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PlayStation-Boykott gescheitert: Protest gegen Disc-Aus ohne Wirkung

Aktualisiert:

von Joachim Vonderthann

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Videoclip • 01:36 Min • Ab 12


Eine Woche lang sollten PlayStation-Fans ihre Konsolen ausgeschaltet lassen, um gegen Sonys geplantes Ende physischer Datenträger zu protestieren. Jetzt hat ein Branchenanalyst die Nutzer:innen-Zahlen ausgewertet.

Das Wichtigste in Kürze

  • Der einwöchige "PlayStation Blackout" Ende August sollte gegen Sonys geplantes Disc-Aus bis 2028 protestieren.

  • Laut einem Branchenanalysten gab es in den USA aber keinen messbaren Rückgang der PlayStation-Nutzung.

  • Für das Scheitern des Protestaufrufs gibt es wohl gleich mehrere Gründe.

Der angekündigte PlayStation-Boykott gegen das geplante Ende physischer Datenträger ist offenbar wirkungslos geblieben. Ende August hatten Nutzer:innen dazu aufgerufen, ihre Sony-Konsolen für sieben Tage nicht zu verwenden. Die Aktion trug den Namen "PlayStation Blackout" und richtete sich gegen Sonys Plan, die Produktion physischer Datenträger für Konsolen bis 2028 einzustellen.

Ziel der Organisator:innen war es, Sony mit einem zeitweisen Verzicht auf die PlayStation-Hardware zum Umdenken zu bewegen. In sozialen Netzwerken erhielt der Boykott viel Aufmerksamkeit. In den tatsächlichen Nutzungsdaten spiegelte sich der Protest jedoch laut WinFuture aber nicht wider.

Trotz Boykott-Aufrufs gegen Sony legten die Gamer:innen die Controller ihrer PlayStations nicht aus der Hand.

Bild: Zacharie Scheurer/dpa-tmn


Auch in den News:

US-Daten zeigen keinen PlayStation-Rückgang

Branchenanalyst Mat Piscatella verwies dem Bericht zufolge auf Daten des Marktforschungsunternehmens Circana. Demnach gab es im Zeitraum vom 23. bis 30. August keine nennenswerten Veränderungen bei den Spielerzahlen auf PlayStation-Konsolen.

Die breite Mehrheit der Nutzer:innen habe ihr Spielverhalten während der Boykottwoche offenbar nicht verändert. Damit blieb die Aktion weit hinter ihrem Anspruch zurück, wirtschaftlichen oder öffentlichen Druck auf Sony auszuüben.

WinFuture nennt mehrere mögliche Gründe für das Scheitern. Zum einen war der Protest auf nur eine Woche begrenzt. Zum anderen fiel er in eine Zeit mit hoher Aufmerksamkeit für die Spielebranche: Während der Gamescom 2026 und nach neuen Trailern zu stark erwarteten Titeln wie "Grand Theft Auto 6" nutzten viele Spieler:innen offenbar weiterhin ihre Konsolen und den digitalen PlayStation-Store.

Sony-Finanzchef Lin Tao hatte sich schon im Vorfeld unbeeindruckt von möglichen Boykotten oder Kündigungen von PlayStation-Plus-Abos gezeigt. Sony spüre derzeit keine Auswirkungen auf das Geschäft, hatte er betont.

Disc-Aus soll Kosten senken

Der Wechsel zu einem vollständig digitalen Vertrieb hätte für Sony wirtschaftliche Vorteile, wie WinFuture weiter berichtet. Der Konzern könnte Ausgaben für Presswerke, Lagerung und Logistik physischer Spiele reduzieren. Gleichzeitig erhöht der direkte Verkauf über den eigenen digitalen Store laut WinFuture die Gewinnmarge pro Titel.

Aktuell verkauft Sony über den Handel weiterhin digitale Spiele in Form gedruckter Codes. Der grundsätzliche Trend der Branche gehe aber klar in Richtung digitaler Distribution.

Konkurrent Microsoft verfolgt bei Xbox teilweise einen anderen Ansatz. Dort bleiben Abwärtskompatibilität und die Digitalisierung älterer physischer Spiele wichtige Bestandteile des Konzepts.



Verwendete Quellen:

WinFuture: "PlayStation-Boykott floppt: Sony-Fans rebellieren voll ins Leere"

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