Konflikt mit USA
Trumps Rückzieher: Vorerst kein zweiter Angriff auf Venezuela
Veröffentlicht:
von Jacqueline Bittl:newstime
USA vs. Venezuela: Die Hintergründe zum Konflikt (3. Januar)
Videoclip • 02:11 Min • Ab 12
Donald Trump hat vorerst einen zweiten Angriff auf Venezuela zurückgezogen und Investitionen in Milliardenhöhe angekündigt. US‑Kriegsschiffe sollen jedoch vor der venezolanischen Karibikküste verbleiben.
Das Wichtigste in Kürze
US-Präsident Trump hat einen geplanten zweiten Angriff auf Venezuela vorerst zurückgezogen, als Gründe nannte er unter anderem die Freilassung politischer Gefangener und die Zusammenarbeit im Öl- und Gasbereich.
Venezuela hat zahlreiche politische Gefangene freigelassen, darunter prominente Oppositionelle.
Das Land verfügt über die größten Ölreserven der Welt, doch die marode Industrie produziert weit weniger als vor 20 Jahren, und der Wiederaufbau dürfte Jahre dauern und Milliardeninvestitionen erfordern.
Ein geplanter zweiter Angriff auf Venezuela wurde nach Angaben von US‑Präsident Donald Trump zunächst zurückgezogen. Auf seiner Onlineplattform Truth Social führte er unter anderem die Freilassung politischer Gefangener in dem südamerikanischen Staat sowie die verbesserte Zusammenarbeit beider Länder, etwa im Bereich der Öl‑ und Gasinfrastruktur, als Gründe an. Aus Sicherheitsgründen sollen US‑Kriegsschiffe jedoch weiterhin vor der venezolanischen Karibikküste verbleiben.
Massive Investitionen in venezolanische Öl- und Gasinfrastruktur angekündigt
Nach Angaben von Trump werden von großen Ölkonzernen Investitionen von "mindestens 100 Milliarden Dollar" erwartet. Ein Treffen im Weißen Haus soll noch am Freitag (9. Januar) stattfinden. Die Öl- und Gasinfrastruktur Venezuelas soll "in einer wesentlich größeren, besseren und moderneren Form" wiederaufgebaut werden, erklärte Trump.
Venezuela setzt auf Gefangenenfreilassung als Friedenssignal
Venezuela habe "eine große Zahl politischer Gefangener als Zeichen der Suche nach Frieden" freigelassen, schrieb Trump. Zuvor hatte die Regierung in Caracas die Freilassung zahlreicher venezolanischer und ausländischer Häftlinge angekündigt, darunter nach Medienberichten prominente Oppositionelle wie die Menschenrechtlerin Rocío San Miguel.
Am vergangenen Wochenende (3./4. Januar) hatten US-Soldaten Venezuelas Staatschef Nicolás Maduro festgenommen und in die Vereinigten Staaten gebracht, wo ihm wegen Drogendelikten der Prozess gemacht werden soll. Seine Nachfolgerin Delcy Rodríguez, eine enge Vertraute Maduros, verurteilte die Gefangennahme als völkerrechtswidrige Aggression. In den letzten Monaten war der Konflikt zwischen den USA und Venezuela eskaliert: Seit September hatte das US-Militär vor der venezolanischen Küste zahlreiche Kriegsschiffe, Kampfflugzeuge und Soldaten stationiert.
Venezuelas Ölreserven und der notwendige Wiederaufbau der Industrie
US-Präsident Trump hatte bereits zuvor Ansprüche auf Einnahmen aus dem Export venezolanischen Öls geltend gemacht. Das südamerikanische Land verfügt über die weltweit größten Ölreserven, schätzungsweise 303 Milliarden Barrel (je 159 Liter). Es handelt sich vor allem um Schweröl, das nur mit spezieller Technik raffiniert werden kann, mehrere Raffinerien an der US-Golfküste sind darauf spezialisiert.
Trotz dieser enormen Reserven ist Venezuelas Ölindustrie stark marode. Die Förderung liegt aktuell bei rund 1,2 Millionen Barrel pro Tag, deutlich unter dem Niveau von fast drei Millionen Barrel vor 20 Jahren. Öl bleibt dennoch die wichtigste Devisenquelle des Landes. Expert:innen gehen davon aus, dass der Wiederaufbau der maroden Ölindustrie Jahre dauern und Investitionen in Milliardenhöhe erfordern wird.
Verwendete Quellen:
Nachrichtenagentur dpa
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