KI-Boom verteuert Technik
Warum KI Smartphones, Konsolen und Notebooks teurer macht
Veröffentlicht:
von Claudia Scheele:newstime
Europas Elektroschrott birgt Milliarden
Videoclip • 01:07 Min • Ab 12
Künstliche Intelligenz verschärft den Chipmangel für Unterhaltungselektronik. Smartphones, Notebooks und Konsolen könnten teurer werden – während Health-Tech und Klimageräte boomen.
Das Wichtigste in Kürze
Der KI-Boom bindet Chips und Speicher für Rechenzentren, wodurch Smartphones, Notebooks, Konsolen und Gaming-Hardware teurer werden könnten.
Günstige Einstiegsgeräte und weniger gefragte Varianten dürften seltener werden, während leistungsstarke Modelle teilweise längere Lieferzeiten haben können.
Auf der IFA prägen neben KI auch Klimageräte, smarte Ringe, KI-Brillen und humanoide Roboter die wichtigsten Techniktrends.
Der Boom rund um Künstliche Intelligenz verändert den Elektronikmarkt. Weil Rechenzentren große Mengen leistungsfähiger Chips und Speicher benötigen, werden moderne Prozessoren und Speichermodule für klassische Technikgeräte knapper. Das kann für Verbraucher:innen höhere Preise und eine geringere Auswahl bedeuten.
Besonders betroffen sind laut aktuellen Marktzahlen des Marktforschungsunternehmens NIQ Smartphones, Notebooks, PCs, Gaming-Hardware und Spielekonsolen. Viele Hersteller konzentrieren sich deshalb stärker auf beliebte Speichervarianten mit 256 oder 512 Gigabyte und streichen weniger gefragte Modelle. Gerade günstige Einstiegsgeräte könnten dadurch seltener werden.
Kein Lieferstopp – aber mehr Kosten
Von einer Krise wie während der Chipengpässe 2020 geht NIQ-Experte Alexander Dehmel derzeit nicht aus. Ein vollständiger Lieferstopp sei nicht zu erwarten. Geräte mit hoher Rechenleistung oder besonders großem Speicher könnten jedoch teurer werden oder zeitweise nur mit längeren Wartezeiten verfügbar sein.
Für Käufer:innen heißt das: Wer in diesem Jahr neue Technik benötigt, sollte Preise besonders genau vergleichen. Der KI-Boom sorgt zwar für neue Funktionen in vielen Geräten, erhöht aber zugleich den Druck auf die Lieferketten. Hersteller geben steigende Kosten für Chips und Speicher zunehmend an Kund:innen weiter.
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Smarte Ringe und KI-Brillen wachsen
Ein weiteres Trendthema ist Health-Tech. Der deutsche Markt für Wearables erzielte im ersten Halbjahr 2026 knapp 400 Millionen Euro Umsatz. Rund 1,8 Millionen Geräte wurden verkauft, ein Plus von 4,2 Prozent. Viele Menschen nutzen Smartwatches und Fitnessarmbänder inzwischen als digitales Gesundheits-Cockpit für Daten zu Schlaf, Herzfrequenz, Stresslevel oder Sauerstoffsättigung.
Besonders stark wachsen smarte Ringe. Ihr Absatz stieg laut NIQ im ersten Halbjahr um 122,7 Prozent, der Umsatz um 86,6 Prozent. Der durchschnittliche Verkaufspreis liegt bei rund 290 Euro. Auch KI-Brillen mit Kamera- und Audiofunktionen legen zu, doch Datenschutzbedenken bremsen den breiten Durchbruch. Ihre Verkaufszahlen verdreifachten sich zwar auf mehr als 12.000 Geräte, doch viele Menschen sorgen sich um mögliche heimliche Aufnahmen.
Verwendete Quellen:
Nachrichtenagentur dpa
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