Wissenschaftler legen Bericht vor
US-Entwicklungshilfe gestrichen: Forscher befürchten 14 Millionen Tote in fünf Jahren
Veröffentlicht:
von dpaNach Donald Trumps drastischen Kürzungen im Entwicklungshilfeprogramm "USAID" prognostizieren Wissenschaftler:innen hohe Sterberaten in den kommenden Jahren.
Bild: Andre M. Chang/ZUMA Press Wire/dpa
Unter Donald Trump hat die US-Regierung die Mittel für Entwicklungshilfeprogramme drastisch reduziert. Experten warnten vor den Folgen, Forscher legen jetzt auf dramatische Zahlen vor.
Das Wichtigste in Kürze
Eine Studie warnt vor 14 Millionen zusätzlichen Todesfällen durch den drastischen Rückgang der US-Entwicklungshilfe bis 2030 – darunter rund fünf Millionen Kinder unter fünf Jahren.
USAID-Programme retteten laut Forscher:innen bisher fast 92 Millionen Leben, unter anderem durch den Kampf gegen HIV/Aids und Malaria.
Kürzungen unter US-Präsident Trump gefährden globale Gesundheitsfortschritte massiv und könnten vergleichbare Folgen wie eine Pandemie oder ein Krieg auslösen, so die Autoren.
Der Kahlschlag bei derUS-Entwicklungshilfe könnte nach einer aktuellen Studie in den kommenden fünf Jahren mehr als 14 Millionen zusätzliche Tote zur Folge haben. Davon könnten rund fünf Millionen Kinder unter fünf Jahre alt sein, wie aus einer im Fachmagazin "The Lancet" erschienenen Untersuchung mehrerer Wissenschaftler:innen etwa aus Barcelona und dem brasilianischen Salvador da Bahia hervorgeht. Sie warnten davor, die von der US-Regierung veranlassten Kürzungen bei der Entwicklungshilfe nicht rückgängig zu machen.
In der Studie untersuchten die Forscher:innen mit Daten aus mehr als 130 Ländern und Regionen die Sterblichkeit im Zeitraum 2001 bis 2021 und erstellten schließlich eine Prognose für die Jahre 2025 bis 2030.
Forscher: USAID hat viele Todesfälle verhindert
Sie kommen zu dem Ergebnis, dass USAID in der Vergangenheit erheblich zur Reduzierung von Sterbefällen beigetragen hat: Durch USAID-finanzierte Programme seien bis 2021 knapp 92 Millionen Todesfälle insgesamt, darunter mehr als 30 Millionen bei Kindern unter fünf Jahren verhindert worden, heißt es. So sei etwa eine 65-prozentige Verringerung der Sterblichkeit durch HIV/AIDS und eine 51-prozentige Verringerung durch Malaria damit verbunden.
Die Autor:innen warnen: "Unsere Schätzungen zeigen, dass es bis 2030 zu einer schwindelerregenden Zahl vermeidbarer Todesfälle kommen könnte." Für viele Länder mit geringem und mittlerem Einkommen wären die Auswirkungen sogar von ähnlichem Ausmaß wie eine globale Pandemie oder ein großer bewaffneter Konflikt, wie es heißt.
US-Präsident Donald Trump ließ zu Beginn seiner zweiten Amtszeit mehr als 80 Prozent der Mittel von USAID streichen und damit rund ein Viertel der gesamten internationalen Entwicklungsfinanzierung. Die Entwicklungshilfebehörde sollte bis zum 1. Juli zerschlagen werden.
Mehr News

Hier bettet es sich gut
Kopfkissen-Test: Diese Modelle verlieren schnell ihre Form

CDU-Beratungen
Union ringt um AfD-Kurs: Kritik an der "Brandmauer" wächst

Ehemaliger Ministerpräsident
Winfried Kretschmann nach Amtsende: "Bin in kein Loch gefallen"

Landkreis Oldenburg
Ganderkesee: 18-Jähriger und 16-Jähriger nach Unfall mit Pick-up schwer verletzt

Energiekrise
Putins Diesel für die USA: Deutschland zieht nicht mit

Nachbarhaus evakuiert
Großeinsatz in Dresden-Cossebaude: Brand eines Wohnhauses

Laut "Manager Magazin"
Schwarz verliert Spitzenplatz: Das sind die reichsten Deutschen

Wasserstand außergewöhnlich niedrig
Sinkender Bodensee-Pegel: Warum der Wasserstand so niedrig ist

Verbraucherorganisation
Was macht die Stiftung Warentest nach den Tests mit Produkten?

