Fruchtig, würzig, nicht zu süß
Stiftung Warentest testet Ketchup: Nur ein Produkt überzeugt geschmacklich
Aktualisiert:
von Jacqueline Bittl:newstime
So prüft Stiftung Warentest Produkte (19. März 2023)
Videoclip • 01:35 Min • Ab 12
Fruchtig, würzig, nicht zu süß: Im großen Ketchup-Test von Stiftung Warentest erreicht nur ein Produkt die Bestnote im Geschmack. Warum es trotzdem kein "sehr gut" gibt und worauf Verbraucher:innen achten sollten.
Das Wichtigste in Kürze
Laut Stiftung Warentest erreicht von 23 getesteten Ketchups nur der Born Tomatenketchup im Geschmack die Bestnote 1,0 – ein Gesamturteil "sehr gut" bekam jedoch kein Produkt.
Elf weitere Ketchups schnitten insgesamt "gut" ab, darunter Bio- und Kinderprodukte sowie besonders günstige Handelsmarken von Edeka und Lidl.
Abwertungen gab es unter anderem wegen möglicher Schimmeltoxine, Süßstoffen mit Geschmacksnachteilen und ökologischer Probleme bei Kunststoffverpackungen.
Wer Ketchup liebt, hat klare Erwartungen: Er soll intensiv nach Tomaten schmecken, ausgewogen gewürzt sein und weder zu süß noch zu sauer wirken.
Genau dieses Ideal treffe laut Stiftung Warentest auf nur ein einziges Produkt zu. Wie die Verbraucherorganisation in ihrer Zeitschrift (Ausgabe 4/2026) berichtet, erreicht im Geschmackstest von 23 untersuchten Tomatenketchups ausschließlich der Born Tomatenketchup die Traumnote 1,0. Er kostet 1,99 Euro für 450 Milliliter, was 0,44 Euro pro 100 Milliliter entspricht.
Doch der Geschmack allein entscheidet nicht über das Gesamturteil. Stiftung Warentest hat zusätzlich Zutaten, Konsistenz, Schadstoffe, Verpackung und Kennzeichnung geprüft. Deshalb erreicht am Ende kein Ketchup die Gesamtnote "sehr gut".
Viele gute Ketchups – auch günstig und bio
Neben dem Testsieger werden laut Stiftung Warentest elf weitere Produkte insgesamt mit "gut" bewertet. Die Preisspanne liegt dabei zwischen 0,26 und 1,33 Euro pro 100 Milliliter. Unter den gut bewerteten Ketchups befinden sich auch mehrere Bioprodukte sowie drei Varianten, die speziell für Kinder vermarktet werden.
Als bester Kinderketchup wurde der Bio-Ketchup von Byodo ausgezeichnet. Er kostet 3,99 Euro für 300 Milliliter, also 1,33 Euro pro 100 Milliliter.
Die günstigsten unter den besten Ketchups sind zwei Handelsmarken: Edeka Gut & Günstig sowie Lidl Kania Classic. Beide kosten 1,29 Euro für 500 Milliliter, was 0,26 Euro pro 100 Milliliter entspricht.
Weitere Tests von Stiftung Warentest:
Von "befriedigend" bis "mangelhaft"
Nicht alle Produkte konnten überzeugen. Sieben Ketchups erhielten laut Test die Note "befriedigend", drei wurden als "ausreichend" bewertet. Ein Produkt fiel sogar mit "mangelhaft" durch. Die Preise dieser schwächer bewerteten Ketchups lagen zwischen 0,26 und 1,33 Euro pro 100 Milliliter. Die Gründe für die Abwertungen waren unterschiedlich.
Gifte von schwarzem Schimmel
Ein Kritikpunkt waren mögliche Schadstoffe. Laut Stiftung Warentest können auf spät geernteten oder feucht gelagerten Tomaten schwarze Schimmelstellen entstehen.
In drei getesteten Ketchups wurden Richtwerte für sogenannte Alternaria-Toxine überschritten. Diese Stoffe ähneln strukturell Substanzen, die als erbgutschädigend und krebserregend gelten. Ob sie für den Menschen tatsächlich gefährlich sind, ist bislang nicht abschließend geklärt. Vorsorglich empfiehlt Stiftung Warentest jedoch, die Aufnahme so gering wie möglich zu halten.
Ketchup als Zuckerfalle?
Beim Zucker gibt Stiftung Warentest teilweise Entwarnung. Bis auf zwei Ausreißer mit 26,6 und 21 Gramm Zucker pro 100 Milliliter liegen die meisten Produkte zwischen 3,6 und 19,3 Gramm. Im Durchschnitt enthalten die Ketchups etwa 16 Gramm Zucker pro 100 Milliliter.
Ein Produkt kommt sogar ganz ohne zugesetzten Zucker oder Süßstoffe aus und erhält dennoch ein "gut". Laut Stiftung Warentest liefern Tomaten von Natur aus Zucker – in diesem Fall 5,6 Gramm pro 100 Milliliter.
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Der Haken an den Süßstoffen
Eine Warnung sprechen die Tester:innen bei Werbeaussagen wie "mit weniger Zucker" aus. Zuckerreduzierte Ketchups werden teils mit Süßstoffen gesüßt. Zwar senke das den Kaloriengehalt, führe aber häufig zu geschmacklichen Mängeln. Auffällige Süßstoffnoten oder übermäßige Süße haben meist nur Bewertungen bis "befriedigend" ermöglicht.
Darüber hinaus sieht Stiftung Warentest Süßstoffe kritisch. Sie könnten die Vorliebe für Süßes aufrechterhalten und so den Konsum anderer zuckerreicher Lebensmittel begünstigen. Produkte mit dem Süßstoff Sucralose wurden zudem abgewertet, da dieser biologisch schwer abbaubar sei und Kläranlagen ihn nicht vollständig aus dem Abwasser entfernen könnten.
Glas- oder Kunststoff-Flasche?
Auch die Verpackung spielt eine Rolle. Stiftung Warentest rät zum Kauf von Ketchup in Glasflaschen. Diese lassen sich nach Einschätzung der Tester:innen gut recyceln. Dagegen waren im Test nicht alle Kunststoffflaschen recyclingfähig.
Auch in den News:
Selbstgemachter Ketchup als Alternative
Wer ganz auf Zucker und Süßstoffe verzichten möchte, kann Ketchup auch selbst herstellen. Wie zum Beispiel das Bundeszentrum für Ernährung (BZfE) erklärt, sollte dafür zunächst eine fein gehackte Zwiebel mit Knoblauch angedünstet und mit geviertelten Tomaten ergänzt werden. Die Mischung bei niedriger Hitze kochen und mit Apfelessig, Senf, etwas Honig sowie Salz und Pfeffer würzen. Optional können Möhren oder Gewürze wie Chili, Ingwer, Koriander oder Curry hinzugefügt werden. Nach dem Pürieren die Masse heiß in saubere Schraubgläser füllen. Der selbstgemachte Ketchup hält sich mehrere Wochen.
Verwendete Quellen:
Nachrichtenagentur dpa
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