"Völlig unrealistisch"

Trump-Schwiegersohn stellt Pläne für Wiederaufbau von Gaza vor

Veröffentlicht:

von Momir Takac

Trumps Schwiegersohn Jared Kushner stellt in Davos den Wiederaufbau-Plan des Gazastreifens vor.

Bild: picture alliance / Anadolu


Geht es nach Jared Kushner, könnten bereits in drei Jahren 100.000 Wohneinheiten in Rafah entstehen. Er nannte aber eine wichtige Bedingung.

Das Wichtigste in Kürze

  • Trumps Schwiegersohn Kushner hat in Davos Pläne für den Wiederaufbau des Gazastreifens präsentiert.

  • So soll zunächst der Ort Rafah in zwei bis drei Jahren neu errichtet werden.

  • Geplant sind dort 100.000 Wohneinheiten und Dutzende medizinische Einrichtungen.

Es sind kühne Pläne: Der Schwiegersohn von US-Präsident Donald Trump, Jared Kushner, hat auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos einen Plan zum Wiederaufbau des Gazastreifens vorgestellt. Dieser soll beginnend mit der Stadt Rafah in Etappen erfolgen. Als Voraussetzung nannte Kushner, der auch Trumps Nahostberater ist, die Entwaffnung der Terrororganisation Hamas.

Trumps Schwiegersohn Kushner präsentiert Plan für Wiederaufbau des Gazastreifens

Kushners "Masterplan" sieht vor, dass in zwei bis drei Jahren zunächst in Rafah 100.000 Wohneinheiten und mindestens 75 medizinische Einrichtungen entstehen. "Wir haben bereits damit begonnen, die Trümmer zu beseitigen und einen Teil der Abrissarbeiten auszuführen", sagte Trumps Schwiegersohn in Davos, während mehrere Staats- und Regierungschefs die Charta von Trumps neu gegründeten "Friedensrats" unterzeichneten. Anschließend sollen nach und nach weitere nördlich gelegene Orte wiederaufgebaut werden.

Eine Grafik zeigt, dass der Küstenabschnitt des Gazastreifens für den Tourismus vorgesehen ist. Dahinter, weiter im Innerenn, sollen Wohn- und Industriegebiete gebaut werden. Aus der Grafik geht auch hervor, dass Wolkenkratzer und von Bäumen gesäumte Straßen an der Küste entstehen sollen. Im Süden an der Grenze zu Ägypten ist zudem ein Flughafen geplant.

Entwaffnung der Hamas als Voraussetzung

"Wir glauben, dass dies den Menschen in Gaza wirklich die Möglichkeit gibt, ihre Hoffnungen zu verwirklichen", sagte Kushner über den vorgestellten "Masterplan". Was es kosten wird, blieb zunächst unklar. Ebenso die Antwort auf die Frage, wer den Wiederaufbau bezahlen wird. Allerdings kündigte Trumps Schwiegersohn in den kommenden Wochen eine Konferenz in Washington an, wo über Investitionen im Gazastreifen gesprochen werden soll.

Voraussetzung für einen schnellen Wiederaufbau sei militärische Sicherheit, sagte Kushner. Dazu zählt auch die Entwaffnung der Hamas. "Das ist es, was wir durchsetzen werden." Die Waffen niederzulegen lehnt die Terrororganisation bislang allerdings ab. Zweifel an der Umsetzung haben nicht nur die Vereinten Nationen. So sagte etwa die Juristin und Konfliktexpertin Nomi Bar-Yaacov laut "Welt", dass das Konzept "völlig unrealistisch" sei.


Verwendete Quellen:

Nachrichtenagentur dpa

welt.de: "180 Wolkenkratzer, 100.000 Wohnungen – Trumps Schwiegersohn präsentiert 'Masterplan' für 'New Gaza'"

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