Einigung mit Ministerium
Deal "auf ewig": Warum Trumps frühere Steuererklärungen nie mehr geprüft werden
Veröffentlicht:
von dpa:newstime
Trump-Familie bekommt Immunität gegen Steuerprüfungen
Videoclip • 01:15 Min • Ab 12
Vor Jahren soll ein Mitarbeiter einer US-Steuerbehörde Informationen über Trumps Konzern unerlaubt an Medien weitergereicht haben. Jetzt erzielt der Präsident einen Vergleich – mit Vorzügen für ihn.
Das Wichtigste in Kürze
Prüfungsverzicht "auf ewig": Die US-Steuerbehörde darf keine früheren Steuererklärungen von Präsident Donald Trump mehr begutachten.
Der vor wenigen Wochen von Trump eingeführte Justizminister Todd Blanche unterzeichnete den juristischen Vergleich.
Ein Teil des Vergleichs soll in einen neuen Fonds fließen und unter anderem Trump-Anhänger:innen zugutekommen.
Die US-Steuerbehörde darf auf Betreiben der Regierung keine früheren Steuererklärungen von Präsident Donald Trump mehr prüfen. Das geht aus dem zweiten Teil eines juristischen Vergleichs mit dem US-Justizministerium hervor, der jetzt publik wurde.
Trump hatte die Steuerbehörde IRS auf mindestens zehn Milliarden Dollar Schadenersatz verklagt, nachdem sich ein Mitarbeiter während Trumps erster Amtszeit (2017–2021) unrechtmäßig Steuerdaten der Trump Organization verschafft und diese an mehrere Medien weitergegeben haben soll.
Auch in den News:
Der "auf ewig" zugesicherte Prüfverzicht der Behörde umfasst alle Kläger:innen, zu denen neben Trump auch die Familienfirma Trump Organization sowie die Söhne des Präsidenten, Eric Trump und Donald Trump Jr., gehören. Sie sind vor sämtlichen Forderungen in Bezug auf Steuererklärungen geschützt, die bis dato eingereicht wurden – ebenso wie alle mit ihnen verwandten oder anderweitig verbundenen Personen, Unternehmen und Stiftungen. Unterzeichnet ist der weitreichende Vergleich vom amtierenden Justizminister Todd Blanche – ihn hatte Trump erst vor wenigen Wochen an die Spitze des Ministeriums gesetzt.
Trump kämpfte jahrelang gegen Veröffentlichung
Den ersten Teil des Vergleichs, für den im Gegenzug die Klage fallengelassen wurde, hatte das Ministerium bereits am Montag (18. Mai) veröffentlicht. Demnach sollen rund 1,8 Milliarden US-Dollar (etwa 1,5 Milliarden Euro) in einen neuen Fonds fließen, mit dem angebliche Opfer von politisch oder ideologisch motiviertem Vorgehen des Staates entschädigt werden sollen.
Mehreren US-Medien zufolge könnte der Fonds etwa Trump-Anhänger:innen zugutekommen, die beim Sturm auf das Kapitol 2021 dabei gewesen waren und dafür angeklagt wurden. Der Republikaner sprach in diesem Zusammenhang immer wieder von politisch motivierter Strafverfolgung.
Trumps Steuern sind in den USA ein Dauerthema: Anders als frühere Präsidenten hatte er sich heftig gegen eine Veröffentlichung seiner Steuererklärung gewehrt – und war bis vor den Obersten Gerichtshof gezogen. Nach jahrelangen rechtlichen Auseinandersetzungen veröffentlichte ein Ausschuss des Repräsentantenhauses 2022 mehrere Tausend Seiten an Steuerdokumenten. Die Unterlagen zeigten unter anderem, dass Trump in mehreren Jahren kaum oder gar keine Einkommensteuer auf Bundesebene zahlte, obwohl er sich stets mit seinem Reichtum brüstete.
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