Tupolew "Black Pearl"

NATO-Eurofighter fangen seltene Russen-Maschine über Ostsee ab

Aktualisiert:

von Joachim Vonderthann

Über der Ostsee ist eine seltene russische Maschine vom Typ Tupolew Tu-134A-4 von NATO-Kampfjets abgefangen worden.

Bild: NATO Air Command/X


Italienische Eurofighter Typhoon haben über der Ostsee mehrere russische Militärmaschinen abgefangen, darunter eine außergewöhnlich seltene Tupolew Tu-134A-4. Das Flugzeug, bekannt als "Black Pearl", war ohne Flugplan und Funkkontakt unterwegs.

Das Wichtigste in Kürze

  • Italienische Eurofighter haben über der Ostsee mehrere russische Militärmaschinen abgefangen

  • Unter den Maschinen war die seltene Tupolew Tu-134A-4 "Black Pearl".

  • Das Auftauchen verstärkt die Sorge um russische Militäraktivitäten im Baltikum.

Italienische Eurofighter Typhoon haben im Rahmen der NATO-Operation Eastern Sentry mehrere russische Militärflugzeuge über der Ostsee abgefangen. Die Abfangmanöver, die vom estnischen Luftwaffenstützpunkt Ämari aus durchgeführt wurden, betrafen unter anderem zwei Suchoi Su-30SM2-Kampfflugzeuge, eine Su-24MR-Aufklärungsmaschine und eine seltene Tupolew Tu-134A-4 mit der Kennung RF-12041. Die NATO veröffentlichte auf der Plattform X Bilder der Manöver und erklärte, dass diese an unterschiedlichen Tagen aufgenommen wurden.

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Seltene russische "Black Pearl" über Ostsee abgefangen

Laut Angaben des NATO Air Command flogen die russischen Maschinen ohne eingereichten Flugplan und ohne Funkkontakt nahe dem Luftraum des Bündnisses. Besonders bemerkenswert unter den abgefangenen Maschinen ist die Tupolew Tu-134A-4, die als "Black Pearl" bekannt ist, wie "Merkur" berichtet. Das Flugzeug trägt eine markante schwarze Lackierung, welche den Großteil von Rumpf und Heckflügel bedeckt. Entlang des unteren Rumpfbereichs verlaufen schmale Streifen in den russischen Nationalfarben. Die spitze Nase im Stil der Tu-22 verleiht dem Flugzeug ein unverwechselbares Aussehen und unterscheidet es deutlich von anderen Transport- und Militärmaschinen.

Maschine transportiert hochrangige Putin-Offiziere

Die Tupolew Tu-134A-4 geht aus der Trainingskonfiguration Tu-134UBL hervor, die in den 1980er Jahren entwickelt wurde. Ursprünglich diente sie als Ausbildungsflugzeug für Besatzungen strategischer Bomber wie der Tu-22M3 und Tu-160. Das Design der Maschine basiert auf der zivilen Tu-134B, die erstmals 1963 flog und bis 1989 produziert wurde. Die militärische Variante erhielt dem Bericht zufolge jedoch einen spitzen Nasenbereich für spezielle Radarsysteme und militärische Navigationsausrüstung.

Im Laufe der Zeit wurde die RF-12041 von ihrer ursprünglichen Funktion als Trainingsflugzeug zu einer Transportmaschine für hochrangige Offiziere von Russlands Machthaber Wladimir Putin umgerüstet. Die Bezeichnung Tu-134A-4 verweist auf ein erweitertes Stromversorgungssystem, das komplexe Kommunikations- und Missionsplanungsausrüstung unterstützt. Nach ihrer Umrüstung erhielt die Maschine ihre charakteristische schwarze Lackierung, die sie von früheren helleren Designs unterscheidet.

Russen-Enklave Kaliningrad im Fokus

Das Flugzeug RF-12041 gehört zur russischen Marinefliegertruppe und trägt die Bordnummer 53. Laut "Defense Express" befinden sich noch etwa 17 dieser Flugzeuge im aktiven Dienst, während rund 25 weitere eingelagert sind. Frühere Varianten der Tu-134 wurden ursprünglich als Passagierflugzeuge konzipiert und waren bis 2019 im Einsatz. Ihre militärischen Versionen spielen jedoch weiterhin eine Rolle in Transport- und Kommunikationsmissionen.

Das jüngste Auftauchen der RF-12041 erfolgt vor dem Hintergrund verstärkter russischer Militäraktivitäten im Ostseeraum. Der Ukraine-Krieg hat zu einer Zunahme solcher Vorfälle geführt. Bereits im Oktober berichteten litauische Behörden von einem Vorfall, bei dem eine russische Su-30 und ein Tankflugzeug den litauischen Luftraum verletzten. Zudem fingen polnische Kampfflugzeuge Ende Oktober ein russisches Aufklärungsflugzeug ab, das ohne Flugplan und eingeschalteten Transponder operierte.

Kaliningrad, der Standort der baltischen Flotte, scheint eine Schlüsselrolle bei diesen Aktivitäten zu spielen. Es wird vermutet, dass hochrangige Marineoffiziere regelmäßig auf Maschinen wie der RF-12041 zurückgreifen, um zwischen Kaliningrad und anderen Standorten zu pendeln.


Verwendete Quellen:

merkur.de: "Baltikum alarmiert: Eurofighter stoppen russische Spezialmaschine"

Nachrichtenagentur dpa

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