KI-Wette unter CEOs
Wenn eine Person reicht: Macht Künstliche Intelligenz die klassische Firma bald überflüssig?
Aktualisiert:
von Claudia ScheeleKönnte eine Wette unter Tech CEOs bald wahr werden?
Bild: Andrej Sokolow/dpa
Bei Meta erledigt eine Person inzwischen Aufgaben, für die früher ganze Teams gebraucht wurden. Konzernchef Mark Zuckerberg spricht von "persönlicher Superintelligenz" – und eine Wette von OpenAI-Chef Sam Altman über das erste Ein-Personen-Milliardenunternehmen könnte bald Realität werden.
Das Wichtigste in Kürze
Meta-Chef Mark Zuckerberg berichtet, dass Projekte, für die früher ganze Teams nötig waren, heute dank KI von einzelnen "sehr talentierten" Personen erledigt werden.
Der Konzern will seine KI‑Ausgaben bis 2026 auf bis zu 135 Milliarden Dollar erhöhen und setzt für den Energiebedarf verstärkt auf Atomstrom.
OpenAI‑Chef Sam Altman wettet bereits auf das erste Ein‑Personen‑Milliardenunternehmen – eine Vision, die durch Metas Produktivitätssprünge mit KI‑Tools immer realistischer wirkt.
Bei einer Analystenkonferenz hat Meta-Chef Mark Zuckerberg einen Blick in die Zukunft der Arbeit gegeben. KI-Tools im Konzern seien inzwischen so leistungsfähig, dass Projekte, "für die früher große Teams nötig waren", jetzt "von einer einzigen sehr talentierten Person bewältigt werden" können. Laut Berichten von Reuters und "Business Insider" sieht Zuckerberg darin keinen Ausnahmefall, sondern einen Trend im gesamten Unternehmen.
Besonders betroffen sind Programmier-Jobs. Meta setzt intern stark auf sogenanntes agentenbasiertes Coding: KI-Systeme unterstützen Entwickler:innen beim Schreiben, Testen und Verbessern von Code. Das habe die Produktivität pro Ingenieur bereits im vergangenen Jahr deutlich erhöht, heißt es aus Konzernkreisen.
Meta verdoppelt KI-Investitionen – mit Atomstrom
Um diesen Vorsprung auszubauen, will Meta seine KI-Ausgaben 2026 massiv steigern: von derzeit rund 72 Milliarden US‑Dollar auf bis zu 135 Milliarden US‑Dollar, berichten Reuters und "Business Insider". Bekannt wurde außerdem, dass Zuckerberg für den hohen Energiebedarf der KI-Rechenzentren verstärkt auf Strom aus Atomkraftwerken setzt.
Zuckerberg kündigte an, 2026 werde "ein großes Jahr für die Bereitstellung persönlicher Superintelligenz" werden. Gemeint sind KI-Werkzeuge, die einzelnen Angestellten Fähigkeiten an die Hand geben, die früher nur durch große Teams erreichbar waren. Konzerne wie Meta, aber auch andere Tech‑Unternehmen, investieren deshalb gezielt in KI-native Tools, um Hierarchien flacher zu machen und große Abteilungen zu verschlanken.
Druck auf "Low Performer" wächst
Zuckerberg machte zugleich deutlich, dass er gezielt die "sehr talentierten Leute" an Meta binden will. Er wolle sicherstellen, "dass so viele dieser sehr talentierten Leute wie möglich Meta als den Ort wählen, wo sie die größte Wirkung erzielen können". Intern stehen "Low Performer" schon länger unter Druck – mit KI-gestützten Workflows sinkt die Toleranz für Beschäftigte, die mit dem Tempo nicht mithalten können.
Für viele Beschäftigte bedeutet das: Wer KI effizient nutzt, kann im Unternehmen an Bedeutung gewinnen – wer sich schwer tut, droht abgehängt zu werden. In der Branche ist längst von einer neuen Spaltung die Rede: zwischen jenen, die durch KI produktiver und gefragter werden, und jenen, deren Aufgaben zunehmend automatisiert werden.
Auch in den News:
Altmans Wette: Das Ein-Personen-Milliardenunternehmen
Die Entwicklung kommt für Branchenkenner:innen nicht überraschend. Schon im Februar 2024 hatte OpenAI‑Chef Sam Altman eine vielbeachtete Prognose gewagt. In einem Gespräch, über das mehrere Medien berichteten, sagte er: "In meinem kleinen Gruppenchat mit meinen Tech‑CEO‑Freunden gibt es eine Wette darauf, in welchem Jahr es das erste Ein‑Personen‑Milliarden‑Dollar‑Unternehmen geben wird, was ohne KI unvorstellbar gewesen wäre. Und jetzt wird es passieren."
Was damals wie eine kühne Zukunftsvision klang, wirkt durch Zuckerbergs Aussagen plötzlich greifbarer. Wenn eine einzelne Person mit Hilfe von KI-"Agenten" komplette Softwareprodukte entwickeln, vermarkten und betreiben kann, wäre ein extrem schlank aufgestelltes Unternehmen denkbar, das dennoch Milliardenumsätze erzielt.
Die Zukunft gehört den besten KI‑Nutzer:innen
Die Botschaft aus dem Silicon Valley ist klar: In der nächsten Phase des KI‑Booms geht es weniger darum, wer die größten Teams oder die meisten Büros hat – sondern darum, wer KI am klügsten einsetzen kann. Für Unternehmen wie Meta heißt das: weniger klassische Hierarchien, mehr Verantwortung für einzelne "Super‑User".
Für Beschäftigte weltweit stellt sich damit eine zentrale Frage: Wie gut gelingt es, KI‑Werkzeuge in den eigenen Arbeitsalltag zu integrieren – und so eher zur Gewinner:in als zur Verlierer:in des Wandels zu werden? Schon heute zeigt der Blick nach Kalifornien, wie radikal sich Jobprofile verändern können, wenn KI nicht nur Assistenz, sondern ein echter "Produktivitäts-Multiplikator" wird.
Verwendete Quellen:
Merkur: ""Ohne KI unvorstellbar": 2024er-Wette unter Tech-CEOs könnte bald real werden"
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