Zum 1. Juli
Hilfsmittel-Vertrag: IKK classic und Apothekerverband DAV finden keine Lösung
Aktualisiert:
Schmerzmittel Fentanyl, Tilidin und Oxycodon verschiedener Hersteller in Form von Tabletten, Tropfen und Pflastern liegen in einer Apotheke auf dem Tisch.
Bild: Monika Skolimowska/dpa
Die IKK classic lässt zum 1. Juli Hilfsmittel-Verträge mit bestimmten Apotheken auslaufen. Das hat Auswirkungen für manche Versicherte.
Die IKK classic, mit rund drei Millionen Mitgliedern eine der größeren Krankenkassen in Deutschland, wird ab 1. Juli den Vertrag mit dem Deutschen Apothekerverband (DAV) nicht mehr verlängern. Das hat Auswirkungen auf etwa 65.000 Versicherte. Vorangegangen war die Kündigung des Hilfsmittelversorgungsvertrages durch den DAV zum 31.12.2023.
IKK Classic und DAV ohne Einigung bei Hilfsmitteln
Seitdem galt eine Weitergeltungsvereinbarung, in der beide Parteien in Verhandlungen eine Lösung suchten. Die Gespräche blieben jedoch erfolglos, die IKK classic zog Konsequenzen. "Da die Verhandlungen zu keinem Ergebnis geführt haben, haben wir uns für eine Beendigung der Weitergeltungsvereinbarung entschieden", erklärte der Vize-Chef der Krankenkasse, Kai Swoboda, in einer Stellungnahme. "Die im ursprünglichen Vertrag enthaltenen Hilfsmittel (u. a. Pen-Kanülen, Spritzen, Bandagen, Inhalationsgeräte usw.) wurden in den Apotheken immer zu höheren Preisen abgegeben, als es beispielsweise in Sanitätshäusern der Fall war", begründete Swoboda die Entscheidung des Krankenversicherers.
Auch in den News:
Apothekerverband verweist auf gestiegene Kosten
Der DAV kritisierte das Ende der Weitergeltungsvereinbarung. Dessen Verbandsvorsitzender Hans-Peter Hubmann sagte RTL: "Es gab überall Kostensteigerungen, also unser Personal ist teurer geworden. Wir haben mehr Aufwendungen. Und dass Preise nach oben angepasst werden, um das Inflationsniveau auszugleichen, ist völlig normal. Aber die IKK classic weigert sich hier beharrlich, weil sie sagen, dass sie niedrigere Preise wollen."
IKK classic sieht wohnortnahe Versorgung gesichert
Laut IKK classic sind von der Beendigung des Hilfsmittelversorgungsvertrags rund 65.000 Versicherte betroffen und nicht mehrere Millionen, wie auch hier unter Berufung auf das Apothekenportal "Apotheke adhoc" ursprünglich berichtet wurde. IKK-classic-Vize Swoboda betonte: "Die Zahl sinkt stetig, da immer mehr Apotheken anderen Versorgungsverträgen mit der IKK classic beitreten." Die wohnortnahe Versorgung aller betroffenen Versicherten sei weiter sichergestellt. So dürften viele Apotheken die IKK-classic-Versicherten "mit apothekenüblichen Hilfsmitteln auf Grundlage anderer Verträge – z. B. mit dem Apothekerverband BVDA – versorgen".
Wie sich Betroffene informieren können
Zudem ist laut Swoboda auch eine Versorgung über eine Vielzahl von Sanitätshäusern oder Homecare-Unternehmen möglich. Diese würden die benötigten Produkte bei Bedarf kostenfrei nach Hause liefern. Sei dies in einer Region nicht möglich, stelle die IKK classic einen entsprechenden Vertragspartner zur Verfügung.
Auf der Webseite der IKK Classicfinden Versicherte nach Angaben der Kasse eine laufend aktualisierte Liste aller Apotheken, die über den 1. Juli 2025 hinaus versorgungsberechtigt sind.
Verwendete Quellen:
Chip.de: "Verträge enden am 1. Juli: 3 Millionen deutsche Versicherte müssen jetzt reagieren"
Stellungnahme der IKK classic
RTL.de
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