Tarifkonflikt mit Folgen
Warnstreiks in NRW: Nahverkehr an vier Tagen betroffen
Veröffentlicht:
von Jana Wejkum:newstime
Erneut ÖPNV-Warnstreiks in mehreren Bundesländern
Videoclip • 01:25 Min • Ab 12
In Nordrhein-Westfalen geht an mindestens zwei Tagen nichts im öffentlichen Nahverkehr. An zwei weiteren Tagen streiken Kundenservice und Werkstätten. Die wichtigsten Fragen und Antworten rund um die Streiks.
Fahrgäste in Nordrhein-Westfalen müssen von Montag (16. März) bis Donnerstag (19. März) mit starken Einschränkungen im öffentlichen Nahverkehr rechnen. Die Gewerkschaft Verdi hat in ganz NRW zum Streik aufgerufen.
Am Montag streiken Beschäftigte in den Kundenzentren und der Verwaltung, am Dienstag und Donnerstag stehen vielerorts Busse und Bahnen still. Am Mittwoch legen Beschäftigte der Werkstätten ihre Arbeit nieder.
Die wichtigsten Informationen zu den Streiks:
Welche Kundenzentren werden am Montag bestreikt?
Den Start machen am Montag Kundenzentren in 14 Nahverkehrsbetrieben. Verdi gibt an, dass unter anderem die KVB (Köln), die Rheinbahn (Düsseldorf) und die DSW (Dortmund) betroffen sind.
Welche Verkehrsbetriebe in NRW sind vom Streik am Dienstag und Donnerstag betroffen?
Verdi hat in NRW landesweit zum Warnstreik aufgerufen. Die Gewerkschaft gibt an, dass die "Busse und Straßenbahnen in allen Regionen NRWs von der frühesten Frühschicht bis zur spätesten Spätschicht weitgehend stillstehen" werden. Einige der Verkehrsbetriebe sind davon ausgenommen:
Wupsi in Leverkusen
Bahnen der Stadt Monheim
Stadtbus Gütersloh
Stadtwerke Münster
Stadtwerke Hamm
Aseag in Aachen (nicht Teil des Tarifkonflikts)
Auch am Donnerstag (19. März) soll laut Verdi "in den meisten kommunalen ÖPNV-Unternehmen der Verkehr vollständig zum Erliegen kommen". Dann gibt es auch Streiks in mehreren Bundesländern: Bayern, dem Saarland, Brandenburg, Nordrhein-Westfalen und Hamburg, sowie möglicherweise in Hessen und Bremen.
Worum geht es beim Streik am Mittwoch?
Am Mittwoch (18. März) legen Beschäftigte in Werkstätten der kommunalen Nahverkehrsunternehmen in Nordrhein-Westfalen ihre Arbeit nieder. Das bedeutet, dass Arbeiten an Fahrzeugen und zur Instandhaltung nicht durchgeführt werden. Diese Arbeiten sind notwendig, um einen zuverlässigen Betrieb sicherzustellen.
Womit kann ich während des Streiks in NRW noch fahren?
S-Bahnen und Regionalzüge sind nicht vom Tarifkonflikt betroffen und innerhalb der Städte nutzbar. Einige Busse privater Subunternehmen sind erfahrungsgemäß trotz des Streiks im Einsatz. Der ADAC rät, Fahrgemeinschaften zu bilden oder auf Sharing-Angebote für Fahrräder und E-Scooter zurückzugreifen.
Müssen Kinder trotz Streiks in die Schule?
Das Schulministerium in NRW weist darauf hin, dass die Schulpflicht bei Warnstreiks gilt: "Bei im Vorfeld angekündigten Ereignissen wie einem Streik des öffentlichen Nahverkehrs besteht die Verpflichtung zur Teilnahme am Unterricht auch weiterhin."
Warum streiken die Beschäftigten im Nahverkehr?
Im Tarifkonflikt geht es darum, die Arbeitsbedingungen der etwa 30.000 Beschäftigten in rund 30 kommunalen Verkehrsbetrieben in NRW zu verbessern. In den vergangenen Monaten hat es bereits mehrmals Streiks in vielen Bundesländern gegeben. Bundesweit verhandelt Verdi für insgesamt knapp 100.000 Beschäftigte in 150 Unternehmen. In manchen Bundesländern geht es auch um die Löhne und Gehälter der Beschäftigten, nicht jedoch in NRW.
Verdi NRW fordert, die wöchentliche Arbeitszeit von 39 auf 37 Stunden bei vollem Lohnausgleich zu verkürzen. Die Ruhezeit zwischen Schichten soll um eine Stunde auf elf Stunden steigen. Statt 25 Prozent Aufschlag für Sonntagsarbeit fordert die Gewerkschaft mindestens 40 Prozent. Verdi will damit "die hohe Belastung und Fluktuation im ÖPNV reduzieren und die Attraktivität der Arbeitsplätze stärken".
Auch in den News:
Ist eine baldige Einigung in Sicht?
In den bislang zwei Verhandlungsrunden kam es bislang zu keiner Einigung. Laut Verdi werde genau dort gestreikt, "wo Verhandlungen feststecken". Das sei in Nordrhein-Westfalen der Fall. Der dortige Kommunale Arbeitgeberverband wirft Verdi vor, bei ihren Forderungen die desolate Finanzlage der Verkehrsbetriebe nicht zu berücksichtigen. Es gebe bereits attraktive Arbeitsplätze im Nahverkehr und die Tarif- und Entgeltbedingungen hätten sich schon deutlich verbessert.
Verwendete Quellen:
Nachrichtenagentur dpa
Verdi NRW: "Warnstreiks im Nahverkehr: Verwaltung, Kundenzentren und Fahrdienst betroffen"
Verdi NRW: "Tarifrunde ÖPNV: ver.di ruft in NRW zu Warnstreiks am Mittwoch und Donnerstag auf"
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