Radikalisierung auf TikTok
Über Social Media: Rechtsextreme adressieren gezielt Jugendliche
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von dpaJunge Rechtsextreme mobilisieren zunehmend Jugendliche übers Netz zu Aktionen – wie hier zu einer Christopher Street Day (CSD) Gegendemo.
Bild: Christoph Soeder/dpa
Über TikTok-Videos, Videospiele und Kampfsport-Angebote: Rechtsextreme Gruppierungen adressieren gezielt Jugendliche. Niedersachsens Verfassungsschutzpräsident warnt vor den Gefahren für die Demokratie.
Rechtsextreme Gruppen verlagern ihre Ansprache zunehmend ins Netz und erreichen dort auch Minderjährige. "Radikalisierung findet heute vor allem auf Instagram, TikTok und in Videospielen statt – dieser Einfluss nimmt deutlich zu", sagte Niedersachsens Verfassungsschutzpräsident Dirk Pejril der Deutschen Presse-Agentur.
Einige Nutzer:innen im Kindesalter
Die Szene ziehe dabei nicht nur "stramme Rechtsextremisten" an. Einige Nutzer:innen seien noch im Kindesalter, meist zwischen 14 und 20 Jahren. Häufig gehe es um Protest und Widerstand. "Die Ideologie spielt zunächst eine geringere Rolle", erklärte Pejril. Besonders attraktiv seien gemeinschaftliche Angebote, der "Eventcharakter" sei wichtig. "Bei jungen rechten Männern ist es häufig der Kampfsport, der sie anzieht."
In Niedersachsen geht der Verfassungsschutz derzeit von rund 2.000 Menschen im rechtsextremistischen Spektrum aus, darunter Mitglieder der AfD, der NPD und der sogenannten Neuen Rechten sowie Neonazis. Die von ihnen ausgehende Gefahr für die innere Sicherheit sei im Vergleich zum islamistischen Extremismus und Terrorismus derzeit "eher überschaubar", so Pejril.
"Auch die AfD spielt eine Rolle"
Zugleich warnte er: "Die größte Gefahr für unsere Demokratie geht vom Rechtsextremismus aus. Auch die AfD spielt in diesem Zusammenhang eine Rolle."
Über soziale Medien werde inzwischen vermehrt zu Aktionen im öffentlichen Raum mobilisiert, etwa zu Protesten gegen den Christopher Street Day. Zudem kehrten altbekannte Symbole zurück. "Auffällig ist, dass frühere Erkennungsmerkmale wie Bomberjacken und Springerstiefel wieder vermehrt auftauchen", sagte Pejril.
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