Konzerthaus an der Elbe

Elbphilharmonie-Plaza kostet bald Geld: Betreiber rechnen mit hunderttausenden Besuchern weniger

Veröffentlicht:

von Marie-Finn Bruker

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10 Jahre Elphi: gigantisches Jubiläum (24. April)

Videoclip • 01:29 Min • Ab 12


Mit dem kostenlosen Panoramablick über Hamburg ist bald Schluss: Die Elbphilharmonie führt Eintritt für ihre Plaza ein. Der Senat verspricht sich davon Millionen – auf Kosten der Besucherzahlen.

Das Wichtigste in Kürze

  • Nach der Ankündigung im Juni wird es für Besucher:innen der Aussichtsplattform auf der Hamburger Elbphilharmonie ernst: Bald soll die sogenannte Plaza Eintritt kosten.

  • Der städtische Senat will damit die Betreiberkosten deckeln und den Kulturhaushalt entlasten.

  • Marie Kleinert, kulturpolitische Sprecherin der Linken, kritisiert die Begründung des Senats und fürchtet, die neuen Ticketpreise würden künftige Besucher:innen abschrecken.

Knapp zehn Jahre lang war die Vogelperspektive auf Hamburg kostenlos – bis jetzt. Der Eintritt zur sogenannten "Plaza", der Aussichtsplattform der Elbphilharmonie, soll bald fünf Euro kosten. Mit den Geldern soll der Kulturhaushalt der Stadt entlastet werden. Die Maßnahme könnte das Konzerthaus hunderttausende Besucher:innen kosten.

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Sprecherin fürchtet Abschreckung der Hamburger:innen

Nach Angaben des Senats hatte die Stadt zuvor rund 3,6 Millionen Euro pro Jahr an die Betreibergesellschaft gezahlt, um den freien Zutritt zur Plaza zu ermöglichen. Wie aus einer schriftlichen Kleinen Anfrage der kulturpolitischen Sprecherin der Linken in der Bürgerschaft, Marie Kleinert, hervorgeht, ergebe sich mit dem geschätzten 6,4 Millionen Euro schweren Bruttoerlös der Tickets ein Plus von etwa 2,5 Millionen Euro.

"Die Erlöse durch den Plaza-Eintritt dienen der Deckung der allgemeinen Kosten der ELBG", heißt es aus der Antwort des Senats. Die Stadt verfolge das Ziel, den Kulturetat zu entlasten und drohende Kürzungen bei anderen städtischen Kultureinrichtungen abzuwenden.

Kleinert ist das zu unkonkret. "Wenn die Hamburger:innen schon keinen kostenlosen Zugang mehr zur Plaza haben, dann haben sie doch wenigstens Anspruch auf eine transparente Erklärung für die Erhebung des Eintritts", so die Sprecherin. "Um Löcher im Haushalt zu stopfen, nimmt der Senat in Kauf, dass Hunderttausende vom Besuch der Elphi-Plaza abgeschreckt werden."


Etwa 600.000 Besucher:innen könnten bald ausbleiben

Bereits im Juni hatte der Senat die Einführung der Eintrittsgelder angekündigt. Zu einem Besucher:innen-Ansturm auf die Plaza hatte das nach Angaben des Betreibers bislang nicht geführt. "Erfreulicherweise ist die Nachfrage seit Jahren gleichbleibend hoch", heißt es.

Ab dem 5. Oktober soll der Eintritt auf die Aussichtsplattform dann fünf oder ermäßigt drei Euro kosten. In diesem Zuge rechnen Elbphilharmonie und Laeiszhalle Betriebsgesellschaft mbH (ELBG) mit einem Rückgang von 25 bis 30 Prozent, wie eine Sprecherin der Hamburger Kulturbehörde gegenüber der Deutschen Presse-Agentur (dpa) mitteilte. Das sind zwischen 550.000 und 660.000 Spontanbesucher:innen pro Jahr weniger.

Dennoch würden jährlich noch rund 1,5 Millionen Menschen die Aussichtsplattform besuchen. Ein Jahr nach der Ende 2016 eröffneten Plaza begrüßte das Wahrzeichen Hamburgs über drei Millionen Besucher:innen. Vergangenes Jahr waren es über 2,2 Millionen mit bis zu 17.000 Personen pro Tag. Hinzu kommen die Konzertgäst:innen, bei denen der Plaza-Besuch im Ticket enthalten ist.

Die 37 Meter hohe Plaza ist eines der meistbesuchten Wahrzeichen der Stadt. Sie liegt genau zwischen der Ziegel- und der Glasfassade des berühmten Hamburger Konzerthauses mit dem wellenförmigen Dach direkt am Hafen der Hansestadt.

(Archivbild)

Bild: Georg Wendt/dpa



Verwendete Quellen:

Nachrichtenagentur dpa

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