Grentzübergang soll öffnen

Zahlreiche Tote nach israelischen Luftangriffen in Gaza

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von dpa

Israel hat kürzlich der befristeten Öffnung des Grenzübergangs Rafah in Gaza zugestimmt.

Bild: Gehad Hamdy/dpa


Bei neuen Luftangriffen im Gazastreifen sind nach Angaben örtlicher Behörden mindestens 32 Menschen getötet worden. Gleichzeitig soll der Übergang zwischen Ägypten und Gaza zeitweilig öffnen.

Das Wichtigste in Kürze

  • In Gaza ist es zu erneuten Luftangriffen durch Israel gekommen.

  • Mehr als 32 Menschen sollen getötet worden sein.

  • Gleichzeitig hoffen zahlreiche Patient:innen in Gaza, wegen des geöffneten Übergangs in Ägypten behandelt werden zu können.

Bei israelischen Luftangriffen im Gazastreifen sind nach Angaben des palästinensischen Zivilschutzes mindestens 32 Menschen getötet worden. Sprecher Mahmud Bassal sagte der Deutschen Presse-Agentur, bei einem Angriff auf eine Polizeistation im Stadtteil Scheich Radwan im Norden der Stadt Gaza seien 14 Menschen ums Leben gekommen. Weitere sieben Todesopfer habe es unter anderem im Süden des Gazastreifens gegeben, als ein Zelt von Binnenvertriebenen beschossen worden sei.

Es war einer der tödlichsten seit Beginn der Waffenruhe im Gazastreifen am 10. Oktober 2025. Die israelische Armee teilte mit, sie habe Kommandeur:innen und Infrastruktur der Terrororganisationen Hamas und Islamischer Dschihad im Gazastreifen angegriffen. Ziele seien unter anderem ein Waffenlager, eine Waffenwerkstatt und zwei Abschussrampen der Hamas gewesen. Die Angaben lassen sich nicht unabhängig überprüfen.

Zwischen Ägypten und Gaza: Übergang soll zeitweise öffnen

Gleichzeitig soll der seit fast einem Jahr geschlossene Grenzübergang Rafah zwischen Ägypten und dem Gazastreifen am Sonntag wieder begrenzt für den Personenverkehr öffnen. Damit könnten nach langer Wartezeit wieder Palästinenser:innen über Rafah aus dem Kriegsgebiet aus- und unter bestimmten Bedingungen auch einreisen. Israels zuständige Cogat-Behörde sowie die Armee hatten den Schritt am Freitag angekündigt. Hilfslieferungen sollen aber unverändert über andere Grenzübergänge nach Gaza kommen.

Rafah gilt als wichtigstes Tor des Gazastreifens zur Welt außerhalb des strikt abgeriegelten Küstengebiets. Er ist der einzige Grenzübergang, der nicht nach Israel führt. Israels Militär kontrolliert derzeit aber auch die palästinensische Seite des Übergangs. Die Armee hatte während der Offensive im Gazastreifen im Mai 2024 auf palästinensischer Seite die Kontrolle übernommen. Wie viele Menschen künftig jeden Tag in das Gebiet einreisen beziehungsweise es verlassen können, ist unklar.

Rund 20.000 kranke Palästinenser:innen warten nach Angaben der von der Hamas kontrollierten Gesundheitsbehörde im Gazastreifen derzeit auf eine Ausreise zur Behandlung nach Ägypten. Darunter seien 440 akute Notfälle, bei denen es um das Überleben gehe. Zudem stünden rund 4.000 Krebspatient:innen sowie 4.500 Kinder auf einer Dringlichkeitsliste. Mit Öffnung des Grenzübergangs Rafah ist die erste Phase des Nahost-Friedensplans von US-Präsident Donald Trump abgeschlossen.

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