Fruchtzwerge und Co. getestet
Öko-Test: Kinderjoghurts sind Zuckerfallen im Kühlregal - was Eltern wissen müssen
Aktualisiert:
von Max Strumberger:newstime
Öko-Test und Stiftung Warentest im Vergleich
Videoclip • 01:35 Min • Ab 12
Für Kinder sind Fruchtzwerge oder Joghurt-Produkte mit Fruchtgeschmack eine attraktive Zwischenmahlzeit. Doch ein Öko-Test zeigt, dass manche Produkte die Zuckergrenzen der WHO überschreiten. Das müssen Eltern dazu wissen.
Das Wichtigste in Kürze
"Weniger süß" klingt nach einer guten Wahl, ist aber kein Gütesiegel.
Der Öko-Test von 15 Kinder-Milchprodukten macht deutlich, wie stark die Zuckerwerte schwanken.
Und warum Naturjoghurt mit Obst oft die bessere Alternative sein kann.
Kinderjoghurts wirken im Kühlregal wie harmlose Zwischenmahlzeiten. Doch ein Test von Öko-Test zeigt, dass manche Produkte deutlich mehr Zucker enthalten, als für Kinder vertretbar ist. Untersucht wurden 15 Joghurts sowie Quark- und Frischkäsezubereitungen, die gezielt Kinder ansprechen.
Als Maßstab dienten Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO). Produkte dieser Kategorie sollten demnach höchstens 12,5 Gramm Gesamtzucker pro 100 Gramm enthalten, wenn sie an Kinder beworben werden. Zusätzlich sollten Kinder nur fünf Prozent ihres täglichen Energiebedarfs über freien Zucker aufnehmen. Für die Bewertung zog Öko-Test den natürlichen Milchzucker Laktose vom Gesamtzucker ab.
Dieses Produkt enthält am wenigsten Zucker
Die Ergebnisse fallen überwiegend positiv, aber nicht unbedenklich aus: Bei zwölf der 15 getesteten Produkte lag der Zuckergehalt unterhalb der WHO-Grenze. Am wenigsten Zucker enthielten die "Fruchtzwerge weniger süß" von Danone mit 8,3 Gramm pro 100 Gramm. Auch die günstigeren "Ja! Früchteminis" von Rewe kamen mit 9,5 Gramm vergleichsweise glimpflich davon.
Mehr zu dem Thema:
Das sind wahre Zuckerbomben
Drei Produkte überschritten jedoch die empfohlene Grenze. Besonders auffällig war "Milbona Safari Bunter Vogel Joghurt mit Schokolinsen" von Lidl: Das Produkt enthielt 16,8 Gramm Zucker pro 100 Gramm. Ein Becher mit 175 Gramm lieferte 23 Gramm freien Zucker – damit hätten Kinder zwischen drei und neun Jahren laut Öko-Test bereits mehr aufgenommen, als die WHO für einen ganzen Tag empfiehlt. Die Tester kritisieren deshalb, dass solche Produkte mit auffälligen Tiermotiven und kindgerechter Werbung vermarktet werden.
"Weniger süß" ist außerdem nicht automatisch gesund. Selbst das zuckerärmste getestete Produkt liegt deutlich über dem natürlichen Zuckergehalt von Naturjoghurt, der etwa 3,7 bis 6 Gramm pro 100 Gramm enthält. Als Alternative empfehlen sich Naturjoghurt und frisches Obst. Beeren enthalten deutlich weniger Zucker als Bananen oder Weintrauben. Tiefkühlbeeren sollten allerdings vor dem Verzehr erhitzt werden, da sie mit Noroviren oder Hepatitis-A-Viren verunreinigt sein können. Entscheidend bleibt: Gezuckerte Milchprodukte sollten für Kinder die Ausnahme bleiben, weil frühe Geschmacksvorlieben langfristig geprägt werden.
Auch in den News:
Verwendete Quellen:
Nachrichtenagentur dpa
Öko-Test
:newstime verpasst? Hier aktuelle Folge ansehen
Mehr entdecken

Unternehmensjubiläum
150 Jahre Henkel: Das erste Waschmittel war ein Flop

Die wichtigsten Regeln im Herbst
Pilzsaison startet: Was du beim Pilzesammeln darfst - und was nicht

Wissenschaftler erklärt
Super-El-Niño trifft Klimawandel: Die Folgen für Deutschland

Überraschung möglich
Bis zu 31 Grad: Spielt das Wetter im Oktober verrückt?

Das gilt
Auf Winterreifen wechseln: Diese Vorschrift solltest du kennen

Verbraucher
Glasreiniger bei Öko-Test: Günstige Marken – saubere Fenster!




