"Niemand weiß, wer übernimmt"

US-Außenminister Rubio warnt Iran vor Angriffen - und droht mit Präventionsschlag

Veröffentlicht:

von Jana Wejkum

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Trump droht Iran mit Militärschlag

Videoclip • 22 Sek • Ab 12


Der US-Außenminister droht mit einem Präventivschlag, sollten US-Truppen angegriffen werden. Zur Frage der Zukunft des Irans gibt Rubio vage Antworten.

Das Wichtigste in Kürze

  • Marco Rubio erwägt einen Präventivschlag, falls US-Soldaten in der Golfregion vom Iran angegriffen werden.

  • Was passieren würde, falls das iranische Regime stürzt, beantwortet der Außenminister nicht: Darauf könne "niemand eine einfache Antwort geben".

  • Der Iran droht seinerseits mit großen Verlusten auf der US-Seite, sollte es zu einem Angriff kommen.

US-Außenminister Marco Rubio warnt den Iran vor Angriffen auf US-Einrichtungen. "Wenn wir Hinweise darauf haben, dass tatsächlich ein Angriff auf unsere Truppen in der Region bevorsteht, handeln wir zur Verteidigung unseres Personals in der Region", sagte Rubio bei einer Senatsanhörung am Mittwoch (28. Januar).

Die Militärpräsenz in der Golfregion sei laut Rubio zum Schutz von Verbündeten wie beispielsweise Israel vor potenziellen iranischen Angriffen notwendig. Er gibt an, dass 30.000 bis 40.000 US-Soldat:innen in der Region stationiert sind. Ähnliche Zahlen tauchen in früheren Berichten des Pentagon auf.

Regime-Sturz: "Offene Frage"

Was passiert, falls es tatsächlich zu einer Konfrontation der USA mit dem Iran kommt und der Anführer des Regimes, Ajatollah Ali Chamenei, gestürzt wird, sagt Rubio nicht. Er bezeichnet das Schicksal des Irans in diesem Fall als "offene Frage".

Das System sei offensichtlich zwischen dem Obersten Führer und den Islamischen Revolutionsgarden (IRGC) aufgeteilt, die ihm direkt unterstellt seien, erklärt Rubio. Daneben gebe es "quasi gewählte Akteure", die Teil politischer Institutionen sind, jedoch nicht unabhängig von Chamenei handeln könnten. "Niemand weiß, wer die Macht übernehmen würde", so die Einschätzung des Außenministers.

Es könne "niemand eine einfache Antwort darauf geben, was im Iran als Nächstes passieren würde, falls der Oberste Führer und das Regime fallen sollten". Allenfalls bestehe die Hoffnung, dass es innerhalb der bestehenden Strukturen Personen gäbe, mit denen man auf einen Übergang hinarbeiten könnte.

Auch in den News:

Iran: "Finger am Abzug"

Der iranische Parlamentspräsident Mohammed Bagher Ghalibaf warnte seinerseits davor, den Iran anzugreifen. Wie der US-Fernsehsender CNN übersetzte, sagte Galibaf: "Vielleicht kann Herr Trump einen Krieg beginnen. Aber er hat keine Kontrolle über das Ende." Es würden "definitv" tausende amerikanische Soldat:innen dabei zu Schaden kommen.

Der iranische Außenminister Seyed Abbas Araghchi schrieb am Mittwoch auf X: "Irans tapfere Streitkräfte sind vorbereitet - mit ihren Fingern am Abzug - um sofort und kraftvoll auf jede Aggression gegen unser geliebtes Land, Luft und See zu antworten."

Weiterhin sagte Araghchi, man heiße einen fairen Nuklear-Deal willkommen. US-Präsident Donald Trump hat einen erneuten Schlag gegen den Iran in Betracht gezogen, weil die Verhandlungen über das Atomprogramm des Landes bisher nicht erfolgreich waren.

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Verwendete Quellen:

Nachrichtenagentur dpa

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