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Steuererklärung: Warum viele Rentner eine Nachzahlung ans Finanzamt leisten müssen

Aktualisiert:

von Claudia Scheele

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Steuerfalle Rente: Für viele Rentner wird die Steuererklärung teuer

Videoclip • 01:02 Min • Ab 12


Für viele Rentner:innen endet die Steuererklärung nicht mit einer Erstattung. Eine Auswertung zeigt: Fast ebenso viele müssen nachzahlen – oft wegen zusätzlicher Einnahmen neben der Rente.

Das Wichtigste in Kürze

  • Laut einer Auswertung von "Smartsteuer" müssen fast genauso viele Rentner:innen Steuern nachzahlen, wie eine Erstattung bekommen.

  • Ein Hauptgrund ist, dass auf die gesetzliche Rente keine Lohnsteuer wie beim Arbeitslohn direkt einbehalten wird.

  • Besonders häufig kommt es zu Nachzahlungen, wenn neben der Rente noch Arbeitseinkommen, Betriebsrenten oder Mieteinnahmen hinzukommen.

Wer in Rente geht, erlebt bei der Steuer oft eine unangenehme Überraschung. Anders als bei Beschäftigten wird von der gesetzlichen Rente nicht automatisch Lohnsteuer einbehalten. Die Steuer wird daher oft erst mit dem Bescheid des Finanzamts fällig.

Wie "Chip.de" unter Berufung auf eine Auswertung von "Smartsteuer" berichtet, müssen viele Rentner:innen deshalb nachzahlen. Grundlage der Analyse sind Daten aus einer mittleren fünfstelligen Zahl von Steuerbescheiden aus dem Jahr 2025. Das Ergebnis: Bei Rentner:innen ist die Bilanz bei der Steuererklärung fast ausgeglichen – allerdings nicht nur im positiven Sinn.


Fast jede:r Zweite zahlt nach

Rund 45 Prozent der ausgewerteten Bescheide endeten mit einer Erstattung. Im Schnitt bekamen diese Rentner:innen 1.383 Euro zurück, der Median lag bei 779 Euro. Gleichzeitig sahen aber rund 41 Prozent der Bescheide eine Nachzahlung vor – im Durchschnitt 1.326 Euro, im Median 499 Euro.

Weitere 14 Prozent der Steuererklärungen waren laut Auswertung neutral, also ohne Rückzahlung und ohne Nachforderung. Steueranwalt Stefan Heine, Geschäftsführer von smartsteuer, erklärt den Grund gegenüber "chip.de" so: "Auf die gesetzliche Rente führt niemand vorab Steuern ab, anders als beim Arbeitslohn, wo die Lohnsteuer direkt vom Gehalt einbehalten wird. Die volle Steuerlast wird erst mit dem Bescheid fällig."

Zusatzeinkünfte treiben die Steuerlast

Besonders häufig wird es teuer, wenn zur gesetzlichen Rente noch andere Einnahmen kommen. Heine sagt: "Wer neben der Rente noch eine Betriebsrente, Mieteinnahmen oder einen Job hat, landet deshalb schnell in der Nachzahlung."

Tatsächlich zeigen 48,5 Prozent der ausgewerteten Bescheide weitere Einkünfte neben der gesetzlichen Rente. Am häufigsten waren dabei Arbeitseinkommen mit knapp 38 Prozent, gefolgt von Mieteinnahmen mit gut 10 Prozent. Auch Einkünfte aus Gewerbe oder Selbstständigkeit spielten eine Rolle.

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Deutliche Unterschiede zwischen den Bundesländern

Wie hoch Erstattungen oder Nachzahlungen ausfallen, hängt auch vom Wohnort ab. Die höchsten durchschnittlichen Erstattungen gab es laut der Auswertung in Hamburg mit 1.733 Euro, gefolgt von Baden-Württemberg und Hessen. Vergleichsweise niedrig fielen die Rückzahlungen in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen aus.

Ein ähnliches Bild zeigt sich bei den Nachzahlungen. Auch hier lag Hamburg vorn, gefolgt von Bremen und Rheinland-Pfalz. Deutlich niedriger fielen die Nachforderungen in Sachsen-Anhalt, Thüringen und Sachsen aus. Der Grund für dieses Ost-West-Gefälle liegt laut Bericht vor allem in unterschiedlichen Renten- und Einkommenshöhen: Wo insgesamt weniger Einkommen zusammenkommt, fallen auch Steuererstattungen und Nachzahlungen kleiner aus.


Verwendete Quellen:

chip.de: "Steuerfalle Rente: Viele Rentner müssen bei der Steuererklärung nachzahlen"

Nachrichtenagentur dpa

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