Tatmotiv unklar
Zwei Verletzte bei Messerattacke in London – Starmer verurteilt "antisemitischen Angriff"
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von dpaErst vor wenigen Wochen kam es in derselben Region in London zu einem antisemitischen Brandanschlag.
Bild: Jamie Lashmar/PA Wire/dpa
Blutiger Vorfall in England: In einem jüdisch geprägten Viertel werden zwei Männer bei einem Messerangriff schwer verletzt. Premier Starmer spricht von Antisemitismus, die Anti‑Terror‑Einheit ermittelt.
Das Wichtigste in Kürze
Bei einem mutmaßlich antisemitischen Messerangriff im Londoner Stadtteil Golders Green sind zwei jüdische Männer verletzt worden.
Ein 45‑jähriger Tatverdächtiger wurde festgenommen, die Anti‑Terror‑Einheit ermittelt.
Premierminister Keir Starmer spricht von einem Angriff auf die jüdische Gemeinschaft.
Bei einem mutmaßlich antisemitischen Messerangriff in London sind zwei Menschen verletzt worden. Das bestätigte der britische Premierminister Keir Starmer in einer Mitteilung auf X. Einem BBC-Bericht zufolge handelt es sich um zwei Menschen jüdischen Glaubens, die mit schweren Verletzungen behandelt werden mussten. Der Vorfall spielte sich im stark jüdisch geprägten Stadtviertel Golders Green ab.
45-Jähriger festgenommen, Tatmotiv unklar
Ein mutmaßlicher Angreifer wurde festgenommen, wie die Polizei mitteilte. Es handelt sich demnach um einen 45-jährigen Mann. Die Polizei machte zunächst keine Angaben zu dem möglichen Tatmotiv. Die Staatsbürgerschaft des Mannes und sein Hintergrund seien Inhalt von Ermittlungen, hieß es lediglich. Diese werden demnach von der Anti-Terror-Einheit geleitet, "um die ganzen Umstände und mögliche Terrorismusverbindungen aufzuklären", so die Mitteilung weiter.
Bei den beiden Opfern handelt es sich laut Polizei um zwei Männer, einer davon sei zwischen 30 und 40, der andere zwischen 70 und 80 Jahre alt. Beide seien im Krankenhaus und in einem stabilen Zustand.
"Der antisemitische Angriff in Golders Green ist zutiefst entsetzlich. Angriffe auf unsere jüdische Gemeinschaft sind Angriffe auf Großbritannien", so die Mitteilung von Regierungschef Starmer. Die Verantwortlichen würden zur Rechenschaft gezogen werden, kündigte der Labour-Politiker an.
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Londons Bürgermeister Sadiq Khan schrieb, die jüdische Gemeinschaft in der britischen Hauptstadt sei zum Ziel einer Reihe von schockierenden antisemitischen Angriffen geworden. "Es darf absolut keinen Platz für Antisemitismus in der Gesellschaft geben." Die Londoner Polizei habe ihre Präsenz in dem betroffenen Gebiet erhöht.
Khan dankte den Rettungskräften und einer Nachbarschaftsinitiative "für ihre rasche Reaktion auf diesen fürchterlichen Vorfall".
Auch in den News:
Videos zur Festnahme kursieren im Netz
Britische Medien berichteten über noch unbestätigte Videos zu dem Vorfall, die in sozialen Medien kursieren. Dabei ist etwa zu sehen, wie ein auf dem Bauch liegender Mann von mehreren Personen fixiert wird. Auf anderen Aufnahmen, die den mutmaßlichen Tatort zeigen sollen, sind wiederum zahlreiche Krankenwagen und auch Polizeibeamt:innen zu sehen.
Die Abgeordnete Sarah Sackman, in deren Wahlkreis Golders Green liegt, verurteilte den Vorfall in einer Mitteilung auf der Plattform X ebenfalls als antisemitisch: "Die Angriffe auf britische Juden sind ein Angriff auf Großbritannien selbst. Es ist unerhört, dass Juden auf diese Weise angegriffen werden", so die Labour-Abgeordnete.
Weitere Angriffe auf jüdische Einrichtungen
Zuletzt kam es in London zu mehreren Angriffen auf jüdische Einrichtungen, oft handelte es sich dabei um Brandanschläge. Erst vor wenigen Wochen waren etwa vier Krankenwagen des jüdischen Rettungsdienstes Hatzola in Golders Green bei einem antisemitisch motivierten Brandanschlag zerstört worden. Mehrere Verdächtige wurden angeklagt.
Die beiden bei dem Messerangriff verletzten Männer werden laut BBC von Hatzola behandelt. Die Organisation wird von Freiwilligen betrieben und bietet kostenlose Krankentransporte und Notfallhilfe an. Auch eine jüdische Nachbarschaftsinitiative soll maßgeblich an der Festnahme beteiligt gewesen sein.
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