Ukrainische Verluste
Selenskyj ringt mit den Tränen – und spricht von 55.000 toten Soldaten
Veröffentlicht:
von Christopher Schmitt:newstime
Abu Dhabi: Produktive Ukraine-Gespräche
Videoclip • 23 Sek • Ab 12
Wie viele ukrainische Soldaten wurden in Russlands Angriffskrieg getötet? Präsident Selenskyj nennt die offizielle Zahl der Toten – doch die muss angezweifelt werden.
Das Wichtigste in Kürze
Laut Wolodymyr Selenskyj sind 55.000 ukrainische Soldaten seit dem Beginn des Ukraine-Kriegs getötet worden.
Diese Zahl wird von unabhängigen Quellen bestritten, ein Thinktank geht von mindestens 100.000 toten Soldaten aus.
Selenskyj erklärte im französischen Fernsehen, Putin wolle "Europa demütigen".
Seit knapp vier Jahren tobt Russlands Ukraine-Krieg. Am Mittwoch (4. Februar) hat der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj die neuen offiziellen Verluste bekanntgegeben: Seit Kriegsbeginn sind demnach 55.000 ukrainische Soldaten getötet worden, berichtete Selenskyj im Interview mit dem französischen Sender France2.
Hierzu zählten auch Berufssoldaten und Mobilisierte. Die Vermissten sind in die Zahl nicht mit eingerechnet, so der Staatschef der Ukraine, der sichtlich mit den Tränen kämpfte.
Selenskyj hatte dem britischen Journalisten Piers Morgan vor einem Jahr ein Interview gegeben, in dem er die Verluste der ukrainischen Streitkräfte auf 45.000 Gefallene sowie 390.000 Verletzte bezifferte. Demnach wären innerhalb eines Jahres 9.000 Soldaten getötet worden. Beim Austausch der Leichen getöteter Soldaten erhielt die Ukraine von Russland seit 2025 alleine die sterblichen Überreste von mehr als 16.500 Gefallenen zurück.
Denkfabrik: Zwischen 100.000 und 140.000 tote Soldaten
Gegnerische Verluste werden von beiden Kriegsparteien täglich vermeldet, die eigenen Opferzahlen werden jedoch höchst selten dargelegt. Wie die Deutsche Presse-Agentur (dpa) berichtet, spielen sowohl die russische als auch die ukrainische Führung eigene Verluste herunter. Die des Feindes werden dafür zu hoch angegeben. Unabhängige Schätzungen weisen zu jenen aus Moskau und Kiew häufig eine Differenz auf.
Wie stark sich die offiziellen Angaben von denen anderer Quellen unterscheiden, zeigen die Zahlen der in Washington ansässigen Denkfabrik CSIS (Center for Strategic and International Studies): Bis Ende Januar ging CSIS von ukrainischen Verlusten in Höhe von 500.000 bis 600.000 Soldaten aus, darunter 100.000 bis 140.000 Tote.
Russland habe etwa 1,2 Millionen Soldaten verloren, 325.000 Soldaten seien getötet worden. Die CSIS-Schätzungen beruhen nach eigenen Angaben auf Militär- und Geheimdienst-Informationen sowie auf Informationen verschiedener Regierungen.
Selenskyj: "Putin will Europa demütigen"
Auch zur generellen Kriegslage sowie den Vermittlungsversuchen der USA hat Selenskyj im französischen Fernsehen gesprochen, wie "euronews" berichtet. So wolle "Russland den Ukrainern mehr Leid zufügen, damit sie das akzeptieren, was unsere amerikanischen Freunde einen 'Kompromiss' nennen". In Wirklichkeit handele es sich "um ein Ultimatum des Kreml". Zudem stellte der ukrainische Präsident klar: "Wenn wir diesen Krieg verlieren, verlieren wir schlicht und einfach die Unabhängigkeit unseres Landes."
Er und der französische Präsident Emmanuel Macron seien "gute Freunde". Allerdings habe Macron Selenskyj angerufen, um ihm mitzuteilen, dass er über eine Wiederaufnahme des Dialogs mit Russland nachdenke. "Er weiß, wie ich darüber denke. Putins Interesse ist es, Europa zu demütigen", sagte der ukrainische Staatschef. Aber es sei sehr wichtig, dass Frankreichs Präsident daran arbeite, den Frieden zurückzubringen.
Verwendete Quellen
euronews: "Putin will Europa erniedrigen", sagt Ukraines Präsident Selenskyj im französischen TV"
Nachrichtenagentur dpa
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