Stihl-Geschichte
46 Kilogramm, sechs PS: Mit dieser Motorsäge wurde Stihl international bekannt
Veröffentlicht:
von Claudia Frickel:newstime
Firma Stihl: Vom Ein-Mann-Betrieb zum Weltmarktführer
Videoclip • 01:50 Min • Ab 12
46 Kilogramm schwer, sechs PS stark und nur zu zweit bedienbar: Die erste benzinbetriebene Motorsäge von Stihl war 1929 alles andere als handlich. Trotzdem wurde sie zum Verkaufsschlager. Sie machte das kleine Unternehmen aus Stuttgart international bekannt.
Als die "Baumfällmaschine Typ A" 1929 auf den Markt kam, war das Fällen und Zerteilen von Bäumen noch weitgehend Handarbeit. Waldarbeiter bearbeiteten die Stämme mit Äxten und Zugsägen. Das war nicht nur mühsam, sondern auch zeitaufwendig und körperlich anstrengend. Der Ingenieur Andreas Stihl wollte diese Arbeit mit einer motorbetriebenen Säge erleichtern.
Aus heutiger Sicht wirkt die "Baumfällmaschine Typ A" wenig praktisch: Weil sie mit 46 Kilogramm sehr schwer war, mussten zwei Männer Hand anlegen. Doch damals "revolutionierte sie die Arbeit im Forst und in der Natur", heißt es bei Stihl. Die Kettensäge wurde mit Benzin betrieben: Damit ließ sie sich überall einsetzen – auch ohne Stromquelle.
Stihl bringt 1929 die erste eigene tragbare Benzinmotorsäge auf den Markt. Die "Baumfällmaschine Typ A" musste von zwei Männern bedient werden.
Bild: Stihl
Die "Typ A" wurde zum ersten großen Exporterfolg von Stihl. Die Sägen wurden dem jungen Unternehmen "aus den Händen gerissen", sagte Andreas Stihl später laut "Börse Online". Er exportierte die Sägen in großen Stückzahlen ins Ausland. Zu den Abnehmern gehörten unter anderem Russland, Kanada und die USA. Die Firma aus Baden-Württemberg wurde damit international bekannt.
Motorsägen werden immer leichter
Der Erfolg der Baumfällmaschine spornte Andreas Stihl und seine Mitarbeiter:innen an, die Technik weiterzuentwickeln. Es ging nicht nur darum, die Leistung zu verbessern, sondern auch das Gewicht wurde immer weiter reduziert.
Die elektrische Säge "Liliput" wog rund 25 Kilogramm – also knapp halb so viel wie die "Typ A". 1933 war sie das erste Modell von Stihl, das nur von einer Person bedient werden konnte.
1959 erschien die "Contra", die ebenfalls ein Exportschlager war. Die Benzin-Motorsäge mit sechs PS brachte nur noch zwölf Kilogramm auf die Waage. Sie war laut Stihl die erste getriebelose Motorsäge – und verhalf dem Unternehmen zum internationalen Durchbruch. Mit ihr konnten Forstbetriebe ihre Produktivität um 200 Prozent steigern, heißt es bei dem Anbieter.
Seit 1971 sind Stihl-Motorsägen die meistverkauften der Welt – und deutlich leichter: Eine moderne Stihl MS 500i wiegt nur noch 6,2 Kilogramm. Damit hat sie rund 87 Prozent weniger Gewicht als die "Baumfällmaschine Typ A".
Auch in den News:
Verwendete Quellen:
Newstime: "Andreas Stihl: Vom Ein-Mann-Betrieb zum Weltmarktführer bei Motorsägen"
Firmen-Webseite von "Stihl"
Börse Online: "Andreas Stihl: Von der ersten Motorsäge zum Weltmarktführer"
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