Ab Herbst auch auf Joyn

True Crime mit Verantwortung: Neue Staffel von "XY gelöst" setzt auf Respekt statt Reißerei

Aktualisiert:

von Jacqueline Bittl

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"Aktenzeichen XY" führt zu Festnahme (13. August)

Videoclip • 01:05 Min • Ab 12


Moderator Sven Voss erklärt das Erfolgsrezept der ZDF-Sendung: Keine Gewaltbilder, keine Tränen – aber packende Kriminalfälle, die jahrelang ungelöst blieben.

Die Realität schreibt die brutalsten Geschichten – doch sie muss nicht reißerisch inszeniert werden. Das ist die Überzeugung von Sven Voss, Moderator der ZDF-Sendung "XY gelöst". "Die Realität ist brutal genug", betont er anlässlich der sechsten Staffel, die am 9. September im ZDF-Streaming-Portal startet. Im Fernsehen werden die vier neuen Episoden am 16. September und 25. November jeweils ab 20:15 Uhr als Doppelfolgen ausgestrahlt.


Fesselnde Fälle mit einer Gratwanderung zwischen Authentizität und Respekt

Die neuen Folgen widmen sich Kapitalverbrechen, deren Täter:innen erst nach Jahren gefasst werden konnten. Gleich vier spannende Ermittlungsfälle warten auf die Zuschauer:innen. Darunter: ein brutaler Mord an einer 21-Jährigen, dessen Aufklärung 22 Jahre dauerte.

Weitere Fälle drehen sich um eine Frauenleiche in einem Rollkoffer, die erst nach einem Hinweis aus der Schwestersendung "Aktenzeichen XY... Ungelöst" identifiziert werden konnte, um den Mörder einer Siebenjährigen, der durch ein entscheidendes Detail überführt wurde, und um die Jagd nach einem Serientäter, dem fast 60 Überfälle auf Frauen zugeschrieben werden.

Für Voss ist die Rekonstruktion der Fälle mit nachgestellten Szenen stets eine Gratwanderung. "Wir zeigen keine Gewalt, um Gewalt zu zeigen oder um dem Voyeurismus irgendwie seinen Lauf zu geben", stellt er klar. Gleichzeitig sollen die Verbrechen so realistisch wie möglich dargestellt werden – dazu gehöre auch Brutalität. "Es genügt jedoch, diese anzudeuten, es braucht nicht Tränen von Angehörigen, um zu zeigen, dass Schreckliches passiert ist", erklärt der Moderator.

Die Besuche an Tatorten hinterlassen bei Voss bleibende Eindrücke. "Dann steht man plötzlich in einem Wald und der Ermittler sagt, dass hier die Frauenleiche gefunden wurde und es einen gewissen Verwesungsgeruch gab", schildert er. Das Geschehene werde dadurch sehr plastisch und bewusst – und löse bei ihm ein starkes Gerechtigkeitsempfinden aus.

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"XY gelöst" – mehr als Unterhaltung, ein Appell an die Gesellschaft

Voss' Wunsch ist es, dass "XY gelöst" bei den Zuschauer:innen eine Wirkung entfaltet. "Es ist unsere Rechtsstaatlichkeit, die durch dieses Format abgebildet wird", sagt er. Wenn die Sendung bei Menschen ein Gerechtigkeitsempfinden auslöse und sie dazu bringe, aufmerksamer durchs Leben zu gehen oder sich bei Ungerechtigkeiten zu Wort zu melden, sei schon viel erreicht. "Es ist nicht egal, was mit meinen Mitmenschen passiert", betont der Moderator.

Vielen dürfte Voss eher als Moderator des "Aktuellen Sportstudios" (ZDF) bekannt sein. Er selbst sieht Parallelen zwischen beiden Sendungen: Auch im Sport gehe es um Gerechtigkeit und Ungerechtigkeit – etwa beim Thema Doping. "Fairness im Sport ist ein Ideal", sagt Voss. "Genauso ist es für mich in der Verbrechensbekämpfung ein Ideal, dass es keine Verbrechen mehr gibt. Das werden wir nie erreichen".


Verwendete Quellen:

Nachrichtenagentur dpa

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