Pkw-Neuzulassungen
Positive Bewegung am Automarkt - Russische Marke steigt ab
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:newstime
E-Auto für fast umsonst?
Videoclip • 05:25 Min • Ab 12
Die Zahlen am deutschen Automarkt zeichnen einen positiven Trend. Besonders E-Autos werden beliebter. Eine Marke allerdings fällt auf null.
Das Wichtigste in Kürze
Die Neuzulassungen für Pkws in Deutschland steigen im März 2026. Besonders Elektroautos erleben einen deutlichen Zuwachs.
Unter den Stromern kann sich Tesla endlich wieder über wachsende Zahlen freuen - das Model Y ist im März das beliebteste E-Auto.
Die russische Marke Lada konnte nicht einen Verkauf vorweisen. Der Hersteller schwächelt auch in Russland.
Der Automarkt in Deutschland kommt wieder in Schwung. Wie aktuelle Zahlen des Kraftfahrt-Bundesamtes (KBA) für März 2026 zeigen, stiegen die Pkw-Neuzulassungen mit 294.161 um 16 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Im ersten Quartal konnte somit ein Plus von 5,2 Prozent verbucht werden.
Während die deutsche Marke Smart mit einem Zuwachs von 189,6 Prozent im März am stärksten abschnitt, bewegt sich ihr Marktanteil mit 0,2 Prozent allerdings immer noch auf den hinteren Rängen. Und obwohl Opel, Audi oder BMW mit zweistelligem Wachstum im vergangenen Monat punkten können, behält VW mit einem Marktanteil von 17,9 Prozent an Neuzulassungen das Zepter in der Hand.
Bei den Importmarken konnten Skoda (+34 Prozent) und Hyundai (+29,5 Prozent) mit fünfstelligen Zulassungszahlen trumpfen. Sowohl BYD als auch Leapmotor konnten sich über Zugewinne über 300 Prozent freuen. Der US-Hersteller Tesla kommt den Zahlen zu Urteilen auch wieder aus seinem Absatztief des vergangenen Jahres heraus. Ein neuer Höchststand von 9.252 zugelassenen Autos (+315,1 Prozent) setzt den Autobauer aus den Staaten gleichauf mit Ford.
E-Automarkt im Aufschwung: Tesla Model Y beliebtester Stromer
Batterieelektrische Fahrzeuge sind mit 66,2 Prozent (70.663 Neuwagen) im Vergleich zu 2025 unabhängig vom Hersteller wieder beliebter bei deutschen Verbraucher:innen. Mit 6.841 zugelassenen Elektroautos des Models Y belegt Tesla in Deutschland zudem den ersten Rang unter den Stromern und sichert sich einen Marktanteil von 9,7 Prozent. Für das gesamte erste Quartal 2026 liegt aber der Skoda Elroq mit insgesamt 10.399 verkauften Modellen auf Platz eins.
Das letzte Mal, dass Tesla einen solchen Erfolg verbuchen konnte, war im Dezember 2024. Über die Gründe für den Einbruch im Hause Tesla wird unter Marktbeobachtern spekuliert. Einige Branchenkenner machten die sinkende Beliebtheit des Tech-Milliardärs Elon Musk im Zuge seiner Berater-Tätigkeiten für US-Präsident Donald Trump verantwortlich. Der Stromer-Boom sei derweil jedoch auf steigende Spritpreise infolge des Iran-Krieges zurückzuführen, sowie auf die neue E-Förderung des Bundes.
Russische Marke Lada ohne Verkäufe: Deutscher Importeur insolvent
Auffällig an der KBA-Statistik für dem Monat März ist außerdem der Einbruch von Käufen der chinesischen Marke Nio (-90 Prozent) und das komplette Ausbleiben des Erwerbens von Fahrzeugen der russischen Marke Lada. Zurückzuführen ist dies unter anderem auf die Insolvenz des deutschen Lada-Importeurs. Nach 25 Jahren musste die Lada Automobile GmbH in Buxtehude und Neu Wulmstorf den Betrieb mit etwa zehn Mitarbeiter:innen einstellen. "Ein Käufer für das seit längerer Zeit in wirtschaftlichen Schwierigkeiten befindliche Unternehmen konnte nicht gefunden werden. Ein bislang identifizierter Insolvenzgrund waren die seit Jahren stark rückläufigen Verkaufszahlen.", hieß es seitens des Insolvenzverwalter gegenüber den "Bild"-Zeitung.
Nicht nur der Pleite des Importeurs ist der Einbruch der Lada-Verkäufe in Deutschland geschuldet. Denn das russische Unternehmen AvtoVAZ, welche die Marke produziert, zog sich bereits wegen strenger Abgasvorschriften aus dem europäischen Markt zurück und schwächelt darüber hinaus auch in Russland.
Krise in Russlands Automobilbranche: Lada-Hersteller AvtoVAZ auch bald insolvent?
Der russische Angriffskrieg auf die Ukraine 2022 und die damit einhergehenden Sanktionen haben die Situation auf dem Automarkt in Russlands deutlich verschärft. Hersteller zogen sich aus Russland zurück, der französische Autobauer Renault verkaufte seine Beteiligungen an AvtoVAZ. Die Lieferketten brachen ein und die Produktion konnte unter anderem wegen fehlender Zulieferungen von beispielsweise Sicherheitssystemen qualitativ nicht mehr entsprechend aufrechterhalten werden.
Hohe Recyclinggebühren, verschärfte Forderungen für Autokredite sowie eine sinkende Kaufkraft führten zu Rückgängen auf dem heimischen Automarkt. Menschen in Russland weichen wegen der angespannten, wirtschaftlichen Situation lieber auf Gebrauchtwagen aus. Die Finanzierungsmöglichkeiten für Unternehmen aber auch russische Verbraucher:innen wurden durch einen hohen Leitzins (derzeit 15 Prozent) erschwert. Zudem verdrängen Importfahrzeuge, besonders aus China, heimische Marken.
Im Jahr 2025 brach der Verkauf von Lada-Fahrzeugen laut russischer Statistikbehörde Avtostat um 25 Prozent ein. Die Produktion der Fahrzeuge im Hauptwerk ging um 40 Prozent zurück. Berichte darüber, dass AvtoVAZ seine Mitarbeiter:innen in Kurzarbeit schicken wolle, heizten die Spekulationen über den schwachen Zustand des Unternehmens weiter an. AvtoVAZ dementierte dies gegenüber russischen Medien: "Solche Falschmeldungen destabilisieren die Lage in den Betrieben und schaden der heimischen Industrie, die sich angesichts beispielloser externer Herausforderungen entwickelt", so das Unternehmen gegnüber der Zeitung "Iswestija"
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