Polit-Talk
Überraschung bei Maischberger: Kühnert und Amthor nicht nur beim Spritpreis einig
Veröffentlicht:
von Marko SchlichtingBei "Maischberger" diskutierten Kevin Kühnert (links) und Philipp Amthor - und sind sich in vielen Punkten überraschend einig.
Bild: Oliver Ziebe(WDR
Das kommt auch nicht so oft vor. Sandra Maischberger lässt in ihrer ARD-Talkshow zwei Politiker auflaufen, damit sie sich streiten. Aber die langjährigen Widersacher Kevin Kühnert und Philipp Amthor denken gar nicht dran.
Das Wichtigste in Kürze
Kevin Kühnert und Philipp Amthor steigen im TV-Talk von Maischberger in den Ring.
Doch wider Erwarten streiten die langjährigen Widersacher nicht.
Einig sind sich die beiden gleich in mehreren Punkten.
Früher war das so: Wenn sich SPD-Generalsekretär Kevin Kühnert und der CDU-Jungspund Philipp Amthor in einer Talkshow getroffen haben, flogen die Fetzen. Nun ist Kühnert kein Generalsekretär mehr, Amthor zum Staatssekretär aufgestiegen. Als sich die Beiden am Mittwochabend (11. März) bei Sandra Maischberger in der ARD treffen, wirken sie entspannt. Nur eines hat sich nicht geändert: Amthor ist besser gekleidet.
Schnell werden die wichtigsten Themen abgehakt. Dazu gleich. Doch irgendwann geht es auch um das Ausscheiden Kühnerts aus der Politik. Zwei Jahre ist das jetzt her. Kühnert sei an seine Grenzen gestoßen, sagte er damals. Und Philipp Amthor? Der hat während des Gesprächs viel gelacht, doch hier wird er nachdenklich.
Er sagt, für ihn selbst komme ein solcher Schritt nicht infrage, vielleicht auch, weil er, Amthor, kein wirkliches Partei-Amt habe und sehen könne, was er am Ende des Tages geschafft habe. Er habe Kühnerts Rückzug aus der Politik bedauert, sagt er dann, um am Ende den ehemaligen SPD-Generalsekretär einen aufrechten und meinungsstarken Politiker zu nennen. Und das freut auch Kevin Kühnert.
Kühnert über Energiesteuer: "Wir würden einen Fehler machen"
Beide sind sich in einem weiteren Punkt einig: Sie sind gegen eine Senkung der Energiesteuer, um dadurch das seit dem Irankrieg teuer gewordene Öl, Benzin und Diesel zu verbilligen. "Das würde nur zu Mitnahmeeffekten bei den Mineralölkonzernen führen, und ich finde, wir müssen darüber nachdenken, wie man das regulieren kann", sagt Amthor.
Und Kühnert: "Wir würden einen Fehler machen, wenn wir die in den letzten Tagen gestiegenen Spritpreise vor allem der politischen Seite aufbürden. Würde der Staat entlastet werden, wäre das Ergebnis, dass der Zugewinn bei den Konzernen bleiben würde, und der Staat tritt von seinem Anteil zurück. Man muss auch mal Ursache und Wirkung für die Preissteigerungen benennen: Die Ursache liegt im Moment ganz klar bei den Konzernen." Wann man am besten tanken sollte, liest du hier.
Und dann sind da natürlich die Wahlen in Baden-Württemberg und das von einer grünen Bundestagsabgeordneten geteilte Video, in dem der CDU-Kandidat Manuel Hagel sich über die "rehbraunen Augen" einer 16-jährigen Schülerin geäußert hatte. Vor allem Unions-Fraktionschef Jens Spahn sprach danach schnell von einer Schmutzkampagne. Und wieder gibt es eine kleine Überraschung. Amthor sieht das etwas anders. Wichtig sind für ihn nicht die Aussagen der letzten Tage, sondern die Regierungsverhandlungen in Stuttgart.
Philipp Amthors Appel in Richtung Baden-Württemberg
Amthor: "Ich finde, es ist jetzt der Fokus darauf, eine Regierung zu bilden miteinander, und nach einigen Verletzungen, die der Wahlkampf gebracht hat, ordentlich zu regieren." Cem Özdemir habe die Wahl auch dadurch gewonnen, dass er "viele Inhalte der CDU groß versprochen hat". Jetzt sei er gespannt, was davon dann übrig bleibt: "Das werden sicher spannende Koalitionsverhandlungen, und ich bin sehr froh, dass Manuel Hagel und die Mannschaft der CDU in Baden-Württemberg Herrn Özdemir auch daran erinnern werden, dass er in diesem Wahlkampf sehr viel anderes gesagt hat als die Grüne Jugend, und das sollte dann auch vielleicht der Maßstab sein, um eine Regierung zu bilden."
Kühnert tut in diesem Punkt etwas, das er in seiner Politikerlaufbahn bei solchen Themen nie konnte: Er hält sich raus. Das hat er in den letzten Monaten gut gelernt.
:newstime verpasst? Hier aktuelle Folge ansehen
Mehr entdecken

Preise schießen hoch
Sprit-Tipp vom Experten: "Tanken Sie so schnell wie möglich!"

Mythos-Wundermittel
Stiftung Warentest empfiehlt nur zwei Vitamin-D3-Produkte

Krieg im Nahen Osten
Iran-Ticker: Iran-Krieg kostete die USA bereits Milliarden

Zweite Streikwelle
Pilotenstreik bei der Lufthansa ist gestartet

Rechter gegen Iran-Krieg
Bei Lanz: AfD-Chef Chrupalla "maßlos enttäuscht" von Trump

Unfall beim Rangieren
Züge krachen ineinander: Acht Verletzte im Hauptbahnhof Bayreuth

