Marke: Dithmarscher Geflügel
Tierquälerei-Vorwurf: Edeka, Kaufland und Rewe nehmen Fleischprodukte aus dem Sortiment
Veröffentlicht:
von Michael ReimersGänse stehen auf einer Weide im Nordharz bei Veckenstedt.
Bild: Matthias Bein/dpa
Bis die Vorwürfe gegen einen Brandenburger Schlachtbetrieb wegen Tierquälerei aufgeklärt sind, haben drei große Lebensmittelketten vorübergehend einen Lieferstopp für Gänse- und Entenfleisch des Herstellers verhängt.
Das Wichtigste in Kürze
Edeka, Rewe und Kaufland haben vorübergehend die Lieferung von Fleischprodukten eines Brandenburger Herstellers gestoppt.
Grund ist der Vorwurf der Tierquälerei gegen einen Geflügelbetrieb in der Brandenburger Gemeinde Seddiner See im Kreis Potsdam-Mittelmark.
Die Tierrechtsorganisation Aninova hatte aufgrund von Videomaterial aus der Schlachterei Strafanzeige erstattet.
Nach den Vorwürfen der Tierrechtsorganisation Aninova, dass in einem Geflügelbetrieb im Bundesland Brandenburg Gänse gequält würden, haben drei große Lebensmittelketten Konsequenzen gezogen. Die Belieferung mit Fleischprodukten des Herstellers aus der Gemeinde Seddiner See (Kreis Potsdam-Mittelmark) werde vorerst eingestellt, bis die Vorwürfe vollständig aufgeklärt sind, meldet "Focus Online". Bereits angelieferte Ware solle zwar noch verkauft werden, jedoch würden keine neuen Produkte mehr bestellt.
"Wir nehmen die genannten Vorwürfe sehr ernst", zitiert der Bericht aus einer Stellungsnahme von Rewe. Darin heißt es: "Die Rewe Group toleriert grundsätzlich keine Verstöße gegen den Tierschutz – ganz gleich, ob diese von einem Lieferanten oder einer von ihm beauftragten Firma begangen wurden. Wir haben die Lieferbeziehung bis auf Weiteres gestoppt. Wir fordern weiterhin eine lückenlose Aufklärung und konkrete Maßnahmen, die derlei Tierschutzverstöße in der Lieferkette des Lieferanten zukünftig verhindern."
"Erschreckendes Bildmaterial" aus Geflügelbetrieb
Vor einer Woche hatte Aninova nach eigenen Angaben "erschreckendes Bildmaterial" aus dem Geflügelschlachthof veröffentlicht, in dem Tiere für die Marke "Dithmarscher-Geflügel" geschlachtet werden. "Dass große Handelsunternehmen nun reagieren und die Belieferung zumindest vorläufig stoppen, ist ein wichtiger Schritt, " sagte Jan Peifer, Vorstandsvorsitzender der Tierrechtsorganisation, dem Portal. Dieser sei notwendig und richtig "Wer Tierquälerei ernsthaft ablehnt, muss Konsequenzen ziehen – alles andere wäre unglaubwürdig."
Lieferstopp für Marke "Dithmarscher-Geflügel"
Das umfangreiche Bildmaterial aus dem Geflügelschlachthof der Lorenz Marken Geflügel GmbH & Co. KG in Brandenburg soll massive Misshandlungen von Gänsen und Enten im Zeitraum zwischen dem 8. November und dem 5. Dezember 2025 zeigen. Wie es im Bericht heißt, dokumentieren die Aufnahmen einen rohen und respektlosen Umgang mit lebenden Tieren. Diese würden unter anderem geschlagen, gewürgt oder grob an Hals und Kopf gezogen. Das Bildmaterial sei Aninova zugespielt worden. Daraufhin habe die Tierschutzorganisation Strafanzeige erstattet.
Inzwischen liegen Aninova eigenen Angaben zufolge weitere Aufnahmen vor, die derzeit fachlich ausgewertet würden. Dieses zusätzliche Bildmaterial deute darauf hin, dass nicht nur einzelne Personen, sondern mehrere Mitarbeitende wiederholt und an unterschiedlichen Tagen an den dokumentierten Übergriffen beteiligt waren.
Fristlose Kündigung wegen Tierquälerei
Wie die Deutsche Presse-Agentur (dpa) meldet, ist gegen einen Mitarbeiter, der im Video bei einem tierschutzwidrigen Umgang mit einzelnen Tieren zu erkennen ist, eine fristlose Kündigung ausgesprochen worden. Das teilte Geschäftsführer Miko Pabel mit. Ein zweiter Mitarbeiter sei arbeitsrechtlich verwarnt worden und dürfe einen bestimmten Bereich des Betriebs nicht mehr betreten.
Wir distanzieren uns mit allem Nachdruck von einem derartigen Umgang mit Tieren, wie er auf den Videoaufnahmen zu sehen ist", so Pabel. Auch das Unternehmen werde "Strafanzeige gegen Verantwortliche" stellen. "Das schließt eine mögliche Strafanzeige gegen Verantwortliche der Tierrechtsgruppe ausdrücklich mit ein, falls sich die Anhaltspunkte in diese Richtung verdichten." Zudem werde das Unternehmen eine Kameraüberwachung im Lebendtierbereich installieren, so der Geschäftsführer weiter zu dpa.
Es werde geprüft, wie es zu den Videoaufnahmen kommen konnte und ob gezielt Aktivist:innen eingeschleust worden seien, sagte der Geschäftsführer weiter zu dpa. Der Schlachtbetrieb werde zuverlässig geführt und regelmäßig kontrolliert. Einen Vorwurf von Aninova, dass eine Vielzahl von Mitarbeiter:innen an Misshandlungen von Tieren beteiligt gewesen seien, wies Pabel zurück.
Verwendete Quellen:
presseportal.de: Pressemitteilung von Anonova vom 19.12.2025
"Focus Online": "Brandenburg – Tierquälerei in Geflügelschlachthof aufgedeckt: So reagieren Edeka, Kaufland und Rewe"
Nachrichtenagentur dpa
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