Klima
Extremer El Niño könnte 2027 zum Rekordjahr machen
Veröffentlicht:
von Damian Rausch:newstime
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Videoclip • 01:40 Min • Ab 12
Ein außergewöhnlich starker El Niño könnte das Wetter weltweit durcheinanderbringen. Fachleute warnen vor Dürren und Überschwemmungen – und einem möglicherweise rekordwarmen Jahr 2027.
Das Wichtigste in Kürze
El Niño könnte bis Jahresende eine historische Stärke erreichen.
In mehreren Weltregionen drohen Dürren und Überschwemmungen.
2027 könnte mit hoher Wahrscheinlichkeit ein neues Rekordjahr bei den Temperaturen werden.
Ein ungewöhnlich starkes El-Niño-Phänomen baut sich derzeit im Pazifik auf. Fachleute halten es für möglich, dass es bis zum Jahresende eine historische Stärke erreicht. Die Folgen könnten weltweit zu spüren sein: von Dürren und Überschwemmungen bis zu veränderten Wintern. Im Zusammenspiel mit der globalen Erwärmung könnte El Niño außerdem dazu beitragen, dass 2027 zum wärmsten Jahr seit Beginn der Aufzeichnungen wird.
Auch in den News:
Fast 70 Prozent Wahrscheinlichkeit für Rekordstärke
El Niño ist ein natürliches Klimaphänomen, bei dem sich das Oberflächenwasser im zentralen und östlichen tropischen Pazifik überdurchschnittlich stark erwärmt. Dadurch verändern sich Luftströmungen und Niederschlagsmuster in zahlreichen Regionen der Erde.
Wie CNN berichtet, verstärkt sich das aktuelle El Niño derzeit schnell. Bis spätestens Oktober soll es die Schwelle zu einem sogenannten Super-El-Niño erreichen. Die Wahrscheinlichkeit, dass es bis zum Jahresende zum stärksten bislang beobachteten El Niño wird, liegt demnach bei fast 70 Prozent.
Der NOAA-Meteorologe Nat Johnson bezeichnete die mögliche Stärke gegenüber CNN als sehr ungewöhnlich und potenziell einmalig innerhalb eines Menschenlebens. Eine Rekordstärke bedeute allerdings nicht automatisch, dass auch sämtliche Wetterfolgen Rekorde erreichen.
Dürren und Überschwemmungen drohen
Besonders deutlich könnten die Auswirkungen in Regionen rund um den Pazifik ausfallen. Der SRF verweist unter anderem auf mögliche Überschwemmungen in Peru, Ecuador und Nordchile. Gleichzeitig könnten Indonesien und Australien verstärkt unter Trockenheit und Dürren leiden.
Die Folgen können sich jedoch weit über diese Regionen hinaus erstrecken. Ein starkes El Niño kann beispielsweise den indischen Monsun abschwächen. Für Teile Afrikas rechnen Fachleute ebenfalls mit veränderten Niederschlagsmustern – mit Dürren in einigen Regionen und Überschwemmungen in anderen.
El Niño verändert den Winter in den USA
Besonders deutlich dürfte sich das Klimaphänomen laut CNN im kommenden US-Winter bemerkbar machen. El Niño verschiebt typischerweise den Jetstream weiter nach Süden. Dadurch wird es in den nördlichen Teilen der USA häufig wärmer und trockener, während der Süden mit kühlerem und niederschlagsreicherem Wetter rechnen muss.
Die aktuellen Prognosen für Dezember 2026 bis Februar 2027 zeigen bereits typische El-Niño-Muster. Für weite Teile des Nordens werden überdurchschnittliche Temperaturen erwartet. Im Süden steigt dagegen die Wahrscheinlichkeit für mehr Niederschlag. Je nach Temperatur könnten dort auch Schnee, Eisregen und Glätte häufiger auftreten.
2027 könnte außergewöhnlich warm werden
Noch weitreichender könnten die Auswirkungen auf die globalen Temperaturen sein. Der SRF berichtet unter Berufung auf Fachleute, dass die derzeit hohen Meerestemperaturen auf besonders viel Energie im El-Niño-System hindeuten.
Der Umweltphysiker Nicolas Gruber von der ETH Zürich geht demnach davon aus, dass El Niño gemeinsam mit der menschengemachten Klimaerwärmung 2026 und 2027 für außergewöhnlich warme Weltmeere sorgen könnte. In der Folge bestehe eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass 2027 global ein neues Rekordjahr bei den Temperaturen wird.
Sollte El Niño tatsächlich eine bislang nicht beobachtete Stärke erreichen, könnten zudem bisherige Erfahrungswerte für die Auswirkungen weniger zuverlässig werden.
Auch Europa könnte indirekte Folgen spüren
Auf das Wetter in Deutschland und anderen Teilen Europas hat El Niño keinen vergleichbar starken direkten Einfluss. Für das europäische Wettergeschehen sind insbesondere die Bedingungen über dem Nordatlantik entscheidend.
Wirtschaftliche Folgen könnten dennoch auch hier ankommen. Laut SRF haben starke El-Niño-Phasen in der Vergangenheit zu erheblichen Ernteausfällen geführt. Werden wichtige Anbauregionen von Dürren oder Überschwemmungen getroffen, können global gehandelte Lebensmittel wie Weizen, Soja, Zucker, Kaffee oder Kakaoknapper werden. Damit könnte ein außergewöhnlich starkes El Niño letztlich auch für europäische Verbraucher spürbar werden.
Verwendete Quellen:
CNN: "El Niño will upend winter weather in the US. Here’s who will feel it the most"
SRF: "Warum der Erde ein rekordwarmes 2027 bevorsteht"
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