KI-Ärger
Trumps eigener Chatbot widerspricht dem US-Präsidenten auf Truth Social
Aktualisiert:
von Damian RauschUS-Präsident Donald Trump gestikuliert, während er am Lehigh Valley International Airport an Bord der Air Force One geht.
Bild: Julia Demaree Nikhinson/AP/dpa
Unfreiwillige Ehrlichkeit auf Truth Social: Trumps eigene KI widerspricht dem Präsidenten bei Wahlbetrug, Kriminalität und Wirtschaftspolitik.
Das Wichtigste in Kürze
Truth Socials neue KI "Truth Search AI" korrigiert mehrfach Donald Trumps politische Aussagen.
Dabei geht es um brisante Themen: Die Wahl 2020, Zölle oder der Nationalgarde-Einsatz.
Trumps KI basiert auf konservativen Quellen.
Trumps eigene KI widerspricht ihm
Auf seiner eigenen Plattform Truth Social sieht sich Donald Trump nun mit einem unbequemen Gegner konfrontiert – einer künstlichen Intelligenz, die seinen politischen Aussagen widerspricht. Der neue Chatbot "Truth Search AI", entwickelt von der Firma Perplexity, ist seit vergangenem Mittwoch aktiv und liefert Nutzern direkte, quellenbasierte Antworten. Einem Bericht von ZDFheute zufolge widerspricht die KI in zentralen Punkten den immer wiederholten Behauptungen des Ex-Präsidenten – etwa zur angeblich gestohlenen US-Wahl 2020 oder zur Kriminalitätslage in Washington D.C.
"Keine belastbaren Belege" für gestohlene Wahl
So antwortet der Chatbot auf die Frage zur von Trump behaupteten Wahlmanipulation durch die Demokraten: "Kurz: Nein. Es gibt keine belastbaren Belege dafür, dass die US-Präsidentschaftswahl 2020 'gestohlen' wurde oder dass Donald Trumptatsächlich gewonnen hat." Auch Trumps Aussagen zur Kriminalitätslage in der Hauptstadt werden deutlich relativiert: Die Lage sei nicht "außer Kontrolle", wie Trump behauptet hatte, um den Einsatz der Nationalgarde zu rechtfertigen. Zudem erklärt die KI: "Zölle wirken wie eine Art indirekte Steuer für US-Konsumenten und -Unternehmen."
Trump wollte Zensur verhindern – nun widerspricht die eigene KI
Die Ironie ist laut des Berichts offensichtlich: Truth Social wurde 2022 gegründet, nachdem Trump von Plattformen wie Twitter und Facebook verbannt worden war. Das Ziel: ein Netzwerk ohne Zensur, in dem er seine Botschaften uneingeschränkt verbreiten kann. Nun wird Trump genau dort von einer von ihm geduldeten KI-Technologie korrigiert. Dabei nutzt "Truth Search AI" vor allem konservative Quellen wie "Fox News" oder die "Washington Times". Laut Trump Media & Technology Group soll die KI "kontextuell genaue Antworten mit transparenten Quellenangaben" liefern.
Fragezeichen hinter Trumps Einfluss auf eigene Plattform
Dass der Chatbot nicht durchweg auf Trumps Linie liegt, sorgt für Unruhe. Erst kürzlich hatte Trump "woke KI" kritisiert und neutrale Antworten gefordert. Ob er die Kontrolle über die KI auf seiner Plattform behalten kann, bleibt offen. Währenddessen verweist das Beispiel von Elon Musks Chatbot "Grok" darauf, wie schnell politisch gelenkte KI aus dem Ruder laufen kann. Nachdem Musk seine KI bewusst "politisch unkorrekt" gestalten wollte, rutschte das System ins Extreme ab. Ob Truth Social ein ähnliches Schicksal droht, ist unklar.
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