Cybersicherheit
Keine Updates mehr: Über eine Milliarde Android-Smartphones werden zum Risiko
Aktualisiert:
von Claudia ScheeleAndroid stellt Sicherheitsupdates ein - Milliarden Smartphones betroffen.
Bild: Franziska Gabbert/dpa-tmn
Mehr als 40 Prozent aller Android-Smartphones bekommen keine kritischen Sicherheitsupdates mehr – über eine Milliarde Geräte weltweit sind damit angreifbar. Besonders Besitzer:innen älterer Android-Versionen und der Galaxy‑S21‑Reihe sollten handeln.
Das Wichtigste in Kürze
Google liefert kritische Sicherheitsupdates nur noch für Android 13 bis 16 – Android 12 und älter sind aus dem Support, mehr als 40 Prozent aller Geräte sind damit dauerhaft verwundbar.
Samsung hat die beliebte Galaxy‑S21‑Reihe komplett aus der Update-Liste gestrichen, Galaxy S22 und S21 FE bekommen nur noch vierteljährliche Patches, das Risiko für Angriffe steigt.
Google Play Protect scannt zwar weiter bis zurück zu Android 7, kann aber fehlende System-Patches nicht ersetzen.
Google hat neue Verteilungszahlen zu Android veröffentlicht – und die fallen aus Sicht der IT-Sicherheit alarmierend aus. Laut den aktuellen Daten liefert Google nur noch für Android 13, 14, 15 und 16 Sicherheitsfixes für Schwachstellen im Betriebssystem. Android 12 und älter sind offiziell aus dem Support gefallen. Wer sein Handy nicht mindestens auf Android 13 aktualisieren kann, hat damit dauerhaft offene Sicherheitslücken.
Das US-Magazin "Forbes" rechnet vor: Diese älteren Versionen laufen noch auf mehr als 40 Prozent aller Android-Smartphones, also auf über einer Milliarde Geräte weltweit. Neue Malware- und Spyware-Angriffe treffen diese Handys ohne Aussicht auf ein System-Update.
Über eine Milliarde Geräte ohne System-Patches
Android 16 lief zum Zeitpunkt der Datenerhebung im Dezember erst auf 7,5 Prozent der Geräte, Android 15 auf 19,3 Prozent, Android 14 auf 17,9 Prozent und Android 13 auf 13,9 Prozent. Zusammengenommen haben damit knapp 58 Prozent der Smartphones noch vollen Support von Google – der Rest fällt aus dem Raster.
Wer ein Gerät nutzt, das auf Android 12 oder älter feststeckt, sollte laut Expert:innen ernsthaft über ein neues Smartphone nachdenken. "Wenn Ihr Android‑Telefon nicht auf Android 13 oder neuer aktualisiert werden kann, müssen Sie ein Upgrade ernsthaft in Betracht ziehen", zitiert "Forbes" einen Sicherheitsexperten. Sinnvoller sei "ein aktuelles Mittelklassegerät als ein älteres Highend‑Modell, das keine Updates mehr bekommt".
Besonders kritisch: Samsung Galaxy S21 ohne Updates
Die Update-Lücke betrifft nicht nur sehr alte Modelle. Mehrere Fachportale berichten, dass Samsung still und leise die Sicherheitsupdates für seine Galaxy‑S21‑Reihe (S21, S21+, S21 Ultra) beendet hat. Die Geräte tauchen nicht mehr auf Samsungs offizieller Liste für Sicherheitsupdates auf. Das Magazin PCMag schreibt, "das Ende der Straße ist für drei von Samsungs beliebtesten Flaggschiffen erreicht" und rät Nutzer:innen, über ein Upgrade nachzudenken, weil ein Weiterbetrieb "erhebliche Sicherheitsrisiken" mit sich bringen könne.
Auch TechRadar warnt, wer weiterhin ein Galaxy S21, S21 Plus oder S21 Ultra nutze, müsse damit rechnen, dass es "keine Betriebssystem‑ oder Sicherheitsupdates mehr" gebe. Parallel dazu wurden das Galaxy S22 und das Galaxy S21 FE von monatlichen auf vierteljährliche Sicherheitsupdates heruntergestuft – das vergrößert das Zeitfenster, in dem neue Sicherheitslücken ausgenutzt werden können.
Auch in den News:
Play Protect hilft – ersetzt aber keine Systemupdates
Google verweist darauf, dass der integrierte Schutz Play Protect weiterhin auch auf älteren Geräten aktiv ist. Ein Unternehmenssprecher erklärte, "Google Play Protect, der integrierte Schutz vor Schadsoftware und unerwünschter Software in Android, unterstützt weiterhin Geräte bis zurück zu Android 7, um Nutzer:innen zu schützen". Diese Geräte würden noch mit aktuellen Signaturen versorgt und in Echtzeit auf Malware gescannt.
Das ändert jedoch nichts daran, dass Schwachstellen im System selbst für Android 12 und älter nicht mehr gefixt werden. Neue Exploits im Betriebssystem bleiben also dauerhaft offen – selbst wenn Apps noch Updates erhalten. Google betont zudem, dass "Sicherheitsupdates für Apps von den einzelnen Entwickler:innen verwaltet werden", sie könnten ältere Hardware weiter unterstützen, solange ihre Apps die aktuellen Vorgaben für die Ziel‑API erfüllten.
Was Nutzer:innen jetzt tun sollten
Wer ein Android‑Smartphone nutzt, sollte zuerst prüfen, welche Version installiert ist und ob noch ein Update auf Android 13 oder neuer möglich ist. Wenn das Gerät keine neuere Version mehr angeboten bekommt – oder ein Modell wie das Galaxy S21 verwendet wird, das aus dem Update-Programm gefallen ist –, führt am Ende meist kein Weg an einem Gerätewechsel vorbei.
Bis dahin gilt: Nur Apps aus vertrauenswürdigen Quellen installieren, keine veralteten Anwendungen nutzen, unnötige Berechtigungen entziehen und auf verdächtige Links in Mails oder Messengern verzichten. Klar ist aber: Den strukturellen Nachteil fehlender Sicherheitsupdates können Vorsichtsmaßnahmen nur begrenzt ausgleichen. Wer sein Smartphone täglich für Banking, Mails, Fotos und sensible Kommunikation nutzt, fährt mit einem unterstützten Gerät deutlich sicherer.
Verwendete Quellen:
Forbes: "Google Issues Android Update—40% Of All Phones Now At Risk"
chip.de: "Sicherheitsrisiko bei Android: Diese Nutzer sollten jetzt über ein neues Handy nachdenken"
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