Krypto-Branche

Bitcoin-Netzwerk büßt Rechenleistung ein: Muss man sich Sorgen machen?

Veröffentlicht:

von Joachim Vonderthann

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Bitcoin verliert Rechenleistung – KI lockt Miner weg

Videoclip • 01:52 Min • Ab 12


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Bitcoin hat innerhalb weniger Wochen mehr als ein Zehntel seiner Rechenleistung verloren – und das Netzwerk hat gleichzeitig die Mining-Schwierigkeit um rund zehn Prozent gesenkt. Ein Grund zur Panik?

Das Wichtigste in Kürze

  • Das Bitcoin-Netzwerk hat im Juni 2026 rund zwölf Prozent seiner Rechenleistung verloren.

  • Bitcoin verfügt über einen eingebauten Schutzmechanismus, der die Mining-Schwierigkeit automatisch anpasst.

  • Für direkte Bitcoin-Anleger:innen ist der Rückgang kaum relevant, während Aktionär:innen von Mining-Unternehmen achtgeben sollten.

Das Bitcoin-Netzwerk gerät ins Straucheln – zumindest auf den ersten Blick. Mitte Juni 2026 sank die sogenannte Hashrate, also die gesamte Rechenleistung aller weltweiten Bitcoin-Miner:innen, um rund zwölf Prozent auf etwa 886 Exahash pro Sekunde. Das ist knapp ein Viertel weniger als der Rekordwert vom Oktober 2025. Gleichzeitig senkte das Protokoll automatisch die Mining-Schwierigkeit um 10,09 Prozent – der zweitgrößte Rückgang in diesem Jahr. Klingt beunruhigend. Ist es aber nicht unbedingt, wie finanzen100.de berichtet.

Denn Bitcoin ist demnach mit einem eingebauten Sicherheitsmechanismus ausgestattet: Alle zwei Wochen passt das Netzwerk die Schwierigkeit der Rechenaufgaben automatisch an. Geht Rechenleistung verloren, wird das Mining leichter. Kommt sie zurück, steigt die Schwierigkeit wieder. Krypto-Experte Sascha Röhrer, vergleicht das mit einem Thermostat: "Der Rückgang der Schwierigkeit ist deshalb kein Defekt, sondern dieser Mechanismus bei der Arbeit."


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Bitcoin-Miner werden zu KI-Dienstleister:innen

Der eigentliche Grund für den Rückgang der Rechenleistung liegt woanders: Viele große Betreiber von Bitcoin-Rechenzentren stellen ihre Infrastruktur dem Bericht nach auf Künstliche Intelligenz (KI) um. Hintergrund ist eine einfache wirtschaftliche Logik – dieselbe Kilowattstunde Strom bringt in einem KI-Rechenzentrum derzeit mehr Gewinn als beim Bitcoin-Mining. Hinzu kam im Juni ein Kursrückgang von rund 15 Prozent beim Bitcoin, der besonders ältere und ineffiziente Anlagen unwirtschaftlich machte und zur Abschaltung zwang.

Branchengrößen wie IREN, Core Scientific und TeraWulf sollen laut Branchenschätzungen 2026 rund 70 Prozent ihrer Umsätze mit KI und Hochleistungsrechnen erzielen – nach lediglich drei bis fünf Prozent im Jahr 2024. Das Unternehmen IREN etwa sicherte sich einen Vertrag mit Microsoft im Wert von 9,7 Milliarden Dollar und hält bewusst keine Bitcoin-Reserve mehr. Bei Core Scientific entfielen bereits im ersten Quartal 2026 rund zwei Drittel des Umsatzes auf einen einzigen KI-Kunden.

Bitcoin bleibt sicher – trotz Rückgang

Was viele Anleger:innen am meisten besorgt, ist die Frage der Sicherheit. Weniger Rechenleistung könnte theoretisch einen Angriff auf das Netzwerk erleichtern – Fachleute sprechen von einer sogenannten 51-Prozent-Attacke. Doch dieses Szenario bleibt unrealistisch: Aktuelle Berechnungen zufolge würde ein einwöchiger Angriff rund sechs Milliarden Dollar kosten. Für reale Angreifer:innen ist das schlicht unerreichbar.

Ein Blick in die Vergangenheit gibt zusätzlich Entwarnung. Als China 2021 das Bitcoin-Mining von einem Tag auf den anderen verbot, verschwand über Nacht rund die Hälfte der weltweiten Rechenleistung. Dennoch erholte sich das Netzwerk innerhalb weniger Monate vollständig – die Miner:innen zogen einfach in andere Länder um. Der aktuelle Rückgang von etwa 23 Prozent gegenüber dem Höchststand ist im historischen Vergleich also moderat.

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Was bedeutet das für Anleger:innen?

Wer Bitcoin direkt besitzt, muss sich laut Röhrer kaum Sorgen machen: „Für Bitcoin-Besitzer ist der Hashrate-Rückgang weitgehend Nebengeräusch. Der Kurs folgt langfristig Angebot und Nachfrage, nicht der Rechenleistung", schreibt der Exoerte in seinem Beitrag für finanzen100.de.

Komplexer ist die Lage für Aktionär:innen von Mining-Unternehmen. Einerseits legte ein von 10x Research beobachteter Korb aus Krypto-Aktien 2026 um rund 56 Prozent zu, während Bitcoin selbst nur etwa um 17 Prozent nach oben ging. Andererseits warnt der Vermögensverwalter VanEck vor einer kurzfristigen Finanzierungslücke von rund 50 Milliarden Dollar und einem langfristigen Kapitalbedarf von bis zu 221 Milliarden Dollar. Bisher ist nur rund ein Viertel der vertraglich vereinbarten KI-Kapazitäten tatsächlich in Betrieb.

Dieser Beitrag wurde mit Unterstützung von Künstlicher Intelligenz (KI) erstellt und vor der Veröffentlichung von der Redaktion sorgfältig geprüft.


Verwendete Quellen:

Finanzen100.de: "Bitcoin verliert massiv an Rechenleistung – ist das ein Warnsignal?"

Investing.com: "JPMorgan: Bitcoin-Hashrate reagiert zunehmend sensibler auf Preisbewegungen"

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