160 Liter pro Quadratmeter

Luftmassengrenze über Deutschland: Wetterexperten rechnen mit starken Niederschlägen

Aktualisiert:

von Oliwia Kowalak

Sat.1 NRW

Die Wettervorhersage vom 19.08.2026

Videoclip • 54 Sek


Aktuell trifft über Deutschland kalte Luft aus dem Norden auf tropische Südluft. Die Luftmassengrenze kann laut deutschen Wettermodellen zu starken Niederschlägen und Überflutungen führen.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Luftmassengrenze über Deutschland wird laut DWD Regen und Unwetter von Rheinland-Pfalz bis nach Sachsen bringen.

  • Laut Berechnungen des deutschen Wettermodells ICON sollen teils sogar bis zu 160 Liter pro Quadratmeter fallen.

  • Die Temperaturen fallen bundesweit unter die 30-Grad-Marke und erreichen im Norden Höchstwerte von 20 Grad, im Süden und Osten 27 Grad.

Restbestände der vergangenen Hitzewellen lassen sich in einigen Teilen Deutschlands noch deutlich spüren. Doch nun brodelt sich am Himmel offenbar eine heftige Gewitterfront zusammen – eine Luftmassengrenze legt sich über Deutschland.

Bereits ab Mittwochabend (19. August) war es stellenweise zu starken Regenfällen und schweren Gewittern gekommen.

Die Gewitter zogen in der Nacht laut DWD von Rheinland-Pfalz bis nach Sachsen. Auch werden demnach Gewitter südlich der Donau erwartet. Für Donnerstag (20. August) sagen Wetterexpert:innen dann bereits ab den frühen Morgenstunden im Norden und Süden teils Schauer und kräftige Unwetter voraus. Am Alpenrand soll es mehrere Stunden stark regnen.

Luftmassengrenze: Wetterexperten uneinig

Eine sogenannte Luftmassengrenze ist ein Übergangsbereich, in dem kalte und warme Luftmassen zusammentreffen und sich nicht sofort verdrängen. Schwül-warme, teils tropische Luft aus dem Süden mit bis zu 30 Grad trifft aktuell auf kühlere Atlantikluft aus dem Norden bei Temperaturen um die 20 Grad Celsius. Bewegen sich die Luftmassen über einen längeren Zeitraum nicht, so kann dies zu sehr heftigen Regenfällen und Überflutungen führen.

Über den Verlauf der aufziehenden Wetterfront sind sich Meteorolog:innen unterdessen aber noch uneins. Denn nach dem deutschen Wettermodell ICON sollen in der kommenden Woche gebietsweise sogar bis zu 160 Liter pro Quadratmeter fallen. Bei so starken Regenfällen gehen Wetterexperten davon aus, dass es zu überfluteten Straßen und vollgelaufenen Kellern führen könnte, wie "daswetter.com" berichtet. Das amerikanische Wettermodell GFS zeichnet dagegen ein anderes Bild. Demnach wird die Wetterfront sich nicht über Deutschland entladen, sondern soll südlich vorbeiziehen.

Niederschlag ist in der Meteorologie nie genau vorhersehbar. Während Temperaturberechnungen auch weitflächig akkurat sind, werden Niederschlagsprognosen von vielen Faktoren beeinflusst: Temperatur, die Verteilung der Luftfeuchtigkeit oder Aufwinde. Das Zusammenspiel ist so komplex, dass Wettermodelle die Prozesse immer in vereinfachter Form darstellen. Auch können Meteorologen nur schwer voraussagen, wo genau sich das Gewitter entladen wird.

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Starkregen und Überflutungen möglich

Die Expert:innen von "daswetter.com" befürchten aber, dass es beim Aufprall der warmen und kalten Luft in der Mitte und dem Süden Deutschlands zu heftigen Niederschlägen kommen könnte. Gewitter könnten sich dort zu Ketten zusammenschließen und über Stunden am selben Ort regnen. Es wird daher mit Starkregen und sogar Überflutungen gerechnet.

Am Donnerstag kühlen sich laut DWD-Prognose die Temperaturen wieder ab. Im Süden und Osten sind demnach 27 Grad möglich, an der Küste könnte die auf 20 Grad steigen, in der Mitte auf 24 Grad. Auch am Freitag (21. August) soll es weiterhin wechselhaft bleiben. Mit kräftigem Regen wird entlang und südlich der Donau gerechnet. In der Mitte wird es am späten Nachmittag und Abend wieder nass. Von Nordwesten und Westen ziehen einzelne Gewitter auf.


Verwendete Quellen:

Nachrichtenagentur dpa

daswetter.com: "„160 Liter in wenigen Stunden?!" – Luftmassengrenze legt sich über Deutschland: DIESE Regionen trifft es knallhart"

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