiche schon wenig, bis es zur körperlichen Eskalation komme.

Extremismusforscher Ahmad Mansour warnte bei "Markus Lanz", dass viele Jugendliche mittlerweile eine "Lust an Gewalt" verspüren würden.

Bild: ZDF / Markus Hertrich


Markus Lanz will von CDU-Frau wissen: "Welchen Vorwurf machen Sie Ihrer eigenen Partei?"

Journalist Bojan Pancevski nannte Migration als einen möglichen Baustein im Gesamtbild und sagte, Gewalt habe teilweise auch "mit Massenmigration zu tun", "mit Identität, mit Integration". Ahmad Mansour knüpfte daran an und verwies auf "ganz andere Werte" sowie "ganz andere Erziehungsmethoden", die teils vermittelt werden. Auch die "Perspektivlosigkeit bildungsferner Familien" begünstige laut Mansour Gewalt.

Der Extremismusforscher beschrieb außerdem eine wachsende "Lust an Gewalt" unter Jugendlichen. "Genau diese Entwicklung macht mir große Sorgen. Gewalt braucht keine Forderung mehr. Gewalt braucht kein Motiv mehr", warnte er. Es gehe manchen nur um den Kick - etwa einen "Adrenalinschub" - oder darum, Dinge zu "zerstören". Lanz hakte fassungslos nach: "Aber Lust an Zerstörung wovon?" Mansours knappe Antwort: "Es ist egal!"

Auch Katharina Günther-Wünsch sah ein Problem bei sozialen Kompetenzen. Sie warnte: "Wir haben nicht diese Empathiefähigkeit der Kinder." Unter anderem verortete sie den Grund für eine zunehmende Gewaltdynamik in der Nutzung digitaler Medien. Daraufhin wurde es politisch. Lanz fragte die Senatorin direkt: "Welchen Vorwurf machen Sie Ihrer eigenen Partei?" Ihre Antwort: "Den Vorwurf, dass wir (...) nicht gut genug zugehört haben." Zu lange habe man "andere Schwerpunkte gesetzt".

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Ahmad Mansour warnt vor "Radikalisierungswelle von Minderjährigen"

Lanz legte irritiert nach: "Was ist mit Sprache?" Günther-Wünsch konterte mit ernstem Blick: "Wir haben (...) sowas wie eine Kitapflicht eingeführt." Lanz hakte sofort nach: "Was heißt 'sowas wie eine Kitapflicht'?" Die CDU-Politikerin erklärte: "Sie können eine Kitapflicht nicht einführen. Da müssen Sie unsere Verfassung auf Bundesebene ändern." Dazu sei jedoch eine Zweidrittelmehrheit nötig. Lanz' Fazit fiel konsterniert aus: "Man kriegt als Zuschauer (...) irgendwie einen Frust." Ahmad Mansour bemängelte derweil die fehlende Initiative seitens der Politik: "Das ist eine Frage der Priorität!"

Zum Schluss gerieten vor allem die sozialen Medien ins Visier. Mansour warnte: "Die Stärke der Ränder hat auch mit den sozialen Medien zu tun. Wir verändern gerade die Art und Weise, wie wir kommunizieren, wie wir uns informieren." Sein Urteil: "Die Konsequenz dieser massiven sozialen Mediennutzung ist verheerend!"

Günther-Wünsch widersprach: "Das teile ich nicht ganz. Es gibt unglaublich viele Bundesländer, die tatsächlich diese Handyverbote eingeführt haben." Und: "Zu sagen, die Länder machen gar nichts, da widerspreche ich! Weil da haben wirklich viele die Not erkannt." Mansour blieb jedoch bei seiner Meinung und mahnte eindringlich: "Wir erleben gerade eine Radikalisierungswelle von Minderjährigen! (...) Und das ist etwas, das mir große Sorgen macht."


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