Polizei warnt
Wenn der Traumwagen zur Falle wird: Betrüger zocken mit dieser neuen Auto-Masche ab
Aktualisiert:
von Michael Reimers:newstime
Autobranche tief in der Krise (30. Juli)
Videoclip • 01:55 Min • Ab 12
Mit täuschend echten Fake-Angeboten und KI-generierten Webseiten bringen Kriminelle Autokäufer und Händler um Tausende Euro. Worauf du bei der neuen Masche achten musst.
Das Wichtigste in Kürze
Kriminelle locken mit Fake-Inseraten für Autos, die es gar nicht gibt, und kassieren dafür hohe Anzahlungen.
Mithilfe künstlicher Intelligenz sind gefälschte Händlerseiten inzwischen kaum noch von echten zu unterscheiden.
Selbst erfahrene Kfz-Händler:innen geraten dadurch zunehmend in die Falle.
Die Suche nach dem perfekten Gebrauchtwagen kann teuer werden – und zwar, ohne dass man je ein Fahrzeug zu Gesicht bekommt. Betrüger:innen fluten das Internet mit gefälschten Auto-Inseraten und kassieren Anzahlungen für Fahrzeuge, die gar nicht existieren. Sowohl Privatpersonen als auch professionelle Autohändler:innen fallen auf die immer ausgefeilteren Tricks herein.
Die Pforzheimer Polizei warnte kürzlich via Instagram vor einer besonders perfiden Variante: Kriminelle bieten angebliche Unfallfahrzeuge zu Schnäppchenpreisen an. Das Problem dabei: Weder das Fahrzeug noch die vermeintlichen Verkäufer sind real. Die Opfer zahlen Anzahlungen von mehreren Tausend Euro – und sehen weder Auto noch Geld jemals wieder.
Auch in den News:
Künstliche Intelligenz macht Betrüger professioneller
Die Täter setzen zunehmend auf modernste Technologie. Der Verband des Kraftfahrzeuggewerbes Baden-Württemberg berichtet von täuschend echten Fake-Webseiten und gefälschten Händlerprofilen – komplett mit Logos, Impressum und Kontaktdaten. Dank künstlicher Intelligenz sind selbst Übersetzungsfehler, an denen man betrügerische Inserate früher noch erkennen konnte, heute Geschichte.
Aktuell kursieren besonders häufig Angebote für Autos aus angeblichen Insolvenzmassen, erklärt Stefan Obert vom Bundesverband freier Kfz-Händler. Dabei werden Namen real existierender Rechtsanwaltskanzleien missbraucht und gefälschte Gerichtsbeschlüsse vorgelegt. Auch vermeintliche Kataloge einer großen Autohandelsgruppe aus Süddeutschland mit Sonderangeboten sind im Umlauf.
Selbst Profis tappen in die Falle
Dass sogar erfahrene Kfz-Händler:innen auf die Maschen hereinfallen, liegt an der zunehmenden Professionalität der Kriminellen. Bei Geschäften zwischen Betrieben sei es üblich, Waren auch ungesehen zu kaufen, so Obert. Ein Katalog mit 30 bis 40 Seiten sei keine Seltenheit. Die Preise seien oft günstig – aber nicht so extrem, dass sofort Argwohn entstehe.
Carsten Beuß, Hauptgeschäftsführer des Kfz-Gewerbes Baden-Württemberg, spricht von einer regelrechten Betrugswelle, die mit neuen Tricks Fahrt aufnimmt und an Professionalität gewinnt. Der Bundesverband registrierte seinen Höhepunkt an Meldungen im Jahr 2024 und gab in jenem Jahr über 20 entsprechende Warnmeldungen aus.
Internationale Banden im Visier der Ermittler
Die Täter:innen agieren häufig aus dem Ausland. Ein spektakulärer Fall zeigt das Ausmaß: Ermittler:innen der Zentralstelle Cybercrime in Bamberg konnten zwei Verdächtige im Alter von 40 und 44 Jahren in Rumänien festnehmen. Die Männer sollen seit September mehr als 5.000 gefälschte Inserate auf Onlineplattformen seriöser Autohändler:innen veröffentlicht und Käufer:innen um mehr als 660.000 Euro gebracht haben. Bei Durchsuchungen fanden die Ermittler:innen Bargeld und Goldmünzen im Wert von etwa 100.000 Euro.
Auch Einzelpersonen werden Opfer: Ein 55-jähriger Mann aus Polen wurde bei einem angeblichen Autokauf über Deutschlands größte Online-Plattform für Gebrauchtfahrzeuge um rund 33.000 Euro betrogen. Die Betrüger:innen hatten ein falsches Inserat unter dem Namen eines echten Fahrzeughändlers veröffentlicht und glaubwürdig aussehende Rechnungen erstellt – allerdings mit einer falschen IBAN.
Wie sich Käufer:innen schützen können
Die Polizei verfolgt die Fälle über den "Weg des Geldes", doch oft landen die Summen zunächst auf Geldwäschekonten und werden mehrfach weiterüberwiesen. Plattformbetreiber wie "Autoscout24", "mobile.de" und "Kleinanzeigen" haben gemeinsam mit der Polizei die "Initiative Sicherer Autokauf im Internet" gegründet. Sie setzen technische Sicherheitsmechanismen und manuelle Prüfprozesse ein, um verdächtige Aktivitäten zu erkennen.
Ist das Geld einmal überwiesen, stehen die Chancen laut Verbraucherzentrale Baden-Württemberg schlecht, es zurückzubekommen. Oliver Buttler, Abteilungsleiter Telekommunikation, Internet und Verbraucherrecht, rät: Man müsse schnell die Bank oder die Polizei einschalten.
Dieser Beitrag wurde mit Unterstützung von Künstlicher Intelligenz (KI) erstellt und vor der Veröffentlichung von der Redaktion sorgfältig geprüft.
Verwendete Quellen:
Nachrichtenagentur dpa
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