Porträt des Unternehmers
Christian Miele: Startup-Investor und Ururenkel des Miele-Gründers
Veröffentlicht:
von Claudia FrickelChristian Miele ist ein Nachkomme des Miele-Gründers.
Bild: picture alliance / SZ Photo
Unternehmer, Geldgeber und TV-Persönlichkeit: Christian Miele stammt nicht nur aus einer bekannten Familie, sondern zählt auch zu den wichtigsten Stimmen der deutschen Startup-Szene. Auch politisch nimmt er kein Blatt vor den Mund. Alles über seinen Werdegang.
Das Wichtigste in Kürze
Christian Miele ist ein deutscher Investor, der sich auf Tech-Startups in Europa konzentriert.
Der 39‑jährige Berliner gilt zudem als engagierter Fürsprecher der deutschen Startup‑Szene.
Mieles Ururgroßvater Carl war ebenfalls ein Gründer: Er legte den Grundstein für den Haushaltsgerätehersteller Miele.
Wer ist Christian Miele?
Christian Miele ist ein deutscher Unternehmer und Investor, der seit 2010 in der Tech-Szene aktiv ist. Als Partner beim Venture-Capital-Fonds Headline gehört Miele zu den deutschen Investoren mit internationalem Netzwerk und Fokus auf Frühphasen-Investments.
Der 39‑Jährige trägt einen der bekanntesten Nachnamen der deutschen Wirtschaft. Wer Miele hört, denkt wohl gleich an den deutschen Haushaltsgerätehersteller.
Und tatsächlich ist Christian Miele ein Teil der Unternehmerfamilie. Sein Ururgroßvater Carl Miele gründete den Konzern 1899 mit Reinhard Zinkann. Einer der aktuellen geschäftsführenden Gesellschafter ist sein Onkel, Dr. Markus Miele. Mit dem Geschäft des Waschmaschinen- und Kühlschrankherstellers hat der 1987 in Gütersloh geborene Nachkomme aber nichts zu tun. Ein Einstieg kam für ihn nie in Betracht, wie er in einem "Capital.de"-Beitrag schreibt.
Dort verrät er, dass zwei Herzen in seiner Brust schlagen, denn das Familienerbe hat ihn natürlich beeinflusst. Auf der einen Seite steht die New Economy mit digitalen Startups, auf der anderen die Old Economy mit etablierten Industrien:
Ich bin zwar durch die Startup-Szene geprägt, trotzdem haben mir die fünf Buchstaben meines Nachnamens einiges mitgegeben.
In der Startup-Szene gilt Miele als gut vernetzt und meinungsstark – seine oft zugespitzten Aussagen sorgen regelmäßig für Aufmerksamkeit. Einem breiteren Publikum ist Christian Miele durch seine Auftritte bei der Investor-Show "Die Höhle der Löwen" bekannt geworden. Dort war er neben den Stammlöwen Frank Thelen und Carsten Maschmeyer mehrmals als einer der Gast-Löwen dabei.
Christian Miele spricht über Startups und Innovation.
Bild: picture alliance / Hubert Burda Media
Der berufliche Werdegang von Christian Miele
Christian Miele begann seinen beruflichen Werdegang mit einem Studium im Bereich International Business in Köln. Später legte er seinen Master of Finance in Singapur und Frankreich ab. Ab 2010 war er als Executive Assistant beim Medienkonzern Bertelsmann tätig, bevor er bei der Rocket Internet AG in die Startup-Welt einstieg.
2012 gründete er mit zwei Freunden sein eigenes Unternehmen. Das Berliner Startup Todaytickets bot stark vergünstigte Eintrittskarten für Events am selben Tag an. 2015 verkauften die Inhaber ihre Firma an den spanischen Ticketanbieter Ticketea. Todaytickets ist inzwischen nicht mehr aktiv.
Miele übernahm danach eine Führungsrolle beim FinTech-Unternehmen Kreditech, konzentrierte sich aber zunehmend auf Investments. Seit 2015 ist er Partner beim Berliner VC‑Fonds Headline (früher e.ventures), der in europäische Tech‑Startups investiert.
Darüber hinaus sitzt er seit 2024 im Aufsichtsrat der AUTO1 Group SE, einem europaweit agierenden digitalen Gebrauchtwagenhändler. Zudem gehört er zum Aufsichtsgremium der Commerzbank.
Miele ist ein wichtiger Sprecher der Startup-Szene. So war er von 2021 bis 2023 Präsident des Bundesverbands Deutsche Startups. Unter seiner Führung setzte sich der Verband für gründungsfreundliche Reformen ein – von besserer Mitarbeiterbeteiligung über Bürokratieabbau bis hin zur Startup‑Strategie der Bundesregierung.
Für sein Engagement zeichnete das "Handelsblatt" Miele 2021 als "Investor des Jahres" aus. Er gilt als einer der wichtigsten Köpfe der europäischen Tech-Szene.
In welche Firmen investiert Christian Miele?
Als Investor konzentriert sich Christian Miele vor allem auf schnell wachsende Technologie-Startups in Europa, die internationales Wachstumspotenzial haben. Sein Fokus liegt auf Bereichen wie Künstliche Intelligenz, Software und digitalen Plattformen.
Zu den bekanntesten Beteiligungen seines Fonds Headline zählen unter anderem das französische KI-Unternehmen Mistral AI oder die österreichische Software-Firma PlanRadar. Miele bringt sich schon in frühen Phasen von jungen Unternehmen ein. Die Gründer:innen begleitet er dann beim Aufbau und bei der Skalierung ihrer Geschäftsmodelle.
Auch in den News:
Das politische Engagement von Christian Miele: Kritik an der eigenen Partei
Christian Miele äußert sich regelmäßig zu wirtschaftspolitischen Themen. Meist setzt er sich für bessere Rahmenbedingungen für Startups ein: Er fordert unter anderem einen konsequenten Abbau von Bürokratie, spricht sich für attraktivere Modelle der Mitarbeiterbeteiligung aus und plädiert für mehr Wagniskapital in Deutschland und Europa. Insgesamt kritisiert er, dass Innovationen zu oft an regulatorischen Hürden scheitern, und sieht im internationalen Vergleich großen Nachholbedarf.
2024 trat Miele in die CDU ein. Sein Ziel: sich als Unternehmer stärker politisch einbringen und zur Stärkung demokratischer Parteien beitragen.
Doch inzwischen kritisiert Miele seine Partei immer wieder scharf – und macht damit Schlagzeilen. In der Talkshow von Markus Lanz sprach er Anfang 2026 davon, dass alles "wirklich furchtbar" sei. Er drohte bereits, wieder aus der Partei auszutreten. Unter anderem kritisiert er, dass Reformen nicht kommen, es zu viel Streit gebe und die Bürokratie erstickend sei, wie er auf LinkedIn schreibt. Zudem verpasse Deutschland eine der "spannendsten Transformationen der Menschheitsgeschichte" – die Mischung aus KI und Robotik.
Vor der Bundestagswahl 2025 hatten ambivalente Aussagen von Miele zur AfD eine Debatte ausgelöst. Einerseits fand er in einem Post auf X/Twitter, dass durch die Brandmauer andere Koalitionen entstehen würden, als die Bürger:innen wollten. Gleichzeitig betont er aber, dass er die Brandmauer "auf keinen Fall" einreißen wolle, heißt es bei der "Wirtschaftswoche".
Weitere Themen
FAQ: Christian Miele
Der Haushaltsgerätehersteller Miele ist ein Familienbetrieb: Seit der Gründung 1899 gehört er den Familien Miele und Zinkann. Sie gehören damit zu den reichsten Deutschen. Das "manager magazin" schätzt ihr Gesamtvermögen 2025 auf fünf Milliarden Euro. Wie viel Geld davon Christian Miele gehört, ist aber nicht bekannt.
Christian Miele ist der Ururenkel des Miele-Gründers Carl Miele. Zu den Eltern des Unternehmers gibt es öffentlich keine Informationen. Sein Onkel Markus Miele ist jedoch einer der geschäftsführenden Gesellschafter des deutschen Traditionsunternehmens.
Zu seinem Privatleben macht Christian Miele keine Angaben. Es ist nicht bekannt, ob er eine Beziehung hat, verheiratet ist oder Kinder hat.
Verwendete Quellen:
Nachrichtenagentur dpa
Capital: "Generation Neustart"
Wirtschaftswoche: "Als AfD-Fan sieht sich keiner der Unternehmer – doch die Gemeinsamkeiten enden schnell"
Posts von Christian Miele bei LinkedIn und X/Twitter
Markus Lanz, Sendung vom 8. Januar 2026
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