Neue Regel

Greenwashing-Verbot: Auf diese Öko-Siegel kannst du dich jetzt im Supermarkt verlassen

Veröffentlicht:

von Emre Bölükbasi

:newstime

EU geht gegen Greenwashing vor (27. September)

Videoclip • 01:45 Min • Ab 12


Ab sofort müssen unzertifizierte Öko-Labels von Verpackungen verschwinden. Ein Verbraucherexperte erklärt, welchen Siegeln man wirklich vertrauen kann – und warum Kontrollen aktuell kaum durchsetzbar sind.

Greenwashing soll in Deutschland künftig der Vergangenheit angehören. Konkret bedeutet das: Unternehmen und Organisationen soll es verboten werden, auf irreführende Art und Weise sich selbst ein umweltfreundliches Image zu verschaffen.

Ein neues Gesetz verpflichtet Hersteller vor diesem Hintergrund ab Montag (28. September) dazu, selbst ausgedachte Öko-Labels und Siegel von ihren Verpackungen zu entfernen. Die Details der neuen EU-Regeln gibt es hier.


Öko-Siegel für Lebensmittel, Kosmetik und Kleidung

Was bedeutet das aber konkret für Verbraucher:innen? Wer im Supermarkt oder der Drogerie also gezielt zu nachhaltigen Produkten greifen möchte, kann sich laut Verbraucherexperte Ron Perduss schon jetzt an drei Kennzeichen orientieren, die wirklich unabhängig geprüft werden.

"Es gibt ein paar vertrauenswürdige Siegel", erklärt Perduss gegenüber :newstime und nennt konkrete Beispiele:

  • EU-Biosiegel – für Lebensmittel

  • Blauer Engel – für Kosmetik und Putzmittel

  • Grüner Knopf – für Kleidung

Alle drei Labels stünden für echte, extern zertifizierte Nachhaltigkeit – ein deutlicher Unterschied zu den zahlreichen selbst ausgedachten Öko-Aufdrucken, mit denen Hersteller ihre Verpackungen in den vergangenen Jahren geschmückt hätten, ohne dass jemals eine neutrale Stelle die Angaben überprüft habe.

Auch in den News:

Handel in Aufruhr – wegen fehlender Übergangsfristen

Die Umsetzung des neuen Greenwashing-Gesetzes bleibt jedoch lückenhaft. "Das mit dem Prüfen ist ein großes Problem, denn es gibt keine offizielle Registrierungsstelle, sondern es kann immer nur durch entsprechende Klagen gegen Unternehmen herausgefunden werden, was für eine Zertifizierung dahintersteckt", so Perduss.

Auch eine Übergangsfrist für bereits im Handel liegende Ware gibt es demnach nicht: "Es gibt keine Übergangsfrist aktuell, über die wird noch diskutiert." Theoretisch müsse deshalb ab sofort jedes Produkt aus dem Regal verschwinden, das kein zertifiziertes Siegel trägt – entsprechend groß sei der Unmut im Handel, der sich kurzfristig kaum auf die neue Regel einstellen könne.


Mehr entdecken