Blick nach vorn auf Hannover Messe

IG-Metall-Chefin Christiane Benner: Auf Stärken besinnen, statt zu jammern

Veröffentlicht:

von Marie-Finn Bruker

:newstime

So soll Europas Wirtschaft wachsen (12. Februar)

Videoclip • 01:47 Min • Ab 12


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Auf der Hannover Messe diskutierten zahlreiche Wirtschafts- und Politikexpert:innen über Zukunftsvisionen Deutschlands. Darüber, wie Deutschland seine Stärken nutzen sollte, waren sich die Fachleute einig.

Das Wichtigste in Kürze

  • IG-Metall-Chefin Christiane Benner betont die Stärken Deutschlands und fordert mehr Zusammenarbeit von Politik und Unternehmen.

  • Andere Expert:innen stimmen zu: Deutschland müsse sich künftig mehr nach vorne fokussieren.

  • Der Präsident des Kieler Instituts für Weltwirtschaft sagt, das Land habe Wachstumschancen, man müsse sie nur nutzen.

"Was unsere Beschäftigten nicht gebrauchen können, ist ein Jammern", betont IG-Metall-Chefin Christiane Benner bei einer Podiumsdiskussion ihrer Gewerkschaft auf der Hannover Messe. "Ich finde schon, dass wir hier an diesem Standort eine Menge Stärken haben." Auf diese Stärken solle der Fokus liegen, anstatt sich andauernd an Schwächen aufzuhängen, fordert Benner.

Dabei räumte die Gewerkschafterin auch aktuelle Herausforderungen für Unternehmen ein, "aber sorry, da können unsere Beschäftigten morgens Geldsäcke an der Pforte abgeben, und es würde nicht besser werden". Dabei betonte sie die Kooperation von Politik und Unternehmen: "Dass wir zusammenarbeiten, zusammen diesen Standort nach vorne bringen."

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Olaf Lies: Deutschland muss sich nicht verstecken

Auch der Ministerpräsident Niedersachsens, Olaf Lies (SPD), betont, die Menschen hätten "die Nase voll davon, dass ständig Politikschauspiele stattfinden, dass wir uns ständig vorwerfen, was der andere falsch macht, dass wir ständig sagen, was nicht geht“.

Der SPD-Politiker ergänzt: "Niemand wird aus Mitleid in Deutschland investieren, sondern nur aus Überzeugung, dass wir der richtige Standort sind." Das müsse man nach Lies stärker zeigen. Seine Stärken hätte Deutschland vor allem in Sachen Wissenschaft und Forschung, "da müssen wir uns auch gar nicht verstecken". Bei der praktischen Anwendung dieser gebe es aber Nachholbedarf.

"Wir sind ein erfolgreiches Industrieland, wir waren ein erfolgreiches Industrieland" – das müsse man nach außen kommunizieren, so Lies. Deutschland müsse aufhören, "immer nur das zu sagen, was nicht funktioniert, sondern uns darauf zu besinnen, dass wir können".

Deutschland – Weltmeister im Zurückgucken und Beschweren

Deutschland hätte etwa in Europa "durchaus Wachstumschancen, die wir, ich sag mal, links liegen lassen", kritisiert Moritz Schularick, Präsident des Kieler Instituts für Weltwirtschaft (IfW). Das Land sei "Weltmeister im Zurückgucken und sich Beschweren, wie schön das bundesrepublikanische Industrie- und Sozialmodell war", so der IfW-Präsident "Wir drehen uns nicht um und gucken auf das, was sein wird."

In vielen Branchen sei das Land nach wie vor führend. Auch infrastrukturell sehe es nicht schlecht aus, bestärkt auch Arndt Kirchhoff, Vizepräsident des Arbeitgeberverbandes Gesamtmetall und Präsident des Verbandes der Metall- und Elektro-Industrie Nordrhein-Westfalen. Der im Aufsichtsrat der Kirchhoff-Gruppe sitzende Vizepräsident betont, dass das Fundament in Deutschland bestehe – "Wir müssen wirklich ins Machen kommen."



Verwendete Quellen:

Nachrichtenagentur dpa

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