Steuererhöhung geplant
Zigaretten bald deutlich teurer - Warnung vor Abwanderung zum Schwarzmarkt
Veröffentlicht:
von Valentin Kronberger:newstime
Streeck fordert höhere Tabaksteuer (16. August)
Videoclip • 01:23 Min • Ab 12
Die Tabakindustrie schlägt Alarm: Eine geplante Steuererhöhung für Zigaretten könnte erhebliche negative Folgen haben. So stark werden die Preise steigen.
Das Wichtigste in Kürze
Die Bundesregierung will mit einer Gesetzesänderung die Steuern auf Tabak erhöhen.
Die Tabakindustrie warnt vor einem wachsenden Schwarzmarkt.
Der Preis für eine durchschnittliche Schachtel Zigaretten könnte auf über elf Euro steigen.
Schlechte Nachrichten für alle Raucher:innen: Bald werden die Preise für Zigaretten drastisch ansteigen. Schuld ist eine Gesetzesänderung, durch die Steuern auf Tabak erhöht werden. Am Donnerstag (15. Oktober) soll das Vorhaben im Bundestag beschlossen werden – ein anschließender Einspruch aus dem Bundesrat ist sehr unwahrscheinlich.
Auch in den News:
So stark werden die Zigarettenpreise steigen
Die Preise werden ab 2027 bis 2030 schrittweise nach oben gehen: Dann könnte eine Schachtel Zigaretten rund vier Euro mehr kosten als aktuell. So werden die durchschnittlichen Preise für eine 20er-Packung steigen:
Aktuell: 8,05 Euro
2027: 9,10 Euro
2028: 9,91 Euro
2029: 10,81 Euro
2030: 11,78 Euro
Markenzigaretten, die derzeit noch unter zehn Euro kosten, könnten schlussendlich bei 14 Euro landen. Auch sparsame Raucher:innen, die ihre Zigaretten selbst drehen, kommen an der Preissteigerung nicht vorbei – Feinschnitt soll ebenfalls deutlich mehr kosten.
Auch Drehtabak wird erheblich teurer
Aktuell ist eine 30-Gramm-Packung Feinschnitt noch für sechs bis acht Euro zu haben und enthält doppelt so viel Tabak wie eine 20er-Zigarettenschachtel. Sie könnte im Jahr 2030 auf zwölf Euro ansteigen.
Vor den erheblichen Preisanstiegen, vor allem beim Drehtabak, warnt Michael von Foerster vom Verband der deutschen Rauchtabakindustrie: "Dadurch werden viele Raucher nicht von legalen Zigaretten auf Feinschnitt umsteigen, sondern von legalen Zigaretten auf illegale Zigaretten – unsere legalen Firmen verlieren Kunden und der Fiskus Steuerzahler, Gewinner ist die organisierte Kriminalität."
Bis zu 4,5 Milliarden Euro mehr Steuereinnahmen
Mit der Gesetzesänderung möchte die Bundesregierung ihre knappen Kassen füllen – und die öffentliche Gesundheit schützen. Im vergangenen Jahr nahm der Staat 17,6 Milliarden Euro an Tabaksteuern ein. Dazu sollen 2027 weitere 1,5 Milliarden Euro durch das Vorhaben kommen. Bis 2030 erwartet sich das Bundesfinanzministerium 4,5 Milliarden Euro zusätzliche Steuereinnahmen.
Die Tabaklobby bezweifelt diese Schätzungen stark. Die Prognosen seien laut einem Sprecher "völlig unrealistische Luftschlösser". Es wird befürchtet, dass Verbraucher:innen sich illegale Zigaretten besorgen oder im EU-Ausland einkaufen. Laut einer Studie des Beratungsunternehmens DIW Econ drohen in Deutschland tatsächlich Schwarzmarkt-Effekte.
Steuererhöhung schützt Gesundheit
Zumindest für die öffentliche Gesundheit könnte die Steuererhöhung hilfreich sein. Krebsforscher:innen hoffen auf eine abschreckende Wirkung hoher Preise. "Eine Tabaksteuererhöhung ist die wirksamste einzelne Maßnahme, um Menschen zum Nichtrauchen zu motivieren", sagt Katrin Schaller vom Deutschen Krebsforschungszentrum.
Verwendete Quellen:
Nachrichtenagentur dpa
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