Ungarn u. Ukraine im diplomatischen Streit

Viktor Orbán wirft der Ukraine Wahleinmischung in Ungarn vor

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von Benedikt Rammer

Ungarns Präsident Viktor Orban wirft der Ukraine Wahleinmischung vor. (Archivbild)

Bild: Virginia Mayo/AP/dpa


Ungarns Ministerpräsident Viktor Orbán wirft der Ukraine vor, sich in ungarische Wahlen einzumischen. Außenminister Péter Szijjártó soll den ukrainischen Botschafter zu Gesprächen einladen, während die Spannungen zwischen beiden Ländern zunehmen.

Das Wichtigste in Kürze

  • Viktor Orbán wirft der Ukraine vor, sich in ungarische Wahlen einzumischen und lädt den ukrainischen Botschafter zu Gesprächen ein.

  • Präsident Wolodymyr Selenskyj kritisierte Orbán scharf wegen dessen Nähe zu Moskau und seiner Haltung gegenüber europäischen Interessen.

  • Die diplomatischen Spannungen zwischen Ungarn und der Ukraine verschärfen sich durch gegenseitige Vorwürfe und öffentliche Statements.

Ungarns Ministerpräsident Viktor Orbán hat Außenminister Péter Szijjártó angewiesen, den ukrainischen Botschafter zu einem Treffen einzuladen. Darüber berichtet "euronews". In einem Facebook-Video erklärte Orbán, dass ukrainische Politiker:innen und Präsident Wolodymyr Selenskyj in der vergangenen Woche "grob beleidigende und bedrohliche Botschaften gegen Ungarn und die ungarische Regierung" formuliert hätten.

Orbán äußerte weiterhin, dass ungarische Sicherheitsbehörden den Vorgang als Teil einer "koordinierten Reihe von ukrainischen Aktionen" bewerten, die darauf abzielen sollen, sich in die ungarischen Wahlen einzumischen. Dabei lieferte Orbán keine Beweise für diese Anschuldigungen. "Wir können nicht zulassen, dass jemand Ungarns Souveränität oder die Fairness der ungarischen Wahlen gefährdet", betonte Orbán.

Selenskyjs Kritik an Orbán

Die Spannungen zwischen Ungarn und der Ukraine sind nicht neu, doch die jüngsten gegenseitigen Vorwürfe haben die Beziehungen weiter belastet. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj äußerte sich vergangene Woche auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos scharf gegen Orbán: "Jeder Viktor, der von europäischem Geld lebt, während er versucht, europäische Interessen zu verkaufen, verdient eine Kopfnuss." Dabei bezog sich Selenskyj auf Orbáns politische Nähe zu Moskau und seine Haltung gegenüber der EU und der Ukraine.

Orbán reagierte darauf ebenfalls über Facebook und kritisierte Selenskyj: "Sie sind ein Mann in der Klemme, der nicht in der Lage oder nicht willens ist, einen Krieg im vierten Jahr zu beenden. Trotz der Tatsache, dass der Präsident der Vereinigten Staaten Ihnen alle Hilfe gibt, die Sie brauchen."


Diplomatische Fronten verhärten sich

Auch andere ukrainische Politiker:innen meldeten sich laut "euronews" zu Wort. Der ukrainische Außenminister Andriy Sibiha reagierte auf Orbáns Bemerkungen über die EU-Mitgliedschaft der Ukraine und schrieb auf der Social-Media-Seite der ukrainischen Botschaft in Ungarn: "Ihr Plan ist zum Scheitern verurteilt, weil Ihr Herr in Moskau keine hundert Jahre mehr erleben wird."

Ungarns Außenminister Péter Szijjártó beschuldigte seinerseits die Ukraine, gezielt Einfluss auf die ungarischen Wahlen nehmen zu wollen. In einem Post erklärte er: "Sie wollen eine Regierung, die Ja zu Brüssel sagt und bereit ist, Ungarn in ihre Kriege zu ziehen."


Verwendete Quellen:

euronews: "Viktor Orbán: Die Ukraine will sich in die ungarischen Wahlen einmischen"

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