Krise in der Chemiebranche

4.800 Stellen entfallen: Chemieriese BASF verstärkt Sparkurs

Veröffentlicht:

von Jana Wejkum

BASF spart Milliarden gegen die Krise in der Chemiebranche. (Archivbild)

Bild: Uwe Anspach/dpa


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Die Chemiebranche steckt in einer tiefen Krise. Der weltgrößte Chemiekonzern BASF erwartet ein schweres Jahr und will noch mehr sparen. Dieser Standort ist besonders betroffen.

Das Wichtigste in Kürze

  • Der Chemieriese BASF will bis Ende des Jahres mit insgesamt 2,3 Milliarden 200 Millionen Euro mehr einsparen als geplant.

  • BASF begegnet damit einer schweren Krise in der Chemiebranche, die dazu führt, dass der Konzern im vergangenen Jahr seine Ziele verfehlte.

  • Bis 2025 hatte BASF bereits 4.800 Stellen abgebaut, jetzt will der Konzern seine Investitionen stark drosseln.

Der weltgrößte Chemiekonzern BASF will seinen Sparkurs weiter verschärfen. Bis Ende 2026 sollen statt 2,1 Milliarden Euro jährlich 2,3 Milliarden eingespart werden.

Bis Dezember 2025 sind innerhalb der letzten zwei Jahre rund 4.800 Jobs entfallen, wie Finanzvorstand Dirk Elvermann in Ludwigshafen berichtete. Etwa die Hälfte der Streichungen betraf Deutschland. Damit beschäftigt BASF Stand 2025 noch etwas mehr als 108.000 Mitarbeiter:innen weltweit.

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Angespannte Marktlage

Vorstandschef Markus Kamieth gab sich zufrieden mit den Fortschritten beim Senken der Kosten. Zum Aufatmen sei es jedoch zu früh. "Aus heutiger Sicht rechnen wir kurzfristig weder mit einer nennenswerten Markterholung noch mit einer deutlichen Entspannung der geopolitischen Lage", zitiert ihn das "Manager Magazin".  2026 werde wahrscheinlich ein Übergangsjahr, in dem man mit "deutlichem Gegenwind" rechnen müsse, so Kamieth weiter.

Als Gründe für die Krise in der Chemiebranche gelten eine schwache Nachfrage, hohe Energiepreise, Überkapazitäten und ausländische Konkurrenz, vor allem aus China.

Noch keine Profite durch neues China-Werk

BASF will dem Kostendruck mit einem neuen Standort in China begegnen. Das Werk im südchinesischen Zhanjiang brauche laut Kamieth noch Zeit, um profitabel zu werden. Ab 2027 werde an dem neuen Standort mit 1.000 Mitarbeitenden mit schwarzen Zahlen gerechnet.

Das Ludwigshafener Stammwerk steht aufgrund der geringen Auslastung hingegen unter Druck. Dort sichert eine Vereinbarung die Jobs der 33.000 Beschäftigten vorerst vor betriebsbedingten Kündigungen. Ab 2028 wird weiterer Stellenabbau erwartet.

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BASF drosselt Investitionen

Seine Ziele für das abgelaufene Geschäftsjahr hatte BASF verfehlt. Der Umsatz war um rund drei Prozent auf 59,7 Milliarden Euro gesunken. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) war um neun Prozent auf 6,6 Milliarden Euro gesunken.

Für 2026 nimmt sich BASF vor, ein Ebitda zwischen 6,2 Milliarden und 7,0 Milliarden Euro zu erreichen. Die Dividende für die Aktionär:innen soll weiterhin bei 2,25 Euro liegen.

Einschnitte wird es laut Finanzvorstand Elvermann bei den Investitionen geben: Mit insgesamt 13 Milliarden Euro bis 2029 wurden diese um fast ein Drittel gedrosselt. Es habe in den vergangenen Jahren genug Investitionen gegeben, so Elvermann, man konzentriere sich deshalb auf Maßnahmen zur Stärkung der Bilanz.


Verwendete Quellen:

Nachrichtenagentur dpa

Manager Magazin: "BASF verschärft Sparkurs und kürzt Investitionen"

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