Milliardenschulden beim TV-Sender
Teleshopping-Gigant QVC ist insolvent
Aktualisiert:
von Joachim Vonderthann:newstime
Insolvenz: Was bedeutet das für Unternehmen?
Videoclip • 01:15 Min • Ab 12
Der US-Mutterkonzern des Teleshopping-Senders QVC ist in die Insolvenz gerutscht – mit Schulden in Milliardenhöhe. Wie geht es mit dem deutschen TV-Ableger weiter?
Das Wichtigste in Kürze
Die US-Muttergesellschaft von QVC ist mit rund 6,6 Milliarden US-Dollar Schulden in die Insolvenz gegangen.
Der Teleshopping-Pionier will seine Schulden deutlich senken und setzt dazu verstärkt auf Livestream-Verkäufe über TikTok.
Das müssen Kund:innen von QVC Deutschland jetzt wissen.
Der Teleshopping-Pionier QVC steht vor einem tiefgreifenden Umbruch. Die US-Firmengruppe hinter dem bekannten Shopping-Sender hat ein Insolvenzverfahren beantragt. Grund sind massive Schulden in Höhe von rund 6,6 Milliarden US-Dollar, also etwa 5,6 Milliarden Euro, wie "Bild" berichtet. Jahrzehntelang funktionierte das Geschäftsmodell: Den Fernseher einschalten, sich stundenlang von Dauerwerbesendungen berieseln lassen und dann per Telefon nützliche oder auch unnützliche Produkte wie Schmuck, Kosmetik oder Kleidung bestellen.
Doch die Zeiten haben sich geändert. Schon seit 2017 steckt das Unternehmen in der Krise. Damals fusionierte QVC mit dem ebenfalls schwächelnden Konkurrenzsender Home Shopping Network (HSN). Doch Kund:innen kaufen inzwischen lieber auf großen Online-Plattformen oder direkt in Livestreams auf Social Media.
Nicht nur QVC: Auch andere Teleshopping-Sender mit Probleme
Die Probleme treffen nicht nur QVC in den USA. Auch in Europa geraten dem Bericht nach Teleshopping-Sender zunehmend unter Druck. In Deutschland meldete der Sender Channel21 im März nach 25 Jahren Betrieb Insolvenz an. In Österreich gab MediaShop das Geschäft auf und verschwand vom Bildschirm. Die klassische Dauerwerbesendung im Fernsehen verliert an Bedeutung, weil immer mehr Menschen online shoppen.
Trotz der hohen Schulden versucht die QVC-Gruppe, Zuversicht zu verbreiten. Das Unternehmen betont, dass es weiterhin zahlungsfähig sei. Laut eigener Aussage verfügt der Konzern über mehr als 1 Milliarde US-Dollar an Liquidität. Händler:innen und Mitarbeiter:innen sollen weiterhin bezahlt werden. Das Geschäft werde nicht eingestellt, sondern im Rahmen des Insolvenzverfahrens neu aufgestellt, hieß es.
QVC setzt verstärkt auf TikTok
Ein zentrales Ziel der Restrukturierung ist es, die Schulden deutlich zu senken: Von derzeit 6,6 Milliarden US-Dollar sollen sie auf etwa 1,3 Milliarden Dollar gedrückt werden. Dafür will QVC sein Geschäftsmodell modernisieren und stärker auf digitale Verkaufskanäle setzen. Eine wichtige Rolle spielen dabei Livestream-Verkäufe, etwa über TikTok Shop.
Geschäftsführer David Rawlinson beschreibt die neue Strategie laut "Bild" so: "Letztes Jahr haben wir uns zu einem der Top-Verkäufer auf TikTok Shop US entwickelt und gleichzeitig unser Geschäft auf Streaming-Plattformen und anderen Plattformen ausgebaut." Nach Angaben des Unternehmens hat QVC in den USA bereits fast eine Million neue Kund:innen hinzugewonnen. Zudem gebe es rund 1,5 Millionen aktive Nutzer:innen auf den neuen Streaming-Plattformen QVC+ und HSN+.
Weitere Meldungen zu Insolvenzen:
Worauf müssen sich deutsche QVC-Kund:innen einstellen?
Wichtig für Zuschauer:innen in Deutschland: Das Insolvenzverfahren betrifft nur die US-Unternehmensgruppe. QVC Deutschland gehört zur QVC Handel S.à r.l. & Co. KG und ist eine eigenständige Firma. Für deutsche Kund:innen soll sich deshalb vorerst nichts ändern. Die TV-Sender bleiben weiter auf Sendung. Zusätzlich können Produkte wie gewohnt über die Internetseiten und in Livestreams gekauft werden.
Vom Unternehmen heißt es dazu laut "dwdl.de": "Die weltweiten Geschäftsaktivitäten des Unternehmens laufen wie gewohnt weiter – einschließlich der kundenorientierten Aktivitäten in Großbritannien, Deutschland, Japan und Italien – und die Zahlungen an Lieferanten und Zulieferer erfolgen in all diesen Regionen wie gewohnt."
Verwendete Quellen:
Bild: "Teleshopping-Riese QVC meldet Insolvenz an"
DWDL: "Insolvenz: Auch Teleshopping-Pionier QVC geht in die Knie"
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