Steuern im Ruhestand

Rentenbesteuerung: Warum immer mehr Senioren mehr zahlen müssen

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von Claudia Scheele

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Rentenbesteuerung steigt: So viel Geld bekommt der Staat

Videoclip • 01:22 Min • Ab 12


Die Steuerlast auf Renten wächst seit Jahren. Doch längst nicht alle Ruheständler:innen sind betroffen – entscheidend sind Rentenhöhe, weitere Einkünfte und der persönliche Freibetrag.

Das Wichtigste in Kürze

  • Steuerpflichtige mit Renteneinkünften zahlten 2025 laut Finanzministerium rund 63 Milliarden Euro Einkommensteuer.

  • Neue Renten werden schrittweise stärker besteuert, vollständig steuerpflichtig sind neue Jahrgänge erst ab 2058.

  • Ob jemand im Ruhestand Steuern zahlt, hängt nicht allein von der Rente ab, sondern auch von weiteren Einkünften und dem Grundfreibetrag.

Die Einkommensteuer auf Renteneinkünfte bringt dem Staat immer mehr Geld. Nach einer Simulation des Bundesfinanzministeriums zahlten Steuerpflichtige mit Renteneinkünften im Jahr 2025 rund 63 Milliarden Euro Einkommensteuer. Das sind fast ein Viertel mehr als 2021.

Auch der steuerpflichtige Anteil der gesetzlichen Renten steigt. Laut Statistischem Bundesamt waren 2025 rund 72 Prozent aller Rentenleistungen einkommensteuerpflichtig – das entspricht 304 von insgesamt 423 Milliarden Euro. Das bedeutet allerdings nicht, dass alle Rentner:innen tatsächlich Einkommensteuer zahlen müssen.


Urteil von 2002 veränderte die Rentenbesteuerung

Auslöser für die Reform war ein Urteil des Bundesverfassungsgerichts aus dem Jahr 2002. Damals ging es um die unterschiedliche Besteuerung von Pensionen und gesetzlichen Renten. Seit 2005 werden Renten schrittweise stärker besteuert, während Beiträge zur Altersvorsorge im Berufsleben steuerlich stärker berücksichtigt werden.

Neue Renten werden künftig erst ab 2058 vollständig steuerpflichtig sein. Ursprünglich war das bereits für 2040 vorgesehen. Der Gesetzgeber verlängerte die Übergangsphase 2024 mit dem Wachstumschancengesetz, um das Risiko einer unzulässigen Doppelbesteuerung zu verringern. Damit soll verhindert werden, dass auf denselben Teil der Rente sowohl bei der Einzahlung als auch bei der Auszahlung Steuern anfallen.

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Nicht jede Rente führt automatisch zu Steuern

Ob Ruheständler:innen tatsächlich Steuern zahlen, hängt vom gesamten Einkommen ab. Wer außer der gesetzlichen Rente keine weiteren Einnahmen hat und mit dem steuerpflichtigen Anteil unter dem Grundfreibetrag von 12.348 Euro im Jahr 2026 bleibt, muss in der Regel keine Einkommensteuer zahlen.

Anders kann es bei zusätzlichen Einkünften aussehen, etwa durch Betriebsrenten, Mieteinnahmen, Kapitalerträgen oder einen Nebenjob. Zum Juli 2025 rutschten laut Bundesfinanzministerium rund 73.000 weitere Rentner:innen erstmals in die Steuerpflicht. Auch höhere Renten neuer Jahrgänge und zusätzliche Vermögen können dazu beitragen, dass mehr Menschen eine Steuererklärung abgeben müssen.

Die frühere BSW-Vorsitzende Sahra Wagenknecht kritisierte die Entwicklung scharf und nannte die Rentensteuer laut "WirtschaftsWoche" eine "Respektlos-Steuer". Der Präsident des Bundesverbands der Rentenberater, Andreas Irion, mahnte dagegen Differenzierung an. Steigende Steuerzahlen hingen nicht allein mit Rentenerhöhungen zusammen, sagte er der "WirtschaftsWoche", sondern könnten auch damit zu tun haben, dass neue Rentner:innen im Schnitt mehr Einkommen oder Vermögen mitbringen.


Verwendete Quellen:

Frankfurter Rundschau: "Mehr Steuern auf die Rente: Finanzminister jubelt, Rentner zahlen"

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