Wirtschaft in Bayern
Schwache Konjunktur: Mehr Firmeninsolvenzen in Bayern
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von Magdalena FürstDas Logo der Wirtschaftsauskunftei Creditreform.
Bild: Martin Schutt/dpa
Der Freistaat steht zwar noch besser da als die meisten anderen Bundesländer, rutsch aber einen weiteren Platz ab.
Zahl der Firmeninsolvenzen in Bayern steigt
Die Zahl der Firmenpleiten in Bayern steigt. Für das erste Halbjahr schätzt die Wirtschaftsauskunftei eine Zahl von 1.780 Insolvenzen, wie sie mitteilt. Das sind 6,6 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Pro Werktag mussten damit fast 15 Unternehmen den Weg zum Amtsgericht gehen.
Immerhin kommt Bayern dabei besser weg als die meisten anderen Bundesländer. Nicht nur, dass es beim Zuwachs der Insolvenzen unter dem Bundesdurchschnitt von 7,8 Prozent liegt. Mit 60 Insolvenzen pro 10.000 Unternehmen hat der Freistaat zudem eine der niedrigsten Insolvenzquoten Deutschlands. Nur im Saarland, Mecklenburg-Vorpommern und Thüringen ist die Quote mit 49, 38 und 37 Insolvenzen pro 10.000 Unternehmen geringer. Negativer Spitzenreiter ist Berlin mit 120, deutscher Durchschnitt sind 82.
Allerdings hat Bayern im Ranking erneut einen Platz verloren. Vor einem Jahr hatte der Freistaat noch eine Quote von 55 und nur Thüringen und das Saarland waren besser. Im ersten Halbjahr 2024 war Bayern sogar noch auf Rang 2 der niedrigsten Insolvenzquoten.
Branchenmix und Kaufkraft machen den Unterschied
Als Grund für die Unterschiede zwischen den Bundesländern nennt Creditreform unter anderem den Branchenmix. Wo es viele Betriebe aus Baugewerbe, Einzelhandel oder Gastgewerbe gebe, sei die Quote oft höher. Allerdings spiele auch die allgemeine wirtschaftliche Lage einer Region eine wesentliche Rolle - unter anderem die Kaufkraft der Bevölkerung oder die Lage am Arbeitsmarkt. Hier ist Bayern im Bundesländervergleich weit vorne.
Bundesweit ist die Zahl der Unternehmensinsolvenzen auf 12.900 gestiegen, das ist laut Creditreform der höchste Wert für ein erstes Halbjahr seit 2013. Nach mehreren Jahren wirtschaftlicher Stagnation und Rezession seien viele Unternehmen finanziell geschwächt. "Die steigenden Insolvenzzahlen offenbaren eine tiefe strukturelle Krise bei unseren Unternehmen, die durch den Konflikt im Nahen Osten noch mal verschärft wurde", sagt Patrik-Ludwig Hantzsch, Leiter der Creditreform Wirtschaftsforschung. Vor allem der starke Anstieg der Energie- und Rohstoffpreise habe Unternehmen und Verbraucher belastet.
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Verwendete Quelle:
Nachrichtenagentur dpa
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