Nahost-Krise
Ölpreise geben nach – doch die Sorge vor neuer Eskalation bleibt
Veröffentlicht:
von Damian Rausch:newstime
Tanker-Angriffe: Ölpreise bleiben hoch
Videoclip • 59 Sek • Ab 12
Die Ölpreise geben zum Wochenschluss leicht nach, bleiben aber auf hohem Niveau. Trumps Drohungen gegen den Iran und die angespannte Lage an der Straße von Hormus sorgen weiter für Unsicherheit.
Das Wichtigste in Kürze
Brent-Öl kostet weiterhin mehr als 93 US-Dollar pro Barrel.
Auf Wochensicht sind die Ölpreise um mehr als fünf Prozent gestiegen.
Trumps Drohungen gegen den Iran verschärfen die Sorgen vor einem knapperen Ölangebot.
Nach dem kräftigen Anstieg der vergangenen Tage sind die Ölpreise am Freitag (21. August) leicht gesunken. Entspannung am Markt bedeutet das allerdings nicht: Auf Wochensicht hat sich Rohöl um mehr als fünf Prozent verteuert. Vor allem die angespannte Lage im Iran-Krieg, die Probleme in der Straße von Hormus und neue Drohungen von US-Präsident Donald Trump treiben die Märkte um.
Brent-Öl kostet mehr als 93 Dollar
Wie "Finanzen.net" berichtet, wurde ein Barrel der Nordseesorte Brent zur Lieferung im Oktober am Freitagmorgen für 93,22 US-Dollar gehandelt. Das waren rund 0,5 Prozent weniger als am Vortag. Damit setzte zunächst eine leichte Gegenbewegung nach den deutlichen Kursgewinnen vom Donnerstag ein.
Am Donnerstag hatte der Ölpreis noch kräftig zugelegt. Laut "Tagesspiegel" war Brent zeitweise auf 94,71 Dollar geklettert und hatte damit den höchsten Stand seit Ende Juli erreicht. Auf Wochensicht steht laut Finanzen.net weiterhin ein Plus von mehr als fünf Prozent.
Auch in den News:
Trumps Drohung sorgt für Unruhe
Hinter dem jüngsten Preissprung stehen auch neue Drohungen von US-Präsident Donald Trump gegen den Iran. Wie der "Tagesspiegel" berichtet, hatte Trump angesichts fehlender Fortschritte bei den Verhandlungen mit Teheran mit einem "Wirtschaftskrieg" gedroht.
Dabei könnten auch Staaten mit wirtschaftlichen Konsequenzen konfrontiert werden, die den Iran weiterhin unterstützen. Besonders im Fokus steht China. Die Volksrepublik ist der größte Handelspartner des Irans und nimmt einen großen Teil der iranischen Ölexporte ab. Die Regierung in Peking warnte die USA laut Tagesspiegel bereits vor weiteren Sanktionen.
Markt wertet Aussagen als Eskalation
Die Aussagen des US-Präsidenten haben die Sorgen vor einer weiteren Verschärfung des Konflikts verstärkt. Der Tagesspiegel zitiert den Analysten Tamas Varga vom Handelshaus PVM Oil Associates mit der Einschätzung, dass Trumps jüngste Drohungen die Ölpreise nach oben treiben. Am Markt würden die Aussagen als Eskalation des schwelenden Konflikts wahrgenommen.
Auch die bereits eingeschränkten iranischen Ölexporte erhöhen den Druck. Nach Angaben von Finanzen.net werden diese durch die Seeblockade der USA stark beeinträchtigt.
Straße von Hormus bleibt entscheidender Faktor
Zusätzlich richtet sich der Blick auf die Straße von Hormus. Die Meerenge gehört zu den wichtigsten Transportrouten für Rohöl aus den Fördergebieten am Persischen Golf und kann derzeit kaum genutzt werden.
"Die Situation an der Straße von Hormus ist festgefahren", sagte Commerzbank-Rohstoffexpertin Barbara Lambrecht laut Finanzen.net. Durch die jüngsten Entwicklungen drohe das verfügbare Ölangebot auf dem Weltmarkt weiter abzunehmen.
Sorge vor knapperem Ölangebot bleibt
Sollten die USA den wirtschaftlichen Druck auf Teheran und dessen Handelspartner weiter erhöhen, könnte noch weniger iranisches Öl auf den Weltmarkt gelangen. Zusammen mit den Einschränkungen in der Straße von Hormus sorgt das weiterhin für Unsicherheit.
Der leichte Preisrückgang am Freitag ändert damit wenig am Gesamtbild: Solange keine Entspannung im Iran-Krieg und an der wichtigen Schifffahrtsroute absehbar ist, dürfte die geopolitische Lage ein entscheidender Faktor für die weitere Entwicklung der Ölpreise bleiben.
Verwendete Quellen:
Tagesspiegel: "Nach Trumps Drohung gegen Iran: Ölpreise klettern auf höchsten Stand seit Ende Juli"
Finanzen.net: "Ölpreise geben nach – Wochenplus bleibt bei mehr als fünf Prozent"
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