Stiftung Warentest
Nur zwei Produkte empfehlenswert: So schneiden Matcha-Pulver im Test ab
Veröffentlicht:
von Max Strumberger:newstime
Gibt es bald kein Matcha mehr?
Videoclip • 01:09 Min • Ab 12
Matcha ist überall. Doch wie gut sind die hippen Pulver wirklich? Eine Untersuchung von zwölf Produkten deckt auf. Erfahre hier, welche Produkte positiv herausstechen.
Das Wichtigste in Kürze
Grün, hip, gesund? Matcha liegt im Trend und landet längst nicht mehr nur in der Teeschale.
Doch ein Test von zwölf Produkten offenbart große Unterschiede bei Geschmack, Inhaltsstoffen und Schadstoffen.
Nur zwei in Deutschland gängige Pulver stechen positiv hervor.
Matcha liegt im Trend: Latte im Café, Pulver im Müsli oder im Kuchen – der fein gemahlene Grüntee ist zum Lifestyle-Getränk geworden. Nach Angaben des Deutschen Tee & Kräuter-Verbands hat sich die aus Japan importierte Menge von 2023 auf 2024 auf rund 240 Tonnen verdoppelt. Doch nicht jedes Pulver hält, was der Hype verspricht. Die tschechische Verbraucherorganisation dTest, Partner von Stiftung Warentest, hat zwölf Matcha-Produkte untersucht – zehn reine Pulver und zwei Matcha-Latte-Mischungen – und dabei deutliche Qualitätsunterschiede festgestellt. Das Gesamtbild: ein Produkt ist sehr gut, fünf sind gut, sechs nur zufriedenstellend.
Für Deutschland besonders relevant: Nur zwei Pulver, die hier regulär erhältlich sind, schneiden klar empfehlenswert ab. Testsieger ist Vilgain Organic Matcha (50 Gramm für 8,99 Euro), das als einziges Produkt die Note "sehr gut" erhält. In der Verkostung liegt es in allen sensorischen Kriterien vorn: leuchtend grüne Farbe, Duft nach frischem Gras, ein ausgewogener bitter-süßer Geschmack mit Umami-Noten. Ebenfalls empfehlenswert ist dmBio Grüner Tee Matcha, gemahlen (30 Gramm für rund 9 Euro) mit der Note "gut". Beide Produkte überzeugen nicht nur im Geschmack, sondern auch bei den Inhaltsstoffen.
dmBio-Produkt fällt positiv auf
Im Labor zeigte sich, dass Matcha als Wachmacher ernst zu nehmen ist: Vilgain liefert pro Gramm Pulver 15,5 Milligramm Koffein, dmBio sogar 20 Milligramm. Je nach Dosierung bedeutet das: Eine Tasse Vilgain nach Herstellerempfehlung kommt auf rund 77 Milligramm Koffein – ähnlich wie eine große Tasse Filterkaffee –, bei dmBio sind es etwa 30 Milligramm pro Tasse. Besonders positiv fällt dmBio beim Gehalt an Polyphenolen auf: Mit 123 Milligramm pro Gramm liegt das Pulver im Test vorn, Vilgain folgt mit 107 Milligramm. Diese sekundären Pflanzenstoffe, vor allem die Catechine aus grünem Tee, werden seit Jahren erforscht; Studien deuten darauf hin, dass sie das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und bestimmte Krebsarten senken könnten, auch wenn die Datenlage noch nicht abschließend ist.
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Einige Produkte enthielten hohe Aluminiumkonzentrationen
Kritisch bleibt das Thema Aluminium. Grünteepflanzen nehmen das Metall aus aluminiumreichen Böden auf – und bei Matcha wird das Blatt komplett mitgetrunken. Im Test lagen Vilgain und dmBio bei den unerwünschten Stoffen, darunter Pestizide, Schwermetalle und Aluminium, im grünen Bereich und erhielten dafür ein "sehr gut". Ein anderes Produkt war jedoch deutlich mit Aluminium belastet: Die Spannweite reichte von 0,4 Milligramm Aluminium pro Gramm Pulver bei dmBio bis 2,3 Milligramm pro Gramm beim problematischsten Produkt.
Je nach Matcha ergeben sich so etwa 1 bis 11 Milligramm Aluminium pro Tasse. Stiftung Warentest rechnet vor: Trinkt eine 60 Kilogramm schwere Person einmal pro Woche eine Tasse des am stärksten belasteten Matchas, sind damit bereits rund 20 Prozent der tolerierbaren wöchentlichen Aluminiumaufnahme ausgeschöpft. Verbraucherschützer raten daher, Matcha nur in Maßen zu genießen – nicht mehr als 3 Gramm pro Tag, idealerweise verteilt auf drei Portionen à 1 Gramm.
Verwendete Quellen:
Stiftung Warentest
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