Kritik an Hauptstadt-Politik
Wahlkampf in Berlin: Experten fordern mehr Geld für Kultur
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von Claudia Scheele:newstime
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Videoclip • 01:22 Min • Ab 12
Zwei Kultur-Experten kritisieren den Berliner Wahlkampf. Sie fordern deutlich mehr Geld und Aufmerksamkeit für die Kulturszene.
Das Wichtigste in Kürze
Zwei ehemalige Kulturchefs kritisieren im Berliner Wahlkampf die fehlende Debatte über die Zukunft der Kulturszene.
Sie fordern von der Politik mehr finanzielle Mittel, da die Kultur ein wichtiger Wirtschaftsfaktor für die Hauptstadt sei.
Trotz der angespannten Haushaltslage müsse Berlin in seine Stärken investieren, um als internationale Kulturmetropole attraktiv zu bleiben.
Ein früherer Berliner Kulturstaatssekretär und ein ehemaliger Opernintendant üben scharfe Kritik am aktuellen Wahlkampf in der Hauptstadt. André Schmitz und Dietmar Schwarz bemängeln in einem Gastbeitrag im "Tagesspiegel", dass die Zukunft der Berliner Kultur in den politischen Debatten kaum eine Rolle spiele. Sie fordern von den Politiker:innen ein klares Bekenntnis zur Kulturszene sowie mehr finanzielle Mittel.
In den vergangenen beiden Jahren hätten die Kultur- und Wissenschaftseinrichtungen drastische Einschnitte hinnehmen müssen. Diese Sparmaßnahmen blieben nicht ohne Folgen für das Image der Stadt. "Das Ansehen Berlins als Kulturmetropole hat darunter gelitten", schreiben die beiden Experten in dem Beitrag, auf den sich die Deutsche Presse-Agentur bezieht.
Kritik an fehlenden Visionen
Besonders die fehlenden Visionen der Politik stehen im Fokus der Kritik. So habe der CDU-Spitzenkandidat Stefan Evers in einem Interview zwar über die Potenziale Berlins gesprochen, die Kultur dabei jedoch mit keinem Wort erwähnt. Schmitz und Schwarz richten daher einen klaren Appell an die Kandidat:innen: "Wer regieren will, sollte nicht nur über die Probleme dieser Stadt sprechen, sondern auch ihre größte Stärke."
Die Autoren betonen, dass die Branche weit mehr als nur eine Freizeitbeschäftigung sei. "Kultur ist kein Luxus. Sie ist Identität, Wirtschaftsfaktor und internationales Aushängeschild zugleich", heißt es weiter. Wer dies erkenne und entsprechend handele, stärke die gesamte Zukunft Berlins.
Auch in den Regio News:
Überschaubarer Einsatz im Haushalt
Zwar räumen Schmitz und Schwarz ein, dass die finanzielle Lage Berlins derzeit schwierig sei. Dennoch seien die Kulturausgaben von rund 950 Millionen Euro bei einem Gesamthaushalt von 45 Milliarden Euro ein "dann doch überschaubarer Einsatz". Dieser Anteil von etwa zwei Prozent habe bereits im Jahr 2016 bestanden.
Abschließend ziehen die ehemaligen Kulturchefs einen Vergleich zur freien Wirtschaft, um ihre Forderung zu untermauern. "Jedes erfolgreiche Unternehmen würde seine Stärken weiterentwickeln, in sie investieren, wenn sie zukunftsfähig sind", argumentieren sie. Dieses unternehmerische Denken fordern sie nun auch von der künftigen Landesregierung.
Verwendete Quellen:
Nachrichtenagentur dpa
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