Firma aus Baden-Württemberg
Warum Kärcher weltweit kostenlos berühmte Bauwerke reinigt
Veröffentlicht:
von Claudia FrickelEin Kärcher-Reinigungsgerät in charakteristischem Gelb.
Bild: picture alliance / NurPhoto
Die Firma Kärcher ist auf Reinigungstechnik für Zuhause und den professionellen Einsatz spezialisiert – und kümmert sich auch um die Säuberung historischer Bauwerke. Über 200 davon hat sie seit 1980 kostenlos gereinigt. Nun steht ein neues Projekt an.
Die Christusstatue in Rio de Janeiro, Mount Rushmore in den USA, das Brandenburger Tor in Berlin, das Heidelberger Schloss oder die Kolonnaden am Petersplatz in Rom: Alle diese Bauwerke haben eines gemeinsam. Das deutsche Unternehmen Kärcher reinigte sie professionell, mit aufwendigen Methoden – und kostenlos.
Die baden-württembergische Firma startete 1980 damit, bedeutende Denkmäler zu säubern – auf allen fünf Kontinenten. Kärcher bezeichnet diese Initiative als "Kultursponsoring".
Der Hersteller von Reinigungsgeräten möchte damit zu einer "sauberen Umwelt beitragen", wie es auf seiner Webseite heißt. Dazu gehören für ihn neben der sparsamen Verwendung von Ressourcen wie Rohstoffen, Energie und Wasser auch "anspruchsvolle Reinigungsprojekte am Kulturerbe der Menschheit".
Über 200 Denkmäler hat Kärcher in knapp 45 Jahren von Schmutz befreit. Diese sind täglich Wind, Wetter, Abgasen und Umweltverschmutzung ausgesetzt. Staub, Ruß und biologische Ablagerungen können die Oberflächen langfristig beschädigen.
Ein Kärcher-Mitarbeiter reinigt den Kopf des über 34 Meter hohen Bismarck-Denkmals in Hamburg.
Bild: picture alliance/dpa
Bei den Reinigungsprojekten kommen deshalb speziell entwickelte Verfahren zum Einsatz. Die Expert:innen von Kärcher analysieren zunächst, aus welchem Material ein Bauwerk besteht und welche Verschmutzungen entfernt werden sollen.
Anschließend nutzen sie passende, schonende Methoden, zum Beispiel Heißwasser-Hochdruck, Dampf oder andere Reinigungstechniken. Ziel ist es, die ursprüngliche Oberfläche zu erhalten, ohne das Denkmal zu beschädigen.
Die Arbeiten können je nach Größe Wochen oder Monate dauern. Die Reinigung der Christusstatue in Rio dauerte rund einen Monat, die des Bismarck-Denkmals in Hamburg zwei Monate.
Mit einer einzigen Säuberungsaktion ist es meist nicht getan: Die Bauwerke verschmutzen schließlich mit der Zeit wieder. Die Christusstatue etwa putzte Kärcher insgesamt schon fünfmal.
Aktuelles Reinigungsprojekt: Kapelle an Mont-Saint-Michel
In der zweiten Jahreshälfte 2026 beginnt Kärcher mit der restauratorischen Reinigung der Kapelle Saint-Aubert am Fuß des Unesco-Welterbes Mont-Saint-Michel in Frankreich. Treppen, Mauern, das Dach und die Statue des Heiligen Aubert reinigen Kärcher-Techniker:innen mit Heißwasser-Hochdruckreinigern in der Dampfstufe – ganz ohne Chemie.
Die ursprüngliche Farbe des Granits und der Schieferplatten soll damit freigelegt werden. Anschließend können Denkmalfachleute ihren Zustand exakter beurteilen und die Restaurierung besser planen. Für die Mosaikfliesen im Inneren der Kapelle verwenden die Kärcher-Mitarbeiter:innen eine wendige Scheuersaugmaschine.
"So wollen wir einen wichtigen Beitrag zum langfristigen Erhalt dieser bedeutenden Welterbestätte leisten”, sagt Nick Heyden, bei Kärcher verantwortlich für die Durchführung der Reinigung.
FAQ: Kärcher
Ja, Kärcher ist ein deutsches Unternehmen und hat seinen Sitz in Winnenden in Baden-Württemberg. Viele Produkte wie professionelle Kehrmaschinen sowie Hochdruckreiniger, Dampfreiniger und Staubsauger für Privatkund:innen werden in deutschen Werken gefertigt. Daneben hat Kärcher weltweit verschiedene Produktions- und Logistikstandorte, zum Beispiel in Mexiko, Brasilien und China.
Alfred Kärcher gründete die Firma 1935. Heute handelt es sich um einen global agierenden Konzern mit einem Umsatz von knapp 3,5 Milliarden Euro im Jahr 2025. Das Unternehmen ist Weltmarktführer bei Reinigungsgeräten.
Alfred Kärcher SE & Co. KG ist bis heute ein Familienbetrieb. Nach dem Tod von Firmengründer Alfred Kärcher 1959 leitete seine Frau Irene Kärcher den Betrieb 30 Jahre lang. Zwar wurde die operative Leitung inzwischen von einer Geschäftsleitung übernommen. Aber das Unternehmen befindet sich immer noch im Besitz der Familie: Die SKB GmbH und die Johannes Kärcher Beteiligungsgesellschaft mbH halten jeweils 50 Prozent der Anteile der Firma. Dahinter stecken die beiden Kinder des Ehepaars Kärcher.
Verwendete Quellen:
Kärcher-Webseite und Pressebereich
Baulinks: "Kärcher Kultursponsoring: Reinigung der Kapelle am Mont-Saint-Michel"
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