Finanznot
An diesem Tag im März schließen bundesweit Apotheken
Aktualisiert:
von Jana WejkumApotheker:innen in ganz Deutschland schlagen Alarm – und wollen protestieren. (Symbolbild)
Bild: Julian Stratenschulte/dpa
Apothekerverbände in ganz Deutschland rufen zum Protest auf. Was Apotheker:innen erreichen wollen und was Kund:innen am Protesttag erwartet.
Die Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA) hat am Mittwoch (25. Februar) bundesweite Proteste angekündigt. Am 23. März werden zentrale Kundgebungen stattfinden. In ganz Deutschland werden Apotheken an diesem Tag schließen. Die Notfallversorgung bleibt durch Notdienst-Apotheken gewährleistet.
Apotheken werden "kaputtgespart"
In einer Pressemeldung begründet ABDA-Präsident Thomas Preis den Protest mit der finanziellen Notlage vieler Apotheken. "Wir wehren uns dagegen, dass die Apotheken kaputtgespart werden. Unsere Kosten sind in den letzten 13 Jahren um 65 Prozent gestiegen – die Vergütung hingegen stagniert." Preis gibt an, dass seit 2013 fast ein Fünftel aller Apotheken schließen musste.
Schuld daran sind laut den Apothekerverbänden unter anderem die bislang ausgebliebene Erhöhung des Verpackungshonorars. Dieses sollte laut Koalitionsvertrag von 8,35 auf 9,50 Euro pro Packung steigen. Die Apotheker:innen fordern, dies so schnell wie möglich umzusetzen. "Sonst wird die brandgefährliche Schließungswelle der Apotheken ungebremst weitergehen", warnt Preis.
Auch in den News:
Warnung vor "Apotheken ohne Apotheker"
Die Proteste richten sich auch gegen den Plan von "Apotheken ohne Apotheker", den ursprünglich der ehemalige Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) auf den Weg gebracht hatte. Ein Entwurf des sogenannten "Apothekenversorgung-Weiterentwicklungsgesetzes" wird am Freitag (27. Februar) erstmals im Bundestag beraten. Preis nennt den Entwurf einen "gefährlichen Irrweg".
Wie der BR im Juli 2024 berichtete, hatte die ABDA bereits damals extremen Widerstand gegen das Gesetz angekündigt. Demnach müssten Apotheker:innen nur zeitweise in der Apotheke anwesend sein, aber trotzdem die Verantwortung für den Betrieb tragen. Bestimmte Medikamente und Tätigkeiten dürfen in Deutschland nur von Apotheker:innen ausgegeben und durchgeführt werden.
Verwendete Quellen:
ABDA Bundesvereinigung. Deutscher Apothekerverbände: "Apotheken beschließen bundesweite Proteste und Apothekenschließungen"
BR: "Lauterbachs umstrittener Plan: Apotheken ohne Apotheker"
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