Studie
Boden voller Schätze - wie die Ukraine ihr Rohstoff-Potenzial nach dem Krieg nutzen könnte
Veröffentlicht:
von Joachim VonderthannBlick auf einen Ilmenit-Tagebau in einer Schlucht in der ukrainischen Region Kirowohrad.
Bild: Efrem Lukatsky/AP/dpa
Die Ukraine besitzt wertvolle Rohstoffe, doch der Krieg hemmt ihren Beitrag zur Wirtschaft. Eine Studie der Friedrich-Ebert-Stiftung zeigt, wie das Land mehr aus seinen Ressourcen machen könnte und welche Hürden dabei bestehen.
Ukraine ist voller Rohstoffe wie Lithium und Titan
Die Ukraine verfügt über bedeutende Reserven kritischer Rohstoffe wie Lithium, Graphit, Mangan und Titan, die für die Energiewende und strategische Unabhängigkeit Europas von China von größter Bedeutung sein könnten. Diese Ressourcen könnten einen erheblichen Beitrag zur wirtschaftlichen Erholung des Landes leisten, doch aufgrund des russischen Angriffskriegs bleibt ihr Einfluss bislang gering. Eine aktuelle Studie der Friedrich-Ebert-Stiftung, die dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND) nach eigenen Angaben exklusiv vorliegt, zeigt Möglichkeiten und Hindernisse auf, wie die Ukraine langfristig mehr aus ihrem geologischen Schatz schöpfen könnte.
Durch Krieg wird nur ein Bruchteil genutzt
Im Jahr 2024 lagen die gesamten Exportgewinne der Ukraine durch kritische Rohstoffe demnach bei rund 85 Millionen Euro, was nur einen Bruchteil des geschätzten Potenzials von mehreren Milliarden Euro darstellt. Der Grund dafür liegt unter anderem darin, dass viele Rohstoffvorkommen nicht erschlossen sind, da die meisten Minen in den umkämpften Gebieten im Osten des Landes liegen. Zudem wurden wichtige Produktionsstätten bei russischen Angriffen gezielt zerstört. So fördert die Ukraine derzeit kein Lithium, obwohl es auf internationalen Märkten für die Batterieproduktion stark gefragt ist.
Ukraine als billiger Rohstofflieferant gesehen
Ein weiteres Problem laut der Studie ist das internationale Image der Ukraine als billiger Rohstofflieferant. Um das zu ändern, schlagen die Autoren die Einführung einer "Richtlinie für lokale Ressourcen" vor. Diese soll die nationale Wertschöpfung steigern, Arbeitsplätze schaffen und die heimische Industrie fördern. Statt nur abgebautes Material zu exportieren, sollte Kiew selbst die Weiterverarbeitung übernehmen – etwa durch lokale Zulieferer sowie technologische Entwicklung und Maschinenbau zur Weiterverarbeitung. Die Wertschöpfungspotenziale sind enorm: Wird Lithium im eigenen Land zu Batterien weiterverarbeitet, vervierfacht sich sein Marktwert. Ähnliches Potenzial besteht bei Grafit, Mangan und Silizium.
Studie: Rohstoffdeal mit Trump kontraproduktiv
Die Umsetzung dieser Strategie ist jedoch komplex, da bisher ein anderer Kurs verfolgt wurde. Handelsabkommen mit der EU und Vorgaben der Welthandelsorganisation schränken viele Maßnahmen ein, da sie inländische Präferenzen nahezu ausschließen. Auch der Rohstoffdeal mit den USA unter Präsident Donald Trump sieht keine Verbesserung der ukrainischen Wertschöpfung vor, da die Rohstoffe direkt an die USA gehen.
Dabei hätte die Ukraine gute Voraussetzungen: Viele gut ausgebildete Ingenieur:innen und langjährige Erfahrung im Bergbau könnten den Wandel unterstützen. Die Studienautor:innen empfehlen Kiew eine koordinierte Strategie mit Förderprogrammen und Ausnahmeregelungen zu entwickeln. Ziel müsse sein, nicht nur mehr zu fördern, sondern auch mehr im eigenen Land zu behalten und wirtschaftlich viel mehr zu profitieren.
Verwendete Quellen:
RND: "Wie die Ukraine ihre kritischen Rohstoffe für den Wiederaufbau nutzen kann"
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