Experten warnen vor Folgen
Einspeisevergütung vor dem Aus? Bundeskabinett entscheidet über Reform bei Solarenergie
Veröffentlicht:
von Marie-Finn Bruker:newstime
Reiche verteidigt Energiewende-Pläne (24. April)
Videoclip • 01:31 Min • Ab 12
Die Bundesregierung plant eine grundlegende Energiereform. Damit könnte auch die feste Einspeisevergütung für Photovoltaikanlagen wegfallen. Kritiker:innen warnen bereits vor den Folgen.
Das Wichtigste in Kürze
Das Bundeskabinett will am Mittwoch (29. Juli) die Details zum geplanten Netzanschlusspaket (NAP) klären.
Einem Bericht von "T-Online" zufolge könnte die bisher geltende Pauschale für Solarstrom-Betreiber:innen wegfallen.
Solarexpert:innen warnen bereits: Eine solche Kehrtwende könnte "den bisher erfolgreichen Energiewendekurs ausbremsen".
Das Netzanschlusspaket (NAP) der Regierung ist auf der Zielgeraden. Im Herbst will der Bundestag dann über Details der geplanten Reform sprechen. Nach Angaben von "T-Online" soll unter anderem die Einspeisevergütung zu Beginn des kommenden Jahres abgeschafft werden.
Auch in den News:
Direktvermarktung statt staatlicher Pauschale?
Wer Photovoltaik-Anlagen betreibt, wird dank der sogenannten Einspeisevergütung auf Grundlage des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) staatlich gefördert. Das heißt: Für die Einspeisung von Solarstrom ins Netz gibt es 20 Jahre lang pro Kilowattstunde einen festen Betrag. Bis jetzt – mit der laut "T-Online" kommenden Neuregelung sollen Betreiber:innen nur noch Geld erhalten, wenn sie an der Strombörse verkaufen.
Demnach soll für Anlagen, die ihren Betrieb zwischen 2027 und 2029 aufnehmen, eine Übergangszahlung über drei Jahre gelten. Anschließend solle auf Direktvermarktung umgestellt werden. Statt einer festen Pauschale gibt es dann, im gegebenen Fall, nur noch über die Börse einen variablen Betrag. Bereits vor ihrer Einführung gibt es an der Neuregelung reichlich Kritik.
Abschaffung sei "unwirksames Trostpflaster"
Wie einer Stellungnahme des Bundesverbandes Solarwirtschaft (BSW), die "T-Online" laut eigenen Angaben vorliegt, zu entnehmen sei, sei diese Übergangsvergütung unzureichend. "In unseren Augen ist sie Augenwischerei und ein unwirksames Trostpflaster", heiße es darin von Seiten des Verbands.
Die NAP-Reform von Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) werde "den bisher erfolgreichen Energiewendekurs ausbremsen und Bürger:innen den Zugang zu preiswerter Energie massiv erschweren".
Doch es gibt auch positive Stimmen: Für den CEO des Verbands ON Energie Deutschland (E. ON), Filip Thon, sei der Rückzug aus einer starren Vergütung ein wichtiger Schritt, heißt es im "T-Online"-Bericht. Mit der Abschaffung der Einspeisevergütung könne man stärker auf Markt- und Flexibilitätssignale reagieren. Dennoch müsse vor allem die Direktvermarktung "massenfreundlich" und damit für Kund:innen nahbar gemacht werden.
Verwendete Quellen:
Nachrichtenagentur dpa
T-Online: "Einspeisevergütung wird abgeschafft: Das müssen Solarbesitzer wissen"
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