30 Produkte

Olivenöl bei Öko-Test: Viele "nativ extra"-Produkte fallen krachend durch

Aktualisiert:

von Max Strumberger

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Olivenöl-Test: Nur 4 von 25 sind gut

Videoclip • 01:39 Min • Ab 12


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Die Regale sind voll mit "nativ extra" – doch wie viel Spitzenklasse steckt wirklich in den Flaschen? Öko-Test hat 30 Olivenöle untersucht und dabei erschreckende Mängel entdeckt.

Das Wichtigste in Kürze

  • Wer im Supermarkt bei Olivenöl zu "nativ extra" greift, erwartet Spitzenqualität.

  • Ein aktueller Labortest von Öko-Test erschüttert dieses Vertrauen: Ranzige Aromen, Pestizid-Cocktails und Mineralölrückstände finden sich in zahlreichen Olivenölen.

  • Einige hätten das Top-Label nie tragen dürfen.

In deutschen Supermärkten tragen fast alle Olivenöle stolz das Label "nativ extra" – die höchste EU-Güteklasse für fehlerfreie Öle. Ein aktueller Test von Öko-Test zeigt nun: Von 30 untersuchten Produkten im mittleren Preissegment, darunter 18 Bio-Öle, erfüllen etliche diese Qualitätsversprechen nicht. Sieben Öle fallen mit "mangelhaft" durch, nur zwei schneiden insgesamt "sehr gut" ab.

Die Prüfer:innen ließen die Öle von einem anerkannten Olivenöl-Panel sensorisch bewerten. Laut EU-Regeln darf ein "nativ extra"-Öl keine Fehler im Geruch oder Geschmack aufweisen. Dennoch fanden die Expert:innen in mehreren Produkten deutliche Fehlnoten wie "ranzig", "stichig" oder "schlammig" – darunter auch hochpreisige Bio-Öle. Öko-Test kommt zu dem Schluss, dass sieben der 30 Öle nicht als "nativ extra" hätten verkauft werden dürfen, sondern nur als "nativ".


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Hochproblematische Stoffe gefunden

Auch chemisch geben viele Produkte Anlass zur Sorge. Das Labor wies in allen Ölen mindestens Spuren von gesättigten Mineralölkohlenwasserstoffen (MOSH/MOSH-Analoga) nach, die sich im menschlichen Körper anreichern. In einigen Fällen fanden sich zudem aromatische Mineralölkohlenwasserstoffe (MOAH) in erhöhten Gehalten – eine Stoffgruppe, unter der sich auch möglicherweise krebserregende und erbgutschädigende Verbindungen befinden können. Zusätzlich beanstandet Öko-Test den Weichmacher Dibutylphthalat (DBP), der trotz EU-Beschränkungen noch über Übergangsregelungen in die Öle gelangen kann.

Ein weiteres Problem ist die starke Pestizidbelastung. Bis auf wenige Ausnahmen wiesen fast alle konventionellen Öle und mehrere Bio-Produkte Rückstände mehrerer Pflanzenschutzmittel auf; im Negativfall wurden bis zu sechs Wirkstoffe in einem Öl gefunden. Besonders kritisch sieht Öko-Test die Kombination dieser Mittel und verweist auf unzureichend erforschte Wechselwirkungen im Körper. In konventionellen Ölen tauchen zudem Pestizide auf, die als "besonders bedenklich" gelten, etwa Wirkstoffe, die zu langlebigen PFAS-Abbauprodukten wie Trifluoressigsäure (TFA) führen und das Grundwasser belasten.

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Das sind die Testsieger

Trotz der harten Kritik gibt es auch positive Ausnahmen: Zwei Bio-Olivenöle erreichen im Gesamturteil "sehr gut", drei Produkte liefern ein "sehr gutes" Sensorik-Ergebnis. Zu den Testsiegern zählen unter anderem das Rapunzel Olivenöl nativ extra aus Italien sowie ein Bio-Olivenöl von Aldi. Hersteller wie Norma reagieren bereits auf das schlechte Abschneiden einzelner Produkte und nehmen belastete Öle aus dem Sortiment. Öko-Test fordert strengere gesetzliche Vorgaben für Mineralölgrenzwerte und eine konsequentere Qualitätskontrolle entlang der gesamten Produktionskette.


Verwendete Quellen:

Öko-Test: "Olivenöl im Test: Nur 2 von 30 mit Bestnote – Laboranalyse überrascht"

Nachrichtenagentur dpa

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